Sekundarschule: Bau wird rund eine Million teurer

27.05.2015

WICKEDE (RUHR). Kostenexplosion bei der Kommune: Eine Bauruine – oder rund eine Million Mehrkosten für den Um- und Erweiterungsbau der Gerken- beziehungsweise Sekundarschule? Vor dieser Frage steht am morgigen Donnerstag der politische Rat der Gemeinde Wickede (Ruhr). Denn die Baukosten steigen mindestens von 5,3 auf 6,285 Millionen Euro, erklärte Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) am heutigen Mittwoch (27. Mai 2015) in einer nur wenige Stunden zuvor eilig einberufenen Pressekonferenz vor lokalen Medienvertretern.


Für den seit knapp einem Jahr im Amt befindlichen Bürgermeister gibt es nur den schnellen Weiterbau – trotz der erheblichen Mehrkosten. Dies machte Michalzik gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ deutlich. Einen anderen Ausweg aus dem „Dilemma“ sieht der Rathaus-Chef nicht.

Bei der Pressekonferenz wurde er durch Markus Kleindopp als verantwortlichem Fachbereichsleiter für das Bauwesen und Kämmerer Christian Wiese unterstützt.

Kostenschätzungen viel zu niedrig

In einer schriftlichen Pressemitteilung erklärte Michalzik, dass die ursprünglich vom Lippstädter Architekten und Diplom-Ingenieur Bernd Passgang angesetzten Kostenschätzungen viel zu niedrig seien.

Die Verwaltung schlage deshalb nun eine Aufsplittung der Mehrkosten von rund einer Million auf das laufende und auf das kommenden Haushaltsjahr vor. 2015 wolle man einen Betrag von 375.000,00 Euro und in 2016 eine Summe von rund 610.000,00 Euro zusätzlich einsetzen.

Der Bau an der weiterführenden Schule müsse aber weiter gehen. Dies sei man Schülern, Lehrern und Eltern schuldig, hieß es fraktionsübergreifend.

Eine Aufarbeitung der juristischen Schuld und fachlichen Fehler, die ursächlich für die Kostenexplosion seien, müsse dahinter angestellt werden.

SPD: Michalzik nicht an Misere schuld

Trotzdem – so sind sich zumindest CDU und SPD einig – müsse es eine Art „Untersuchungsausschuss“ geben, der die Ursachen für das „Dilemma“ ermittele. Hierzu bedürfe es vermutlich eines externen Experten, der die Kommunalpolitiker als Sachverständiger neutral beraten könne, so Julian Bräker (SPD). Er nahm sofort den neu gewählten Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) in Schutz, der als „Neuling“ in Rat und Verwaltung am wenigsten für die Misere könne.

Gemeinde arbeitet mit Haushaltssicherungskonzept

„Die erkennbare Lücke zwischen Ausgangszahlen und den jetzt absehbaren Kosten ist erheblich. Sie ist sehr ärgerlich und finanziell hart für unsere Gemeinde, die seit 2013 mit einem Haushaltssicherungskonzept arbeitet“, so Bürgermeister Michalzik.

Die „Lücke“ ist dabei allerdings wohl ein „riesiges Loch“, wenn man berücksichtigt, dass auf die ursprünglich geplanten 5,3 Millionen Euro nochmals rund eine Million Euro drauf kommen.

Politik steht weiterhin zur Sekundarschule

Eine Bauruine oder -verzögerung auf Grund fehlender finanzieller Mittel wollten die Politiker allerdings vermeiden, hieß es von verschiedenen Seiten.

Man stehe weiterhin zu der neuen Sekundarschule.

Fraktionen erst vor zwei Wochen vom Rathaus informiert

Die Fraktionen seien bereits vor etwa zwei Wochen über die unplanmäßige Kostensteigerung informiert worden, hieß es. Seitdem gäbe es unter anderem in den Fachausschüssen sowie Parteigremien intensive Diskussionen.

FDP-Vorsitzende und -Ratsfrau Christa Lenz meinte, dass ihre Fraktion völlig von der Nachricht überrascht worden sei und sie die enorme Kostensteigerung als sehr ärgerlich ansehe.

Zustimmung zum teureren Bau nur „mit Bauchschmerzen“

Partei- und Fraktionsvorsitzender Lothar Kemmerzell von „Bündnis 90 / Die Grünen“ erklärte gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“, dass man der Genehmigung der notwendigen Mehrkosten nur „mit Bauchschmerzen“ zustimmen werde. – Insbesondere, da eine Vielzahl der Schüler der Sekundarschule von auswärts kämen und es teilweise bei den Wickeder Eltern noch an der Akzeptanz der weiterführenden Schule vor Ort mangele.

Kritik von CDU und SPD am Lippstädter Planungsbüro

CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender Thomas Fabri betonte, dass die Information über die Mehrkosten von etwa einer Million Euro sein „Vertrauensverhältnis zum Architekten arg gestört“ hätten. Er sehe „einen großen Teil der Schuld“ bei dem Lippstädter Planungsbüro.

Auch SPD-Ratsherr Julian Bräker meinte, dass das beauftragte Architekturbüro „zweifelsfrei schwere Fehler gemacht“ habe.

Die Kostenexplosion sei „extrem bitter“ für die Kommune. – Trotzdem plädierte auch Bräker für den zügigen Weiterbau trotz Mehrkosten.

Den Fraktionssprecher der Wickeder "Bürgergemeinschaft" (BG) erreichten wir leider bis Redaktionsschluss nicht. Wir werden eine Stellungnahme schnellstmöglich nachreichen, sofern sie uns vorliegt.

BRIGITTA DUNKER und ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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