Weiterhin nur peinlich: Rathaus will von eigenem Fehler ablenken

05.05.2017

WICKEDE (RUHR). Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) hat in umfangreichen „Anmerkungen“ auf der Homepage der Gemeinde Wickede (Ruhr) zu unserem Beitrag „Peinlicher PR-Text aus dem Rathaus verärgert lokale Händler“ vom 3. Mai 2017 ausführlich Stellung genommen. – In unserem Beitrag ging es um eine Verlautbarung von Ruth Hornkamp, der kommunalen „Wirtschaftsförderin“, die in einem Werbetext für den Wickeder Wochenmarkt wörtlich geschrieben hatte: „IM GEGENSATZ ZUM KLASSISCHEN GESCHÄFTSEINKAUF zeichnet sich der Marktbesuch durch Vorteile wie persönliche Bedienung, fachliche Beratung, vielfältiges Angebot, beste Qualität und echte Frische aus.“

Der Wickeder Bürgermeister gibt in seiner schriftlichen Stellungnahme zu, dass „das Rathaus“ mit dem für die stationären Händler des Ortes überaus brüskierenden Satz wohl „leider schief“ gelegen hätte. Dabei sei die Formulierung des geschriebenen Satzes „aus bester Absicht“ heraus geschehen.

Wörtlich sagt Michalzik in den „Anmerkungen“ auf der kommunalen Homepage: „Mir selbst ist diese Problematik bei der Freigabe der Pressemitteilung (als Bürgermeister verantworte ich alle Pressemitteilungen der Gemeinde, nicht meine Mitarbeiter/innen) nicht aufgefallen, weil eben die Gedanken nur auf ,Nettes zum Markt‘ ausgerichtet waren.“ – Und weiter: „Das bedauere ich. Denn Service, Angebot und Frische der Wickeder Geschäftswelt sind prima!“

Erst ein Bürger machte Verwaltung auf peinliche Passage im PR-Text aufmerksam

Der Bürgermeister spricht dann davon, dass erst ein Bürger das Rathaus auf die ungeheuerliche Behauptung in dem PR-Text aufmerksam gemacht habe, wo es ja wörtlich und ganz unmissverständlich hieß: „Im Gegensatz zum klassischen Geschäftseinkauf zeichnet sich der Marktbesuch durch Vorteile wie persönliche Bedienung, fachliche Beratung, vielfältiges Angebot, beste Qualität und echte Frische aus.“ – Und dies als Formulierung aus der Feder der kommunalen „Wirtschaftsförderin“, die sich ja eigentlich gerade für und nicht gegen ortsansässige Unternehmen aussprechen und einsetzen soll.

Bürgermeister will von fatalem Fehler bei der Formulierung ablenken

In seinen weiteren „Anmerkungen“ versucht der Bürgermeister dann ganz offensichtlich von der Peinlichkeit des PR-Textes der kommunalen Verwaltung abzulenken und nach vermeintlichen Fehlern in der kritischen journalistischen Berichterstattung über selbigen zu fabulieren.

So unterstellt Michalzik der Redaktion von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ doch tatsächlich, dass wir nicht seriös genug recherchiert hätten, da wir uns vor der Veröffentlichung des kritischen Beitrages nicht nochmals mit der Verwaltung in Verbindung gesetzt hätten.

Dazu sei angemerkt, dass uns ja zwei schriftliche Verlautbarungen der Verwaltung vorlagen. Und uns die Formulierung in dem PR-Text bis heute weiterhin ganz unmissverständlich zu sein scheint. Denn dort heißt es ja wörtlich: „Im Gegensatz zum klassischen Geschäftseinkauf zeichnet sich der Marktbesuch durch Vorteile wie persönliche Bedienung, fachliche Beratung, vielfältiges Angebot, beste Qualität und echte Frische aus.“ – Mit anderen Worten: Ganz im Gegensatz zu den reisenden Händlern des Wochenmarktes weist der stationäre Handel in Wickede die genannten Vorteile wohl nicht auf – jedenfalls nach der eindeutigen Aussage und scheinbaren Meinung von „Wirtschaftsförderin“ Ruth Hornkamp.

Wenn solche schriftlichen Statements der Gemeindeverwaltung – nach Ansicht von Bürgermeister Dr. Martin Michalzik – nicht mehr als Grundlage für eine seriöse Recherche ausreichen, was denn dann?

Im Übrigen haben wir mit mehreren Wickeder Händlern gesprochen, die sich alle auf Grund dieses schriftlich fixierten Satzes der „Wirtschaftsförderin“ aus dem Rathaus verunglimpft fühlten und verärgert waren.

Chef der Verwaltung argumentiert mit nachweislichen Unwahrheiten und Unterstellungen

Der Bürgermeister unterstellt uns in seiner „Anmerkung“ auf der kommunalen Homepage übrigens auch noch, dass unser Beitrag nur auf die peinliche Formulierung des einen Satzes aus dem Rathaus und nicht auf die Neuigkeiten bezüglich des Wochenmarktes eingehen würde.

