Klassenkameraden und andere Weggefährten trauern um ermordete Susanne F.

26.05.2016

HÖXTER / WICKEDE (RUHR). „Gequältes Todesopfer aus dem Horror-Haus in Höxter wuchs in Wiehagen und Wickede auf“ – diese grausame Nachricht, die „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ am 4. Mai 2016 veröffentlichte, sorgt seitdem für Entsetzen und Trauer bei vielen Bürgern in Wickede (Ruhr).

Denn die verstorbene Susanne F. hatte beispielsweise noch bis zum Februar 2016 regelmäßigen Kontakt zu einer Schulfreundin in Wimbern und berichtete ihr von einer neuen großen Liebe, die dann alsbald aber leider zu einem Martyrium für die 41-Jährige wurde, die von einem scheinbar sadistisch veranlagten Paar in einem alten Bauernhaus in Höxter-Bosseborn gefangen gehalten und zu Tode gequält wurde (wir berichteten).

Beim Klassentreffen in Wickede vermisst: Susanne F. war da bereits tot

Vermisst wurde die ehemalige Mitschülerin auch beim Treffen des Abschlussjahrganges 1991 der Gerken-Hauptschule am 29. April 2016 in Wickede. Denn bei der fröhlichen Wiedersehenfeier in den „Bürgerstuben“ war den Anwesenden noch nicht bewusst, dass es sich bei der am 21. April 2016 verstorbenen Frau, die zuletzt im niedersächsischen Bad Gandersheim gemeldet war, um ihre ehemalige Klassenkameradin „Susanne“ handelte.

Einige von den Mitschülern hatten Susanne F. wohl letztmals bei einem Ehemaligentreffen vor zwei Jahren gesehen.

Gedenkfeier am Freitag, 27. Mai 2016, um 19.30 Uhr in der katholischen Kirche

In einer Trauerandacht in der katholischen St.-Antonius-Kirche in Wickede wollen ehemalige Klassenkameraden und andere Weggefährten des Opfers am Freitag, 27. Mai 2016, um 19.30 Uhr gemeinsam der misshandelten und ermordeten Frau gedenken, die Kindheit und Jugend in Wiehagen und Wickede verbrachte. – Die Anregung dazu war von ehemaligen Mitschülern gekommen.

Vikar gibt keine Details zu geplanter Trauerandacht bekannt

Zelebriert werden soll die Gedenkfeier von Vikar Alexander Plümpe, der sich am gestrigen Mittwoch (25. Mai 2016) allerdings nicht gegenüber Medienvertretern dazu äußern wollte. – Offenbar hat der Seelsorger die Angst, dass die Trauerveranstaltung zu einem öffentlichen Spektakel verkommen könnte.

Eine örtliche Tageszeitung hatte bereits persönlichste Details aus den Kinder- und Jugendtagen von Susanne F. veröffentlicht, die aus Gründen des Opferschutzes eigentlich nicht publiziert werden sollten. – Denn der erste Ehemann der Ermordeten, der zusammen mit ihr einen minderjährigen Sohn hat, lebt noch immer im Wiehagener Haus der verstorbenen Pflegeeltern von Susanne F.

Staatsanwaltschaft hat obduzierten Leichnam zur Beerdigung freigegeben

Oberstaatsanwalt Ralf Meyer aus Paderborn hatte  am gestrigen Mittwoch (25. Mai 2016) im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ mitgeteilt, dass der Leichnam von Susanne F. nach erfolgter Obduktion inzwischen zur Beerdigung freigegeben sei.

Wo Susanne F. ihre letzte Ruhestätte findet, bleibt abzuwarten. Denn neben ihrem Wickeder Ex-Ehemann und dem ersten Kind hinterlässt Susanne F. angeblich noch einen zweiten Ex-Ehemann mit weiteren Kindern in Dortmund, wie Freunde der Familie berichten. – Sollten sich die Hinterbliebenen nicht um die Bestattung kümmern, könnte theoretisch auch eine Sozialbestattung an ihrem Todesort Northeim oder ihrem letzten Meldeort Bad Gandersheim in Niedersachsen erfolgen.

Bestattungsort bislang nicht bekannt

Dass Susanne F. in Wickede (Ruhr) beerdigt wird, scheint Bekannten der Verstorbenen unwahrscheinlich zu sein. Sie gehen eher von Dortmund aus. – Völlig auszuschließen ist eine Bestattung in der Ruhrgemeinde, wo Susanne F. seit ihrem vierten Lebensjahr bis ins Erwachsenenalter in einer gut situierten Pflegefamilie behütet aufwuchs, allerdings nicht.

Verteidiger des Beschuldigten wirft Polizei grobe Panne vor

Am gestrigen Mittwoch (25. Mai 2016) machten die schrecklichen Verbrechen im sogenannten "Horror-Haus von Höxter" übrigens wieder bundesweit neue Schlagzeilen in vielen Medien, da sich der Verteidiger des inhaftierten Wilfried W. und vermeintlichen Peinigers von Susanne F. öffentlich zu Wort meldete. Der Bielefelder Rechtsanwalt Detlev Binder erhob dabei schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Demnach soll eine Unachtsamkeit von Beamten dazu geführt haben, dass Wilfried W. und seine Ex-Ehefrau Angelika B. nicht schon 2012 – lange vor dem grausamen Tod von Susanne F. und der ebenfalls zu Tode gequältern Annika F. – bei ihren perversen Mißhandlungen von Frauen aufgeflogen seien.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"


LESEN SIE AUCH UNSEREN BEITRAG:

4. Mai 2016: Gequältes Todesopfer aus dem Horror-Haus in Höxter wuchs in Wiehagen und Wickede auf | wickede.ruhr HEIMAT ONLINE

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In der katholischen St.-Antonius-Kirche soll der ermordeten Susanne F. gedacht werden. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
In der katholischen St.-Antonius-Kirche soll der ermordeten Susanne F. gedacht werden. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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