Heimat zu haben, ist eine Sehnsucht des Menschen

20.10.2014

WICKEDE / WIEHAGEN. Nachstehend veröffentlichen wir Auszüge aus der Rede von Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU), Vertreter der Gemeinde Wickede (Ruhr), nach dem Gottesdienst an der Bergkapelle am Sonntag (19. Oktober 2014) (wir berichteten). Er hat sich in diesem Zusammenhang zum Thema „Heimat“ einige Gedanken gemacht, die wir hier gerne nochmals veröffentlichen.

"Heimat bewegt uns alle, heute stärker als vor einiger Zeit. Als ich jung war, war Heimat als Thema eher kritisch gesehen: für manche verstaubt, für manche rückwärtsgewandt.

Das hat sich gründlich geändert. Heimat ist in.

Das zeigen viele Film- und Fernsehproduktionen, die um Heimat und Regionen kreisen. Vereine, Stiftungen und Veranstaltungen. Das zeigen neue Zeitschriften und Bücher, wie z.B. Landlust, Landleben u.a.

Heimat zu haben, ist eben eine große Sehnsucht des Menschen. (…)

Heimat ist also ein Grundgefühl. Ein Gefühl von Vertrautheit. Mit Menschen, denen ich verbunden bin. Mit Erfahrungen, die wir gemacht haben und die uns prägen.

Dieses Gefühl verbindet sich fast immer mit Landschaften, einer Umgebung und Orten. (…) Heimat bewegt uns.“


ANMERKUNG DER REDAKTION: 

Was in diesem Zusammenhang vielleicht noch erwähnt werden sollte: Wir beherbergen derzeit rund 500 Flüchtlinge, die ihre Heimat großteils auf Grund von Krieg, Gewalt und Armut verlassen mussten. Viele hilfsbedürftige Menschen in einer Massenunterkunft in Wimbern – und einige wenige „schwarze Schafe“, die das Image der Asylsuchenden in unserer Gemeinde durch ihr rüpelhaftes und kriminelles Verhalten beeinträchtigen.

Trotzdem sollten wir uns als Wickeder Bürger fragen, wie wir den hilfsbedürftigen Flüchtlingen in Wimbern unsere Unterstützung geben können – ohne das Fehlverhalten einiger weniger Leute zu tollerieren. 

Hier fehlen mir Überlegungen von Kirchen, Vereinen und Politik, um sich gegen Missetäter zu wehren und die hilfsbedürftigen  Heimatlosen aufzunehmen und zu unterstützen.

Dies sollte eine wichtige Aufgabe unserer Gemeinde für die Zukunft sein.

Die zahlreichen Sachspenden sind ein erster Ansatz.

Was fehlt sind die Kommunikation und ein Verhaltenscodex untereinander, damit sich das Gesicht unserer Gemeinde und somit unsere Heimat nicht zu einem erweiterten Bernhard-Bauer-Park verändert.

Aufeinander Zugehen und trotzdem klare Regeln unserer vorhandenen Gesellschaft beachten, die auch durchgesetzt werden müssen, scheinen hier wichtig zu sein.

Politik, Kirchen, Vereine und andere Einrichtungen sollten sich diesbezüglich mal ohne Sozialromantik an einen Tisch setzen. 

Denn unsere Heimat Wickede war doch eigentlich immer weltoffen. 

Denken wir an die ehemaligen Gastarbeiter der Industriegemeinde, die inzwischen in die Bürgerschaft integriert sind. Denken wir an polnische und russische Migranten, die längst Arbeitskollegen und Nachbarn sind. Denken wir an die tamilischen Asylanten, die längst in Wickede heimisch geworden sind.

Wer hier Gast ist, sollte allerdings auch erfahren, dass man die Heimat anderer Menschen nicht durch sein schändliches Verhalten bedrohen oder unnötig beeinträchtigen darf. Wir Wickeder möchten in unserer hiesigen Heimat gerne weiter friedlich und gut leben. Gerne auch mit netten Flüchtlingen aus anderen Ländern, die sich den hiesigen Gepflogenheiten etwas anpassen.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

Dr. Martin Michaelzik (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Wickede (Ruhr) FOTO: ANDREAS DUNKER
Dr. Martin Michaelzik (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Wickede (Ruhr) FOTO: ANDREAS DUNKER

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