Riesige Rauchsäule über der Ruhrgemeinde: Feuer ist sogar bis Fröndenberg zu riechen

28.08.2017

WICKEDE (RUHR) / FRÖNDENBERG-WARMEN. Auf eine Gesamtsumme von rund 15.000 Euro schätzt Landwirt Norbert Wellie aus Warmen den Sachschaden, der seinem Betrieb durch den Brand der Strohmiete hinter „Rennebaums Rinderstall“ in der Nacht vom gestrigen Sonntag auf den heutigen Montag (27./28. August 2017) entstanden ist.

Der in der Nachbarstadt Fröndenberg ansässige Käserei-Hof, der als Direktvermarkter auch bei vielen Bürgern der Ruhrgemeinde bekannt ist, hat den Gebäudekomplex und das angrenzende Feld am Warmener Weg in Wickede von Bauer Gerhard Rennebaum aus Wickede gepachtet.

In dem Stall hält die Familie Wellie insgesamt 110 Rinder, die trotz des wenige Meter entfernten Großbrandes  unbeschadet davon gekommen sind und auch nicht in Panik gerieten. Vielmehr ließen sich die Wiederkäuer auch während der emsigen Löscharbeiten vor ihrer Nase heute Nacht noch sichtlich das Futter aus den Raufen des offenen Stalls schmecken.

Schneller Einsatz der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres

Dass die Tiere unbeschadet davon gekommen sind und die Flammen auch nicht auf die landwirtschaftlichen Gebäude übergreifen konnten, ist sicherlich nicht zuletzt der schnellen Meldung des weithin sichtbaren Feuers durch aufmerksame Zeugen an den Notruf 112 der Rettungsleitstelle des Kreises Soest zu verdanken sowie dem zügigen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr).

Mit fünf C-Rohren sorgten die Wehrleute dafür, dass die Flammen und Funken nicht noch die nebenstehenden Bäume und Bauwerke entzündeten. Dabei kam den Brandbekämpfern sicherlich zugute, dass es relativ windstill war und die riesige Rauchsäule auf Grund eines wolkenlosen Nachthimmels nach oben abzog. So war der Großbrand in der Ruhrgemeinde zwar deutlich sichtbar – aber kaum zu riechen. Dafür meldeten die Fröndenberger im sozialen Netzwerk „Facebook“ einen beißenden Brandgeruch bis in ihre Innenstadt.

Brandwache ließ Strohmiete kontrolliert abbrennen

Auch am heutigen Montag ragte noch immer eine riesige Rauchsäule in den inzwischen blauen Spätsommerhimmel. Denn ein kleiner Trupp der Wickeder Feuerwehr ließ die Reste der Strohmiete kontrolliert abbrennen.

Derweil zogen Traktoren mit Frontladern die mehr als 300 Kilogramm schweren Rundballen auseinander. Denn in den fest gepressten Strohballen könnten Glutnester sonst noch tagelang glimmen und für immer neu auflodernde Flammen sorgen.

Norbert Wellie: „Eine Selbstentzündung kann ausgeschlossen werden!“

Pressesprecher Frank Meiske von der Kreispolizeibehörde Soest hielt im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ eine Brandstiftung bei dem Feuer für wahrscheinlich. Und Landwirt Norbert Wellie war sich sicher: „Eine Selbstentzündung kann ausgeschlossen werden!“

Die Ermittlungen eines Straftäters oder eventuell auch mehrerer Straftäter werde allerdings sehr schwierig werden, so Polizeihauptkommissar Frank Meiske. Die zuständige Kriminalpolizei aus Werl werde zwar an der Brandstätte nach Spuren suchen, diese dürften allerdings vermutlich durch das Feuer und das Löschwasser zerstört worden sein. Deshalb hoffe man auf Zeugen, die eventuell verdächtige Beobachtungen gemacht hätten oder sonstige Hinweise auf mögliche Verdächtige geben könnten. Hinweise nehme die Polizei-Wache in Werl unter der Telefonnummer (0 29 22) 9 10 00 entgegen.

Feuerschein war in der Nacht weithin sichtbar

Das Strohfeuer war übrigens in der Nacht weithin sichtbar. Immerhin war die Miete, die in voller Ausdehnung brannte, zirka 50 Meter lang, vier Meter breit und vier Meter hoch.

Immer wieder werden Strohmieten ein Raub der Flammen

Landwirt Wellie muss sich nun um neue Streu für seine Rinder kümmern und wird wohl einige Zeit mit der Wiederbeschaffung des dringend benötigten Strohs beschäftigt sein. Denn schließlich haben die Bauern ihren Jahresbedarf für das eigene Vieh durchkalkuliert.

Bauer Wellie hat deshalb übrigens auch nicht alles Stroh einer Erntesaison an einer Stelle gelagert sondern in acht Mietern in der Warmer Löhn verteilt.

Immer wieder werden Strohlager, seien es offene Mieten auf den Feldern oder sogar komplette Scheunen aber zum Raub von Flammen, da irgendwelche Idioten an dem leicht brennbaren Material herumzündeln und offenbar Spaß daran haben die Ernte der Landwirte in Flammen aufgehen zu sehen.

Brandstifter bleiben häufig unbeobachtet und unbestraft

Pressesprecherin Petra Drees-Hagen vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband berichtete im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“, dass man generell dazu rate die Strohmieten etwas weiter weg von Gebäuden anzulegen, damit bei Bränden nicht auch noch die Immobilien Feuer fingen, wodurch dann auch Menschen und Tiere schnell in Gefahr gerieten. Abgelegene Strohmieten auf Feldern hätten andererseits den Nachteil, dass Brandstifter unbeobachtet ihren Straftaten nachgehen könnten und kaum entdeckt würden.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Traktor mit Frontlader beim Auseinanderziehen der brennenden Strohballen FOTO: CARINA WESTERWELLE
Traktor mit Frontlader beim Auseinanderziehen der brennenden Strohballen FOTO: CARINA WESTERWELLE
Auch am Montagmittag ragte noch immer eine riesige Rauchsäule gen Himmel. Denn die Feuerwehr konnte das große Strohfeuer nur kontrolliert abbrennen lassen und nicht wirklich löschen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Auch am Montagmittag ragte noch immer eine riesige Rauchsäule gen Himmel. Denn die Feuerwehr konnte das große Strohfeuer nur kontrolliert abbrennen lassen und nicht wirklich löschen. FOTO: ANDREAS DUNKER

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