„Kraftwerk Relax“ vor der Schließung? – Zukunft der Erlebnisgastronomie steht in den Sternen …

11.12.2014

WERL / WICKEDE. „Advent, Advent – die Hütte brennt“ lautet das Motto einer Party, zu der das „Kraftwerk Relax“ für den kommenden Freitag, 19. Dezember 2014, ab 21.00 Uhr einlädt. Bei der bekannten Erlebnisgastronomie im Gewerbe- und Freizeitpark „Am Golfplatz“ im Werler Stadtwald scheint das Partymotto nun auch für den kaufmännischen Bereich zu gelten. Denn auch dort „brennt die Hütte“.

Lokalen Medien-Berichten zufolge soll die Gastronomie zum Jahreswechsel geschlossen werden. Der Soester Rechtsanwalt Olaf Diehl, der den derzeitigen Pächter Ronny Schettler juristisch vertritt, nannte die Gerüchte über die Schließung des „Kraftwerkes Relax“ aber „spekulativ“. Über lokale Medien seien „Halbwahrheiten“ verbreitet worden. – Diehl: „Beide Seiten sind an einer einvernehmlichen Lösung interessiert!“

Rechtsanwälte bestätigen  Zahlungsrückstände bei Pachtzins

Der Kölner Rechtsanwalt Jörg Nogossek erklärte am heutigen Donnerstag (11. Dezember 2014), das „erhebliche Zahlungsrückstände“ seitens des Pächters gegenüber seinem Mandanten Werner Severin bestünden. Auch in der Vergangenheit habe es „immer wieder Zahlungsprobleme“ gegeben. – Pächter-Anwalt Diehl bestätigte dies: „Es bestehen Zahlungsrückstände – in welcher Höhe ist strittig!“

Kündigung seitens des Verpächters

Des weiteren räumte er auch ein, dass seinem Mandanten Schettler eine „Kündigung seitens des Verpächters“ vorliege.

Gesprächsangebot von der Severin-Seite

Inzwischen gibt es aber wohl ein Gesprächsangebot von der Severin-Seite. Verhandlungen sollten dabei „ergebnisoffen“ geführt werden, so der Kölner Rechtsanwalt Jörg Nogossek, der Werner Severin vertritt, der vor seinem Umzug nach Köln lange Jahre in Wickede wohnte und noch immer in der Ruhrgemeinde unternehmerisch tätig ist. Nogossek: „Wir warten darauf, dass die Gegenseite sich meldet!“

Der Soester Rechtsanwalt Olaf Diehl, der eben diese „Gegenseite“ vertritt, kann zum möglichen Ausgang der Gespräche auch noch nichts sagen. Gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ erklärte er nur, dass die Zukunft des „Kraftwerkes Relax“ – aus seiner Sicht – „völlig in den Sternen“ stehe.

Ist der Betrieb bei den hohen Kosten künftig überhaupt wirtschaftlich zu führen?

Für ihn sei es fraglich, „ob der Betrieb auf lange Sicht wirtschaftlich zu führen“ sei, wenn ein monatlicher Pachtzins von rund 6.000 Euro Kaltmiete und erhebliche Nebenkosten bestehen blieben. Nicht zuletzt die Verdoppelung der Grundsteuer durch die Stadt Werl – zu deren Gebiet das Grundstück des „Kraftwerk Relax“ offiziell gehört – im Jahre 2012, machten Pächtern bei dem großen Objekt arg zu schaffen. Denn diese gingen als Nebenkosten direkt zu dessen Lasten.

Severin ließ „über Nacht“ wohl die Türschlösser austauschen

Ob Werner Severin wirklich an einer gütlichen Einigung mit Pächter Ronny Schettler interessiert sei, ließ dessen Rechtsanwalt Olaf Diehl dahingestellt. Denn schließlich habe Severin vor kurzem einfach „über Nacht“ die Türschlösser am Gebäude austauschen lassen, so dass Schettler unter anderem eine lang gebuchte „Weihnachtsfeier“ eines Energieunternehmens kurzfristig am Mittag des Veranstaltungstages absagen musste. Damals begründete er dies wohl mit der „Notlüge“ von einem angeblichen Wasserschaden, da er dem Kunden ja schlecht erklären konnte, dass ihm sein Vermieter durch den Umtausch der Türschlösser den Zugang zu seiner Gastronomie unmöglich gemacht hatte.

