Februar: Sexualdelikt innerhalb der Flüchtlingsunterkunft

15.04.2015

WIMBERN. Im ersten Quartal habe man einige Dutzend Polizei-Einsätze in der „Zentralen Unterbringungseinrichtung“ für Asylsuchende in Wimbern registriert. Dies erklärte Peter Andres, Kriminaldirektor und Leiter der Verbindungsstelle der Polizei zur Bezirksregierung Arnsberg in Flüchtlingsangelegenheiten, am heutigen Mittwoch (15. April 2015) im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“. Etwa ein Dutzend Einsätze davon seien aber „medizinische Notfälle“ gewesen, bei denen die Polizei neben dem Rettungsdienst mit alarmiert worden sei.

Zu Straftaten von Flüchtlingen aus der „Mendener Straße 52“ außerhalb der Einrichtung – beispielsweise in der Wickeder Ortsmitte – lägen ihm keine konkreten Zahlen vor, so Andres. Die neu geschaffene Polizei-Stelle in Arnsberg verzeichne nur die Einsätze innerhalb der Einrichtung. Delikte außerhalb der Flüchtlingsunterkunft würden bislang nicht besonders registriert und ausgewertet.

Bevor die Lage eskaliert …

Zur Zahl der Einsätze und Straftaten im Verhältnis zur Menge der untergebrachten Menschen, erklärte Andres, dass die Kriminalität in der Flüchtlingsunterkunft nicht besonders hoch sei. Wörtlich sagte Kriminaldirektor Peter Andres: „Wir werden sehr häufig von dem Sicherheitsdienst auf niedrigem Niveau angerufen, wenn man merkt, dass die Lage eskalieren könnte!“

„Hellfeld“ und „Dunkelziffer“

Ladendiebstähle, Autoaufbrüche und Körperverletzungen durch Flüchtlinge außerhalb der Einrichtung würden nicht aufgelistet. Zudem könne die Polizei-Statistik nur das „Hellfeld“ aufzeigen, sprich die angezeigten Delikte, die auch noch Flüchtlingen zugeordneten werden könnten. – Über die „Dunkelziffer“ von Diebstählen wolle er nicht spekulieren.

Flüchtlinge mehr im Fokus

Fakt sei aber auch, dass die Flüchtlinge durch ihr anderes Aussehen häufig viel mehr im öffentlichen Fokus stünden als deutsche Straftäter. Andres: „Das Entdeckungsrisiko bei Diebstählen ist größer, da sie mehr unter Beobachtung stehen!“

Zur erhöhten Anzahl von Ladendiebstählen meinte Andres, dass die Asylsuchenden für eine größere Kaufkraft und mehr Umsatz in den Geschäften sorgten. Hierdurch stiege auch die Anzahl der Diebstähle.

Häufiger Wohnortwechsel erschwert Strafverfolgung

Zur weiteren Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft erklärte Andres: „Kleinere Vergehen werden häufig eingestellt, weil man dem Täter nicht mehr habhaft wird.“ Denn gerade in der Anfangszeit ihrer Ankunft in Deutschland würden die Asylsuchenden ja häufig den Wohnort wechseln, da sie vom Staat von einem Ort zum anderen geschickt würden.

Nur wenn eine erkennbare Fluchtgefahr vor einem Gerichtsprozess vorliege, beantrage die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl und fordere Untersuchungshaft.

Bei Ersttätern kaum Strafverfolgung

Eine „erste Straftat“ würde zudem kaum von der Staatsanwaltschaft verfolgt – dies gelte für Deutsche wie für Flüchtlinge. Da die Neuankömmlinge hier in Deutschland aber meist noch nicht aktenkundig seien, würden Verfahren häufig eingestellt. Ein Strafantrag würde dann kaum von der Justiz gestellt. Gerichtliche Klage erhebe die Staatsanwaltschaft sowieso in der Regel nur bei Körperverletzungen und Verbrechen wie Raub und so weiter.

Einsätze und Straftaten im ersten Quartal 2015

Für Januar 2015 berichtete Andres von vier angezeigten Diebstählen innerhalb der Wimberner Einrichtung sowie Randale, Ruhestörung und missbräuchlicher Nutzung einer Brandmeldeanlage (BMA).

Im Februar habe man ein Sexualdelikt innerhalb der Unterkunft sowie ein Hilfeersuchen und „eine verdächtige Person“ verzeichnet.

Während des vergangenen Monats März habe es dann eine erhöhte Einsatzzahl gegeben. Unter anderem habe es sich dabei um Bedrohungen, Diebstähle, Hausfriedensbruch und Körperverletzungen gehandelt. Zudem habe es erneut eine missbräuchliche Nutzung eines Notrufes gegeben. Rund die Hälfte der Einsätze seien aber „medizinische Notfälle“ gewesen.

Frühzeitige Alarmierung durch Flüchtlingsbetreuer

Vielfach würde die Polizei bei Streitigkeiten von Bewohnern nur vorsorglich vom hauseigenen Sicherheitsdienst der „Zentralen Unterbringungseinrichtung“ gerufen, um frühzeitig deeskalierend einzuwirken.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Peter Andres FOTO: ANDREAS DUNKER
Peter Andres FOTO: ANDREAS DUNKER

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