„ISIS-Kämpfer“ schlägt in Wickede zu – Staatsschutz bestätigt Vorfall

05.11.2015

WICKEDE / WIMBERN. Der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Dortmund wurde von der Kreispolizeibehörde Soest eingeschaltet, nachdem ein „ISIS-Kämpfer“ eine syrische Flüchtlingsfamilie sowie Einheimische in der Wickeder Ortsmitte beleidigt und bedroht sowie einen Mann leicht verletzt haben soll. – Die religiösen und politischen Konflikte aus dem „Nahen Osten“, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt, sind mit den Flüchtlingen nun auch in der Ruhrgemeinde angekommen.

Wie die Pressestelle des Dortmunder Polizeipräsidiums auf Anfrage von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ bestätigte, habe es am 22. Oktober 2015 tatsächlich einen entsprechenden Vorfall in Wickede (Ruhr) gegeben. Ein stark alkoholisierter Libyer, der zu dem Zeitpunkt als Asylsuchender in der Flüchtlingsmassenunterkunft in Wimbern wohnte, habe in der Ortsmitte randaliert und Streit mit anderen Leuten angefangen. Zudem gäbe es eine Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den 34-jährigen Nordafrikaner, der einen wildfremden Passanten verletzt haben soll.

Libyer gibt sich gegenüber syrischer Familie als „ISIS-Kämpfer“ aus

Wie ein örtlicher Geschäftsmann im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ mitteilte, hätte der völlig betrunkene Flüchtling bereits in seinem Ladenlokal mit Pöbeleien begonnen.

Unter anderem habe der stark alkoholisierte Libyer eine syrische Flüchtlingsfamilie „angemacht“, die als Kunden in dem Wickeder Geschäft zugegen waren. Auf Arabisch habe sich der Nordafrikaner den Syrern gegenüber angeblich als „ISIS-Kämpfer“ zu erkennen gegeben.

In Syrien habe er gegen Leute wie sie gekämpft, soll der betrunkene Nordafrikaner geprahlt haben und die Syrer als ungläubige und minderwertige Menschen beschimpft haben. – Dies geht aus Aussagen des Wickeder Geschäftsmannes gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ hervor, der selbst Migrant ist und libanesische Wurzeln hat.

In der Ortsmitte weiter randaliert und lauthals herumkrakelt

Nachdem man den stark alkoholisierten Libyer aus dem Laden gedrängt habe, hätte er auf der Straße weiter randaliert und lauthals krakelt.

Angaben des Geschäftsinhabers zufolge soll der Libyer anschließend draußen zwei Glasflaschen so gegeneinander geschlagen haben, dass sie zerbrachen und aus den Scherben spitze „Waffen“ wurden – mit denen der Libyer einige Umstehende bedrohte. 

Ein Taxi-Fahrer, der mit seinem Auto gegenüber des Geschäftes stand, hätte schließlich telefonisch die Polizei alarmiert.

Kreispolizeibehörde Soest schaltete Dortmunder Staatsschutz ein

Der „ISIS-Kämpfer“ habe sich dann offensichtlich auf den Rückweg in die „Zentrale Unterbringungseinrichtung“ (ZUE) nach Wimbern gemacht. In Höhe der Gaststätte Erlenhof hätte die zu Hilfe gerufene Polizei den betrunkenen Randalierer aber schließlich aufgegriffen und in Gewahrsam genommen, hieß es.

Aufgrund seiner Behauptungen er sei „ISIS-Kämpfer“ schaltete die Kreispolizeibehörde Soest den Dortmunder Staatsschutz ein.

Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt

Nachdem der 34-jährige Libyer im Polizeigewahrsam ausgenüchtert war, wurde er zu dem Vorfall befragt. Dabei hätten die Beamten des Staatsschutzes allerdings keine Zugehörigkeit des Nordafrikaners zu der brutalen islamistischen Terrormiliz feststellen können, erklärte Polizei-Sprecherin Dana Seketa im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“.

Neben der Anzeige wegen Körperverletzung lägen der Polizei keine weiteren Strafanzeigen gegen den randalierenden Flüchtling vor, betonte Seketa.

Über weitere Bedrohungen und Sachbeschädigungen – von denen der Wickeder Geschäftsmann berichtete – habe man keine Kenntnis erlangt, so die Pressestelle des Dortmunder Polizeipräsidiums.

Polizei prüft, ob weitere Straftatbestände vorliegen

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft habe man den 34-jährigen Libyer nach seiner Ausnüchterung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Eine Verbindung des Nordafrikaners zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ habe man bislang nicht feststellen können.

Offenbar maß der polizeiliche Staatsschutz allein der Selbstbezichtigung des Mannes im alkoholischen Vollrausch keine wesentliche Bedeutung bei und hatte daran berechtigte Zweifel.

Weiterhin geprüft würde aktuell noch, ob die folgenden Straftatbestände vorlägen, ergänzte Polizei-Sprecherin Dana Seketa: Volksverhetzung, Verstoß gegen das Vereinsgesetz, Bildung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland sowie illegaler Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland.

Den Fall habe der polizeiliche Staatsschutz inzwischen an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergereicht.

34-jähriger Libyer wurde in eine andere Unterbringungseinrichtung verlegt

Der 34-jährige Libyer ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. – Laut Pressesprecher Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung Arnsberg wurde der Nordafrikaner nach dem Alkoholexzess in eine andere Unterbringungseinrichtung verlegt.

Insgesamt sei die Lage – bis auf diesen Fall – aus behördlicher Sicht in Wickede (Ruhr) aber recht ruhig, betonte Bezirksregierungssprecher Söbbeler am heutigen Dienstag (5. November 2015). Bis auf einen geringen Anstieg der Ladendiebstähle gäbe es durch die Flüchtlinge aus der Massenunterkunft in Wimbern keinen wesentlichen Anstieg der polizeilichen Kriminalitätsstatistik in der Ruhrgemeinde.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

ANZEIGE
Symbolbild ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Symbolbild ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

Anmeldung zum Newsletter

Lassen Sie sich aktuell per E-Mail über die wichtigsten Schlagzeilen informieren!

 
 

ANZEIGEN

ANZEIGE_Löwen-Apotheke_Ruhr_Apotheke
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE Stadtwerke-Froendenberg
Anzeige
 
 
ANZEIGE
ANEIGEN
 
 
 
 

Gefördert mit finanziellen Mitteln der LfM-Stiftung "Vor Ort NRW."

LOGO Vor Ort NRW
 
 

TERMINE

BUTTON