Nur einstweilige Verfügung des Arnsberger Landgerichtes ermöglicht Fortsetzung des Betriebes

Nach einer „einstweiligen Verfügung“ seitens des Landgerichtes Arnsberg habe Severin seinem Pächter Schettler „den Besitz aber wieder einräumen müssen“, so Schettler-Anwalt Diehl. So dass der Betrieb wieder fortgesetzt werden kann.

Bestehende Buchungen für Veranstaltungen übers Jahresende hinaus

Kraftwerk-Pächter Ronny Schettler hatte bereits am gestrigen Dienstag gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ erklärt, dass er Buchungen für Veranstaltungen „bis übers Jahresende hinaus“ habe.

Renommee der Erlebnisgastronomie sehr geschadet

Speziell den wohl durch Werner Severin veranlassten Austausch der Schlösser am „Kraftwerk Relax“ und die dadurch verursachte Betriebsschließung über mehrere Tage bezeichnete der Soester Rechtsanwalt Olaf Diehl gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ als sehr unglücklich. 

Dies habe dem Renommee der Erlebnisgastronomie sehr geschadet. Egal ob sein Mandant, der seit 2007 als Pächter im „Kraftwerk Relax“ ist, dort weiterhin tätig bliebe oder ob ein anderer Pächter komme.

Werner Severin ist für Medienvertreter nicht erreichbar

Theoretisch könnte Werner Severin – der derzeit für Medienvertreter nicht erreichbar ist – das „Kraftwerk Relax“ auch wieder in Eigenregie führen.

Bereits bei der Eröffnung der Erlebnisgastronomie, deren Einrichtung auf seine kreativen Ideen und sein unternehmerisches Engagement zurückgeht, war er als kaufmännischer Geschäftsführer zusammen mit einer gastronomischen Betriebsleiterin angetreten. Allerdings mit erheblichen Anfangsschwierigkeiten.

Nach Einschaltung eines fachlichen Unternehmensberaters übergab Severin das Objekt schließlich in Pächterhand.

Erste Konzession im Juli 2005   

Nach seiner Konzessionserlangung bei der Stadt Werl im Juli 2005 folgten allerdings mehrere Nachfolger, die sich meist erfolglos mit dem Betrieb versuchten.

Dort, wo andere glückliche Stunden verbrachten und verbringen, blieben die Inhaber wohl meist unglücklich. Das „Kraftwerk Relax“, es „schwächelt“. Und „relaxt“ sind derzeit vermutlich weder Eigentümer Werner Severin noch  Pächter Ronny Schettler … „Advent, Advent – die Hütte brennt“.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


STICHTWORT „Kraftwerk Relax“

Das „Kraftwerk Relax“, welches  im Sommer 2005 eröffnet wurde, ist eine Erlebnisgastronomie im alten Heizkraftwerk des ehemaligen britischen Militär-Camps im Werler Stadtwald, direkt an der Ortsgrenze zur Gemeinde Wickede (Ruhr).

Neben einer weitläufigen Außenterrasse mit stilistisch verschiedenen Biergärten und einem Abenteuerspielplatz für Kinder mit einem echtem Jeep, einer großen ausrangierten Lok namens „Emma“ und einem „Piratenschiff“ sowie einer 35-Meter-Seilbahn, gibt es einen ausgedehnten Innenbereich. 

Dazu gehört ein riesiger treibhausähnlicher Wintergarten mit Sandstrand und Beach-Einrichtung ebenso wie eine Zone in altenglischer Club-Atmosphäre.

Im rustikalen „Kesselhaus“ gibt es Dancefloor und Video-Präsentationen im XXL-Format, so dass man dort bei den organisierten Motto-Partys „abtanzen“ kann.

„Cuba-Feeling“ stellt sich an der „CohiBar“ ein. Eine Cocktailbar in Form einer urigen Strandhütte aus Kokos, Bast und Bambus.

Das von dem damaligen Wickeder Werner Severin konzipierte „Kraftwerk Relax“ ist also schon eine kleine Sehenswürdigkeit an der Ortsgrenze zwischen der Stadt Werl und der Gemeinde Wickede (Ruhr). Eine Erlebnisgastronomie, die immer wieder Besucher aus dem weiten Umfeld anzieht. Vielleicht aber doch nicht genügend, so dass Umsatz und riesiger Kostenapparat in keinem positiven Verhältnis stehen.

Kraftwerk Relax: Restaurant, Cocktail-Bar, Tanzbar FOTO: ANDREAS DUNKER
Kraftwerk Relax: Restaurant, Cocktail-Bar, Tanzbar FOTO: ANDREAS DUNKER

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