Bürgerhaus: Drei Namen für einen Raum

13.05.2015

WICKEDE. Die "Altenstube", die "Bücherei", der "große Saal" – diese Raumbezeichnungen waren früher wohl vielen Wickeder Bürgern ein Begriff. Alles Teile des Bürgerhauses, der "guten Stube" der Gemeinde Wickede (Ruhr). – Und als das Veranstaltungszentrum nach einigen Jahren etabliert war, wussten die meisten auch, wo der "Nord-West-Trakt" war, ohne einen Kompass zu benutzen.

Nachdem die Bibliothek vom Bürgerhaus in den alten Bahnhof umgesiedelt und die "Altenstube" zum Seminarraum "S1" umgewandelt wurde, musste sich manch einer erst an die neuen und sehr abstrakten Raumbezeichnungen gewöhnen. Doch auch "S1", "S2" und "S3" waren nach einigeN Monaten den meisten Nutzern bekannt.

Kurz nach seinem Amtsantritt in Wickede befand Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) diese Kürzel allerdings für zu abstrakt und zu unpersönlich.

Deshalb hatte er eine Idee: Warum die Räume nicht ebenso wie Säle auf Landesebene einfach mit geografischen Bezeichnungen versehen. Denn in Düsseldorf gibt es die Räume "Westfalen", "Rheinland" usw. als "Huldigung" an die Landesteile Nordrhein-Westfalens.

So teilte Michalzik dem politischen Rat der Kommune kürzlich mit, dass man die Räume und Säle im Bürgerhaus nach Ortsteilen der Gemeinde und anderen geografischen Bezeichnungen wie "Am Lanferbach", "Gut Scheda" und "Ruhrtal" benennen werde.

Gesagt, getan.

Inzwischen haben die Hausmeister die optisch nicht gerade sehr schönen Aluminiumschilder überall im Bürgerhaus angebracht.

Und wenn jetzt beispielsweise ein Wiehagener eine Familienfeier in der "guten Stube" der Gemeinde feiern möchte, kann er nach "Echthausen" ins Bürgerhaus nach Wickede einladen. - Mit "Echthausen" ist dabei natürlich der entsprechend benannte Saal gemeint.

Und ein Paar welches standesamtlich heiraten möchte, kann sich das Ja-Wort auf dem Standesamt im Rathaus geben oder zusammen mit einer größeren Gesellschaft "Am Lanferbach" heiraten. Nein, nicht "outdoor", außen am Bachlauf. Drinnen im Bürgerhaus im "Trauzimmer" oder auch weiterhin "Seminarraum 3".

Vielleicht könnte man ja in solch einem Seminarraum – egal ob "Gut Scheda", "Am Lanferbach" oder Gott weiß wo –  auch mal ein Seminar zum "babilonischen Raumnamensgewirr" im Bürgerhaus abhalten und den Nutzern mal eine Schulung zur Orientierung bei drei Bezeichnungen für einen Raum bieten.

Vielleicht könnte man aber auch irgendwo noch einen "Raum der Stille" - wie im Düsseldorfer Landtag - einrichten, damit sich der Bürgermeister noch mal in aller Ruhe überlegen kann, ob seine Idee für die zusätzlichen und neuen Raumnamen im Bürgerhaus wirklich sinnvoll ist. Denn eigentlich hat unsere Kommune ganz andere Probleme …

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" 

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FOTO: ANDREAS DUNKER
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