Die Politesse und die Presse …

06.10.2016

WICKEDE (RUHR). Fiese Tricks hat sich jetzt die Gemeindeverwaltung Wickede (Ruhr) zur Aufbesserung ihrer maroden Finanzsituation einfallen lassen.

So wurden die Vertreter der örtlichen Medien am heutigen Donnerstag (6. Oktober 2016) für Punkt 14.30 Uhr zur Vorstellung der neuen Verwaltungsleitung (siehe eigenen Bericht) ins Rathaus einbestellt.

Das Chefsekretariat teilte einem der etwas früher erschienen Journalisten dann aber vor Ort mit, dass sich der Termin um eine Stunde nach hinten verschieben würde, da Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) noch im wichtigen Interview mit einem ZDF-Fernsehteam sei, welches ihn zum Thema „Flüchtlinge“ interviewen würde.

Einstündige Verspätung beim Pressetermin

Der Lokaljournalist nutzte die nicht geplante Wartezeit, um die Fachbereichsleiter der Gemeindeverwaltung schon mal fürs Bildarchiv von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ fotografisch festzuhalten. Und das ein oder andere Hintergrundgespräch zu führen.

Mit etwa einstündiger Verspätung fand dann schließlich doch noch die gemeinsame Vorstellung der neuen Fachbereichsleitungen im Bürgermeisterbüro statt. Danach standen die letzten drei Porträtfotos fürs Redaktionsarchiv an. – Ganz zum Schluss ein Bild des neuen stellvertretenden Fachbereichsleiters Meinolf Stromberg im Ordnungsamt. Um dabei einen neutraleren Hintergrund fürs Fotoshooting zu bekommen, wich man ins gerade leere Nachbarbüro aus, wo normal die Politesse der Gemeinde ihren Dienstsitz hat. Danach verabschiedete sich der Lokaljournalist, um den Rückweg in die Redaktion anzutreten.

Strafmandat trotz Parkscheibe

Am Auto angekommen, musste er jedoch feststellten, dass er trotz Parkscheibe ein Strafmandat hinter dem Scheibenwischer klemmen hatte. „Tatvorwurf: Sie überschritten (…) die zulässige Höchstparkdauer“ – Verwarnungsgeld: 15 Euro.

Und alles nur, weil der Bürgermeister den lokalen Onlinejournalisten wegen des Fernsehteams hatte warten lassen.

Warnung vor der „Zettelhexe“

Zurück in der Redaktion las der Journalist dann noch in Facebook die kurz zuvor gepostete Warnung eines Wickeder Bürgers: „Achtung, die Zettelhexe ist wieder unterwegs!“

Unsere Redaktion wird die kommunale Politesse aber trotz des Strafmandates weiterhin als „Knöllchenfee“ titulieren – und nicht als „Zettelhexe“. Denn sie macht ja nur ihren Job.

Und den macht sie gut. Denn wie die Dame mitteilte, gibt es bei ihr keinen „Pressebonus“ und auch keinen „Kollegenrabatt“ beim Falschparken in der Ruhrgemeinde. So habe sie während der wenigen Monate seit Dienstantritt inzwischen schon etwa ein halbes Dutzend „Knöllchen“ an Fahrzeuge von Kollegen aus dem Rathaus heften müssen. Die meisten Verwaltungsmitarbeiter hätten ihr dies auch nicht übel genommen.

Der betroffene Lokaljournalist hofft nur, dass es keine böswillige Absicht des Bürgermeisterbüros war, ihn stundenlang im Rathaus „festzuhalten“, damit die Politesse zwischenzeitlich ein „Knöllchen“ an seinen Pkw klemmen konnte, um so die Gemeindefinanzen zu sanieren …

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


ANMERKUNG DER REDAKTION: Wir wollen der Gemeindeverwaltung natürlich keine "fiesen Tricks" bei der Sanierung ihrer Finanzen unterstellen. Der obige Beitrag greift den dummen Zufall einfach nur in etwas satirischer Form auf.

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"Knöllchen" FOTO: ANDREAS DUNKER
"Knöllchen" FOTO: ANDREAS DUNKER

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