Mehr als drei Jahre nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz: Untersuchungsbericht bestätigt Spritmangel als Absturzgrund

29.11.2016

WICKEDE (RUHR) / FRÖNDENBERG. Mehr als drei Jahre nach dem schrecklichen Flugzeugabsturz am 27. August 2013 an der Ortsgrenze zwischen Fröndenberg und Wickede hat die „Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung“ (BFU) aus Braunschweig jetzt einen abschließenden Untersuchungsbericht veröffentlicht.

Bei dem Absturz des einmotorigen Flugzeuges vom Typ „Piper / PA-32R-301T“ wurden fünf Personen tödlich verletzt – der Arnsberger Pilot und vier seiner Passagiere. Drei Kinder kamen – wie durch ein Wunder – noch schwer verletzt aus dem völlig zerstörten Luftfahrzeug heraus und überlebten. Allerdings teilweise mit bleibenden Behinderungen und sicherlich einer traumatischen Erfahrung fürs Leben.

BFU-Untersuchungsführer Jens Friedemann lässt in seinem Bericht keinen Zweifel an den Ursachen für das schreckliche Unglück. Wörtlich heißt es:

„Der Flugunfall ist darauf zurückzuführen, dass der Pilot

– das Flugzeug beim Betanken nicht mit für die Gesamtflugstrecke ausreichender Kraftstoffreserve versah

– vor dem Start in Langeoog die noch vorhandene Kraftstoffmenge nicht hinreichend genau überprüfte

– während des Fluges den Kraftstoffverbrauch/-vorrat unzureichend überwachte und den Flug bis zum Ausfall des Triebwerks aufgrund von Kraftstoffmangel fortsetzte

– nach dem Triebwerksausfall trotz erreichbarer, geeigneter Notlandegelände versuchte, den Zielflugplatz noch zu erreichen

– die Hindernisfreiheit beziehungsweise Höhe falsch einschätzte und es zu einer Kollision mit Hindernissen kam“.

Dies macht nochmals klar, dass es wohl die Schludrigkeit des „erfahrenen Piloten“ bei der Flugvorbereitung sowie seine scheinbar maßlose Selbstüberschätzung war, die zum Tode der fünf Menschen und den schwersten Verletzungen der drei Kinder führten. Denn laut BFU „wurden keine Hinweise auf unfallrelevante technische Mängel an dem Luftfahrzeug festgestellt“. Und: „Es herrschten sehr gute Sichtflugwetterbedingungen. Die Wetterbedingungen hatten keinen ursächlichen Einfluss auf den Flugunfall.“

Fehlende Kraftstoffberechnung

Vielmehr heißt es in dem Untersuchungsbericht: „Während sich anhand der im Cockpit gefundenen Dokumente die navigatorische und die meteorologische Flugvorbereitung des Piloten  nachvollziehen ließen, fanden sich keine entsprechenden Hinweise bezüglich einer Kraftstoffberechnung.“ – Ein eklatanter Fehler und ein Verstoß gegen geltende Vorschriften in der Luftfahrt.

Notlandung wäre auf Gelände nahe der Absturzstelle möglich gewesen

Dass der Todes-Pilot nicht rechtzeitig eine Notlandung auf einem der Felder um die Absturzstelle einleitete, ist vermutlich nur durch die Angst des scheinbar selbstüberheblichen und größenwahnsinnigen Piloten vor einem Entzug seiner Fluglizenz und einer hohen Geldstrafe auf Grund des grob fahrlässig verursachten Spritmangels zu erklären. Denn die BFU schreibt: „Das Flugzeug befand sich im Bereich, die für eine Notlandung des Flugzeuges sehr gut geeignet und ohne große Kursänderung im Gleitflug erreichbar waren.“

Illegal war es von dem Arnsberger Privatpiloten übrigens auch im nicht-gewerblichen Luftverkehr gegen Entgelt mehr als fünf Passagiere zu befördern.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Flugzeugabsturz in Fröndenberg ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Flugzeugabsturz in Fröndenberg ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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