LEADER läuft nur langsam: Bislang noch kein Projekt für Wickede (Ruhr) bewilligt

08.10.2016

WICKEDE (RUHR) / NRW. Zwischen „Enthusiasmus“ (Begeisterung/Schwärmerei) und „Enttäuschung“ schwanken offenbar die Emotionen der Beteiligten beim EU-Förderprogramm „LEADER“. – Dies zeigte sich am heutigen Samstag (8. Oktober 2016) beim Treffen einiger Vertreter der 28 neuen LEADER-Regionen aus Nordrhein-Westfalen. An der Veranstaltung im Bürgerhaus der Gemeinde Wickede (Ruhr) nahm am Vormittag auch Nordrhein-Westfalens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) teil.

Deutlich wurde bei den Diskussionen zwischen Referenten und Teilnehmern, dass viel zu häufig bürgerschaftliches Engagement durch die Bürokratie der Behörden ausgebremst wird und parallele Programme mit Fördergeldern sich gegenseitig teilweise blockieren.

Bürgermeister Michalzik möchte Prozess wieder in Fahrt bringen

Um Projekte wirklich zu realisieren bedürfe es häufig eines langen Atems, meinte denn auch Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“. In der Ruhrgemeinde sei bislang noch „kein Projekt“ angemeldet worden, wenngleich es bereits 2014 erste Ideen-Werkstätten gegeben habe.

Selbst in der gesamten Leader-Region „Börde trifft Ruhr“ mit den Städten Fröndenberg und Werl sowie den Gemeinden Ense, Welver und Wickede (Ruhr) seien bislang erst für drei umsetzungsreife Projekte wirklich Zusagen zur finanziellen Förderung erfolgt, hieß es.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) zeigte sich trotzdem während der Veranstaltung verhalten optimistisch, dass „LEADER“ noch Vorteile für die Region bringen werde. Er möchte den Prozess jedenfalls wieder in Fahrt bringen.

Positive Erfahrungen bei der Realisierung von Förderprojekten

Mut zugesprochen wurde den Anwesenden von Eslohes Alt-Bürgermeister Reinhold Weber, der als Vorsitzender der „Lokalen Aktionsgruppe“ der LEADER-Region „4 mitten im Sauerland“ durchaus positive Erfahrungen bei der Realisierung von Förderprojekten in seiner ländlichen Region gemacht hat. Weber bezeichnete allerdings sowohl die bürokratischen Hürden als auch die Motivation von Mitbürgern als Herausforderungen bei „LEADER“.

Der bodenständige und humorvolle Alt-Bürgermeisters aus dem Sauerland gab seinen Zuhörern zudem sehr pragmatische Tipps mit auf den Weg für ihr eigenes Handeln.

Österreicher fabulierte von „Zuvielisation“ und „Inwertsetzung“

Von seinen großen politischen Visionen hatte am Vormittag der Österreichische Bürgermeister Josef Ober fabuliert, der seine teils anregenden und teils abstrusen Thesen in den Raum stellte.

Ober wörtlich: „Die Zuvielisation des Materiellen kann die seelisch-spirituellen Defizite nicht aufwiegen!“ Deswegen bedürfe es einer „Inwertsetzung“.

Eine weitere Behauptung des Österreichers: „Quaität entsteht erst, wenn sie durch eine öffentliche Inszenierung oder ein mentales Erlebnis dazu geworden ist.“ – Deutlich machte Ober diese Marketing-Strategie am Beispiel von fettem Speck, der  auf Grund einer hochwertigen Präsentation in seiner Heimat Steiermark teuer an Kunden verkauft wird.

Fremdwörter, wissenschaftliche Fachbegriffe und unvollendete Schachtelsätze

Eine peinliche Posse im Rahmen des Programms bildete der vermeintlich „wissenschaftliche“ Vortrag von Professorin Dr. Ulrike Grabski-Kieron vom „Institut für Geographie“ aus Münster. In häufig unvollendeten Schachtelsätzen referierte Grabski-Kieron über „LEADER-Entwicklungsprozesse zwischen Strategien und Projekten …“. Mit einem Wust an Fremdwörtern und wissenschaftlichen Fachbegriffen gab sie ihrer zumeist hohlen Rede einen akademischen Anstrich.

Wissen habe die Wissenschaftlerin mit ihrem Wortschwall allerdings nicht geschaffen, so ein kritischer Zuhörer. Ein anderer Teilnehmer nutzte das Referat von Grabski-Kieron schnell als Kaffeepause und verließ den Saal. Trotzdem gab es vom Publikum abschließend artigen Applaus.

Moderiert wurde die Veranstaltung mit knapp 80 Teilnehmern übrigens von Dr. Michael Schaloske vom „Zentrum für ländliche Entwicklung“ des NRW-Umweltministeriums.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) zusammen mit NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) FOTO: ANDREAS DUNKER
Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) zusammen mit NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) FOTO: ANDREAS DUNKER
Vertreter der neuen LEADER-Regionen aus ganz Nordrhein-Westfalen und weitere Interessierte trafen sich im Bürgerhaus in Wickede. Mit dabei: NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (rechts) und Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (2. von links). FOTO: ANDREAS DUNKER
Vertreter der neuen LEADER-Regionen aus ganz Nordrhein-Westfalen und weitere Interessierte trafen sich im Bürgerhaus in Wickede. Mit dabei: NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (rechts) und Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (2. von links). FOTO: ANDREAS DUNKER

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