Wimbern war schon einmal Zufluchtsort von Heimatlosen

27.11.2014

WIMBERN. Wenn der Verein Dorf Wimbern am Freitag, 28. November 2014, um 19 Uhr in der Schützenhalle an der Wiesenstraße das Buch „Wimbern – Eine Chronik“ vorstellt, gibt es einige Themen, die im Mittelpunkt stehen und die das Dorf geprägt haben. Dazu zählt natürlich die Geschichte der Steyler Missionsschwestern, die seit mehr als 60 Jahren eng mit Wimbern verbunden sind.

Es waren die beiden aus Wimbern stammenden Steyler Missionspatres Josef Bilge und Josef Schröder, die auf der Suche nach einem Bauplatz für ein neues Provinzhaus des weiblichen Ordensteiles auf Ländereien des Freiherrn Baron von Boeselager in ihrem alten Heimatort Wimbern verwiesen.

Grundstückskauf für das Heilig-Geist-Kloster

Im Zusammenhang mit dem Grundstückskauf für das Kloster am 13. Juli 1950 wurde den Ordensschwestern auch das Areal mit den zu diesem Zeitpunkt leer stehenden Baracken des seit der Kriegszeit bestehenden Ausweichkrankenhauses „Ruhr-Sauerland“ angeboten.

Zweiter Kaufvertrag für’s Krankenhaus-Gelände

Am 7. November 1950 schlossen die Steyler Missionsschwestern dann den zweiten Kaufvertrag und erwarben auch das Krankenhausgelände in direkter Nachbarschaft zum heutigen Heilig-Geist-Kloster.

240 Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten

Noch am selben Tag trafen dort 240 „displaced persons“ – zu deutsch: „Heimatlose“ – ein, die aus dem Osten des ehemaligen deutschen Reiches geflohen beziehungsweise vertrieben waren.

Diese Ostflüchtlinge blieben auch nach der Eröffnung des Herz-Mariä-Krankenhauses am 1. Januar 1951 in den Baracken. Erst ab dem 15. Juli 1951 zogen sie nach und nach aus.

Pockenstation und Neubau des Marien-Krankenhauses

In den 1960-er Jahren standen schließlich die Errichtung der Pockenstation sowie der Neubau des Marien-Krankenhauses in seiner etwa heutigen Form im Mittelpunkt, der am 29. September 1971 eröffnet wurde.

2011 verließ der letzte Patient das Krankenhaus 

Nach mehreren Trägerwechseln verließ am 14. Dezember 2011 der letzte Patient das Krankenhaus, zwei Wochen später fand die Profanierung (= Entweihung) der Krankenhauskapelle statt.

Bis zu 650 Asylbegehrende in der „Notunterkunft"

Heute leben in dem Gebäude, das als zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen betrieben wird, bis zu 650 Asylbegehrende.

Weitere Themen der Chronik sind auch Mord und Totschlag sowie die NS-Zeit

Darüber hinaus werden in der Chronik aber auch noch viele andere Themen betrachtet. Hierzu zählen beispielsweise das Schul-, Mühlen- und Molkereiwesen sowie die Zeit des Nationalsozialismus’. Selbstverständlich finden auch die geklärten und ungeklärten Mordfälle des Dorfes ihren Niederschlag. Außerdem gibt es Porträts einiger Persönlichkeiten aus Wimbern.

Vorstellung des Buches durch den Werler Stadtarchivar

Die Buchpräsentation „Wimbern – Eine Chronik“ beginnt am Freitag, 28. November 2014, um 19 Uhr in der Schützenhalle Wimbern. Vorgestellt wird sie vom Werler Stadtarchivar Michael Jolk. Für die musikalische Gestaltung zeichnet Wolfgang Bitter aus Werl verantwortlich. Der Eintritt ist frei.

Das Buch „Wimbern – Eine Chronik“ ist zum Preis von 13,50 Euro im Foto-Studio der ad medien GmbH, Blumenstraße 8, in Wickede sowie bei den Vorstandsmitgliedern des Vereins „Dorf Wimbern“ käuflich zu erwerben.

Einige der letzten Steyler Missionsschwestern im ehemaligen Marien-Krankenhaus in Wickede-Wimbern. FOTO: ANDREAS DUNKER
Einige der letzten Steyler Missionsschwestern im ehemaligen Marien-Krankenhaus in Wickede-Wimbern. FOTO: ANDREAS DUNKER
Profanierung der Krankenhaus-Kapelle FOTO: ANDREAS DUNKER
Profanierung der Krankenhaus-Kapelle FOTO: ANDREAS DUNKER
Randfigur: Klaus Bathen (rechts hinten)wird von vielen Wickedern für den Untergang des Wimberner Krankenhauses verantwortlich gemacht – Vorne rechts: Bürgermeister Hermann Arndt FOTO: ANDREAS DUNKER
Randfigur: Klaus Bathen (rechts hinten)wird von vielen Wickedern für den Untergang des Wimberner Krankenhauses verantwortlich gemacht – Vorne rechts: Bürgermeister Hermann Arndt FOTO: ANDREAS DUNKER
Der letzte Patient des Wimberner Marien-Krankenhauses wird in ein anderes Hospital verlegt. FOTO: ANDREAS DUNKER
Der letzte Patient des Wimberner Marien-Krankenhauses wird in ein anderes Hospital verlegt. FOTO: ANDREAS DUNKER
Dunkle Wolken über dem Marien-Krankenhaus FOTO: ANDREAS DUNKER
Dunkle Wolken über dem Marien-Krankenhaus FOTO: ANDREAS DUNKER

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