„Tears in heaven“ und reale Tränen: Trauerfeier für Susanne F.

27.05.2016

WICKEDE (RUHR). „Tears in heaven“ – dieser melancholische Song von Eric Clapton erklang am heutigen Freitagabend (27. Mai 2016) in der katholischen St.-Antonius-Kirche in Wickede bei der Trauerandacht für Susanne F. (41). Und Tränen gab es auch bei den wenigen Weggefährten, die daran teilnahmen.

Die in Wiehagen aufgewachsene Susanne F. war bekanntlich infolge eines bestialischen Verbrechens am 21. April 2016 verstorben. Zuvor war sie scheinbar von einem sadistischen Paar im „Horror-Haus von Höxter“ gefangen gehalten, schwer misshandelt und zu Tode gequält worden (wir berichteten).

Glocken riefen zur Gedenkfeier für die Getötete

Die Glocken der katholischen St.-Antonius-Kirche hatten die Gläubigen am heutigen Abend zur Gedenkfeier und zum Gebet gerufen. Doch nur 18 ehemalige Klassenkameraden, Nachbarn und andere Bekannte von Susanne F. versammelten sich in der Kirche, um an die ehemalige Wiehagenerin zu erinnern. – In der Kirchengemeinde war die Getötete als Kind mit zur Kommunion gegangen und in ihrer Jugend gefirmt worden.

Susanne F. als suchenden Menschen charakterisiert

Vikar Alexander Plümpe charakterisierte die getötete Susanne F. als einen suchenden Menschen, der schlussendlich sein Glück nicht gefunden habe. Trotzdem solle man die Biografie von Susanne F. nicht nur auf die negativen Seiten in ihrem Leben reduzieren, so der Theologe und Priester. In der Trauer um und im Gebet für die ehemalige Wiehagenerin habe man sich daher im kleinen Kreise versammelt.

Verstorbene hinterlässt Kinder

Der Seelsorger erinnerte während der Andacht an die Kinder aus zwei geschiedenen Ehen von Susanne F., die durch den Tod der Mutter als Hinterbliebene zu Halbwaisen geworden seien.

Neben „Tears in heaven“ hatte Vikar Alexander Plümpe das Lied „Geboren um zu leben“ von „Unheilig“ als Musik für die Trauerveranstaltung ausgewählt. „Es fällt mir schwer, ohne Dich zu leben“, heißt es darin.

Schreckliches Schicksal nur schwer zu begreifen und akzeptieren

Angesichts des grausamen Verbrechens stehe er fassungslos da, erklärte der katholische Geistliche. Dieses schreckliche Schicksal von Susanne F. könne man nur schwer begreifen und akzeptieren.

Die Peiniger der Verstorbenen hätten die Sehnsucht von Susanne F. nach Liebe und Geborgenheit heimtückisch ausgenutzt. Er hoffe, dass das Verbrechensopfer im Himmel nun seinen Frieden fände.

Folterer fotografierten und filmten ihre grausamen Taten

Auf Erden werden die Opfer aus dem „Horror-Haus von Höxter“ – darunter die getötete Susanne F. – allerdings wohl nicht so schnell ihren Frieden finden. Denn Medien berichteten aktuell darüber, dass die inzwischen inhaftierten Peiniger ihre grausamen Taten und wehrlosen Opfer wohl auf Handyfotos und -videos festgehalten haben sollen.

Nach Angaben eines Anwaltes sollen diese Aufnahmen der Mordkommission „Bosseborn“ (Name des Tatortes, einem Ortsteil der Stadt Höxter) des Polizeipräsidiums Bielefeld bereits zur Auswertung vorliegen.

Vielleicht werden dadurch die schrecklichen Geschehnisse in den letzten Lebenstagen von Susanne F. besser für die Ermittler rekonstruierbar.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Nach der Trauerandacht zündeten mehrere Teilnehmer kleine Kerzen in der katholischen St.-Antonius-Kirche für die getötete Susanne F. an, die in Wiehagen aufwuchs. FOTO: ANDREAS DUNKER
Nach der Trauerandacht zündeten mehrere Teilnehmer kleine Kerzen in der katholischen St.-Antonius-Kirche für die getötete Susanne F. an, die in Wiehagen aufwuchs. FOTO: ANDREAS DUNKER

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