Dies ist aber nachweislich unwahr und falsch. Denn in unserem – zugegeben kritischen – Beitrag vom gestrigen Mittwoch (3. Mai 2017) ist wörtlich nachzulesen: „Nur eine Information in dem peinlichen PR-Text aus der Gemeindeverwaltung hat tatsächlichen Nachrichtenwert: ,Die Markthändler wollen in den Sommermonaten die Verkaufszeit verlässlich verlängern und präsentieren in der Zeit von 8.00 bis 13.00 Uhr ihr Angebot.‘ – Bislang bauten Teile der Marktbeschicker ihre Stände bereits vor 13.00 Uhr ab.“

Außerdem haben wir darauf hingewiesen, dass die Gemeindeverwaltung „das Marketing für einen neuen Anbieter von kleinen Snacks zum Mitnehmen und zum Direktverzehr auf dem Wickeder Wochenmarkt übernimmt und bei sonnigem Wetter sogar noch zusätzliche Sitzmöglichkeiten für dessen Kundschaft seitens des Rathauses bereitstellen will“. – Und dass diese offenbar kostenfreien Dienstleistungen der Kommune für einen privatwirtschaftlichen Marktbeschicker von örtlichen Gastronomen und Mittagstisch-Anbietern sehr kritisch gesehen werden, die diese Wettbewerbsverzerrung mit ihren Steuern mitfinanzieren.

Unlautere Werbung für die Markthändler in Pressemitteilung des Rathauses

Neben diesen Fakten und jeder Menge unlauterer Werbung für die Markthändler waren in dem PR-Text der Kommune keine weiteren Neuigkeiten. (Sie können dies gerne selbst im Originaltext von „Wirtschaftsförderin“ Ruth Hornkamp nachlesen, den wir unten veröffentlichen.)

Wenn der Bürgermeister mit solchen Unwahrheiten argumentiert, mutet es merkwürdig an, dass er bezogen auf unsere sachliche – wenngleich kritische – Berichterstattung über den Vorfall fragt, ob dies „von der Sache her angemessen und im menschlichen Umgang fair ist“.

Unter „fair“ verstehen wir jedenfalls keine Argumentation mit nachweislichen Falschbehauptungen – wie er sie leider in seinen „Anmerkungen“ auf der kommunalen Homepage www.wickede.de ausführt.

Journalisten und Medien müssen Fehler von Verwaltung und Politik aufzeigen

Zurückweisen möchten wir übrigens die Behauptung des Bürgermeisters, dass „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ in irgendeiner Form „Stimmung gegen das Rathaus“ oder die kommunale „Wirtschaftsförderin“ machen würde. Denn unsere Berichterstattung über die Kommune ist überwiegend positiv und wohlwollend.

Dies bedeutet aber nicht, dass wir einen Verlautbarungsjournalismus wie andere Presseorgane betreiben, die PR-Texte aus dem Rathaus allzu häufig unkritisch und weitestgehend unverändert veröffentlichen. Denn wir sind kein Amtsblatt und keine offizielle Homepage der Kommune.

Journalisten und Medien sind dazu da die Fehler von Verwaltungsmitarbeitern und Politikern aufzuzeigen und gelegentlich den Finger in die Wunde zu legen, wenn es auch mal schmerzt.

Dass der Bürgermeister sich für die brüskierende Formulierung in der Pressemitteilung des Rathauses bei den örtlichen Händlern offiziell auf der Gemeinde-Homepage entschuldigt, ist völlig richtig.

Und dass er die Schuld für den Fehler seiner Mitarbeiterin auf seine Schultern nimmt, ist aller Ehren wert.

Danach von dem eklatanten Fehler der Verwaltung ablenken zu wollen, indem er nun den kritischen aber sachlichen Beitrag auf „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ und seinen Autor ins Kreuzfeuer der Kritik nimmt, ist aber – unserer Meinung nach – so nicht korrekt.

Insbesondere wenn er bei seiner Argumentation mit nachweislichen Unwahrheiten und Unterstellungen operiert.

Denn wir wollen der „Wirtschaftsförderin“ ja gar nicht unterstellen, dass sie es mit ihrem PR-Text nicht gut gemeint hätte. – Nur „gut gemeint“ ist manchmal das Gegenteil von „gut gemacht“.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


NACHTRAG: Wir möchten Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) übrigens nichts unterstellen, fragen uns aber doch ernsthaft, warum wir bislang keine Mitteilung über die Beendigung des Rechtsstreites der Gemeinde Wickede (Ruhr) mit dem Land Nordrhein-Westfalen (vertreten durch die Bezirksregierung Arnsberg) bezüglich der Massenunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Marien-Krankenhaus in Wimbern aus dem Rathaus erhalten haben, während unser Mitbewerber "Soester Anzeiger" diese nicht ganz unwichtige Nachricht offenbar spätestens gestern von irgend jemand erhalten hat. – Der "Anzeiger" berichtete übrigens nicht über den peinlichen PR-Text aus dem Rathaus. – Wir wollen aber niemandem etwas unterstellen und recherchieren deshalb noch mal ganz genau, welches Vöglein dem Kollegen Martin Hüttenbrink die interessante Information wohl vorab "gezwitschert" hat. – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) ist eigentlich ein Medien-Profi – hier in seinem Büro im Rathaus bei einem Fernseh-Interview. – Bei dem peinlichen PR-Text zum Wickeder Wochenmarkt übersah aber auch er selbst angeblich den eklatanten Fehler in der Formulierung seiner "Wirtschaftsförderin", der zur Verärgerung bei örtlichen Einzelhändlern in Wickede führte. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) ist eigentlich ein Medien-Profi – hier in seinem Büro im Rathaus bei einem Fernseh-Interview. – Bei dem peinlichen PR-Text zum Wickeder Wochenmarkt übersah aber auch er selbst angeblich den eklatanten Fehler in der Formulierung seiner "Wirtschaftsförderin", der zur Verärgerung bei örtlichen Einzelhändlern in Wickede führte. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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