Die Posse um den „Schafstall“ in Wimbern geht weiter

04.06.2016

WIMBERN / SOEST. Das Bauamt des Kreises Soest hat die beantragte Nutzungsänderung eines vermeintlichen „Schafstalls“ am Rande der Siedlung „Nachtigall“ in Wimbern abgelehnt. Dies bestätigte Pressesprecher Wilhelm Müschenborn von der Kreisverwaltung am heutigen Freitag (3. Juni 2016) im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“.

Der Bescheid sei in dieser Woche an das Fachanwaltsbüro in Münster gegangen, welches die Wickeder Besitzer der Immobilie inzwischen juristisch vertrete. Nunmehr hätten die Eigentümer eine Frist von vier Wochen, um auf den zugestellten Brief zu reagieren. Sollte kein Widerspruch erfolgen, erhalte der behördliche Entscheid gegen eine Nutzungsänderung dann nach 30 Tagen seine Bestandskraft. – Auch der politische Rat der Gemeinde Wickede (Ruhr) hatte bekanntlich sein Einvernehmen mit der Nutzungsänderung für das etwas abseits gelegene Gebäude verweigert.

Bauordnungsrechtliches Verfahren ist unabhängig von Genehmigungsverfahren

Der jetzt vom Kreis Soest versandte Ablehnungsbescheid bezieht sich allerdings nur auf Genehmigungsverfahren für eine Nutzungsänderung. Davon unabhängig wird es wohl ein bauordnungsrechtliches Verfahren geben, da Kontrolleure der Kreisverwaltung Soest bekanntlich bei einem Ortstermin in Wimbern festgestellt haben, dass de facto bereits seit Jahren eine illegale Nutzungsänderung für den ehemaligen Schafstall erfolgt ist. – So soll der alte Stall in eine Wohnung umgebaut worden sein, die angeblich sogar lange Zeit von den Eigentümern vermietet worden sein soll (wir berichteten). Bevor die Kreisverwaltung bauordnungsrechtliche Maßnahmen initiiert, wird die Behörde allerdings wohl die oben genannte Reaktionszeit von einem Monat abwarten.

Neuer Nutzungsänderungsantrag wäre möglich

Laut einem Rechtsexperten könnten die Hauseigentümer nämlich beispielsweise auch einen neuen genehmigungsfähigen Antrag für eine Nutzungsänderung einreichen. Dann würde das Prozedere, welches mit der bekannten „Bauvoranfrage“ der Besitzer in Gang gesetzt wurde, in ähnlicher Weise erneut ablaufen.

Eine Entscheidung über den weiteren Nutzungsänderungsantrag wäre dann ergebnisoffen. Denn die Rechtslage ist nicht ganz einfach, da es jüngst noch einige Veränderungen im Baurecht gab, für die wohl noch keine Präzedenzfälle vorliegen.

Langer Weg bis zu einer bestandskräftigen bauordnungsrechtlichen Verfügung

Bis zu einer bestandskräftigen bauordnungsrechtlichen Verfügung scheint es also noch lange hin zu sein. Zumal vieles im Ermessen der Aufsichtsbehörde liegt und man schlecht einordnen kann, wie diese schlussendlich wirklich reagiert. Die negativen Konsequenzen für den Eigentümer reichen gesetzlich von der Untersagung einer bestimmten Nutzung bis hin zu einer sogenannten Abriss-Verfügung als sicherlich stärkstem Mittel.

Die kuriose Geschichte um den „Schafstall“ in Wimbern, der gar keiner mehr ist, wird uns also voraussichtlich noch einige Episoden bescheren.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Rot eingekreist: die Lage des vermeintlichen "Schafstalls" neben der Siedlung "Nachtigall" in Wimbern QUELLE: GEMEINDE WICKEDE (RUHR)
Rot eingekreist: die Lage des vermeintlichen "Schafstalls" neben der Siedlung "Nachtigall" in Wimbern QUELLE: GEMEINDE WICKEDE (RUHR)

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