Festakt: 200-Jahr-Feier der Schützenbruderschaft St. Vinzentius Echthausen

„Glaube, Sitte, Heimat! Na, dann: ,Prost!‘“

24.06.2018

ECHTHAUSEN. „Glaube, Sitte, Heimat“ – um diese Begriffe drehte sich am Freitagabend (22. Juni 2018) der Festakt im Rahmen der 200-Jahr-Feier der Schützenbruderschaft St. Vinzentius in Echthausen. Nicht nur auf mehreren Bannern der Fahnenabordnungen befreundeter Schützenvereine war das Motto zu lesen. Auch im groß präsentierten Musikvideo „Schützenjung“ hieß es in einer Textzeile „Glaube, Sitte, Heimat! Na, dann: ,Prost!‘“.

Und die Festredner Christian Donner aus Voßwinkel und Gerhard Schulte aus Wimbern zogen in ihrem Dialog die Deutungshoheit für „Glaube, Sitte, Heimat“ an sich:

„Einstehen für den Glauben bedeutet für die Schützenbrüder, dass sie sich nach den christlichen Werten richten wollen. Sie versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, soziale Unterschiede auszugleichen und unterstützen Werke der Nächstenliebe“, erklärte Donner als gebürtiger Echthausener. Dies gelte, wenngleich die Bindung an die katholische Kirche nicht mehr bei allen Vereinsmitgliedern so gegeben sei.

Vor dem offiziellen Festakt in der Gemeindehalle an der Ruhrstraße hatte es denn auch eine ökumenische Andacht in der katholischen St.-Vinzenz-Kirche mit Schützenpräses Pfarrer Thomas Metten und dem evangelischen Pfarrer Dr. Christian Klein aus Wickede gegeben.

Unter „Sitte“ subsumieren Donner und Schulte nicht nur „gemeinsame Werte und Regeln“ sondern vor allem die Pflege des traditionellen Brauchtums.

Es genüge allerdings nicht nur an Traditionen festzuhalten, da sich die Zeiten änderten, waren sich die Redner einig. Und Gerhard Schulte als Brudermeister der Wimberner St.-Johannes-Schützenbruderschaft erklärte: „Die Bruderschaften vermitteln Werte und Orientierung, das finden auch die jungen Leute gut. Und wenn sie dann noch entdecken, dass es ihre Bruderschaft seit zweihundert Jahren gibt, ist das Kult.“ Er betonte: „Jungschützen und junge Schützen prägen und leben das Schützenfest, ihrem ausgelassenen Spaß muss dabei keine engere Grenze gesetzt werden, als in unserer Jugend.“

Und Christian Donner ergänzte: „Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Traditionen zu schützen, ohne antiquiert zu wirken, und Veränderungen zuzulassen, ohne die eigenen Werte zu verraten. So kommt man auch bei der jungen Generation gut an und kann Traditionen und Moderne sowie Generationen verbinden.“

Auch dem heute häufig politisch zitierten Heimat-Begriff widmeten sich die Redner. „Möglichst vielen Heimat geben, das ist aus meiner Sicht auch heute unsere Herausforderung. Wir können uns dabei nicht allein auf den Staat verlassen“, meinte Gerhard Schulte. Und Christian Donner ging in seinen Aufführungen sogar noch einen Schritt weiter: „Aus dem Privileg, selbst Heimat zu empfinden, erwächst die Verantwortung, sie mit anderen zu teilen. Heimat ist nicht exklusiv.“

Christian Donner forderte die Anwesenden in der voll besetzten Festhalle abschließend auf, dass man „gemeinsam zur Bewahrung des inneren und äußeren Friedens“ beitragen solle. Denn das 100-jährige Bestehen der St.-Vinzentius-Bruderschaft hätten die Echthausener auf Grund des Ersten Weltkrieges (1914 – 1918) nicht gefeiert.

Freibier-Fest soll helfen „gesellschaftliche Schranken zu überwinden“

Donner zitierte einen Passus aus der Satzung: „Um Frieden, Eintracht und Bürgersinn unter den Mitgliedern und in der Dorfgemeinschaft zu fördern, hat die Bruderschaft die Aufgabe, bei einem jährlich zu feiernden Fest alle Mitglieder und Gäste ohne Unterschied des Ranges, Standes oder Vermögens zu froher Geselligkeit zu vereinigen.“

Das Freibier-Fest sorge dabei dafür „gesellschaftliche Schranken zu überwinden“, meinte Donner. Für ihn sei es immer wieder ein schönes Erlebnis „mit neuen und alten Freunden zusammen ein Bier aus französischen Landweingläsern zu trinken“, so Donner. – Der Wimberner „Gerry“ Schulte frotzelte dagegen „So nennt ihr die kleinen Kompottschälchen also, aus denen üblicherweise mittelscharfer Senf, aber bestimmt kein Bier gereicht wird!“

Neben fröhlichen Feiern auch Mitgestaltung der Dorf-Gemeinschaft

Der Wimberner Brudermeister machte aber auch deutlich, dass das Schützenwesen nicht nur aus fröhlichen Feiern bestehe: „Wir wollen Botschaften in unsere Dörfer tragen und sie mit gestalten“, so Schulte.

Kritisch angesprochen wurde von Schulte der zunehmende Regulierungswahnsinn des Staates, den die Vereinsvorstände umsetzen müssen.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Die voll besetzte Gemeindehalle mit rund 500 Besuchern. Mit dabei: das Echthausener Königspaar Timo Eickenbusch und Tanja Sczesny sowie Jungschützenkönig Louis Eickenbusch. FOTO: ANDREAS DUNKER
Die voll besetzte Gemeindehalle mit rund 500 Besuchern. Mit dabei: das Echthausener Königspaar Timo Eickenbusch und Tanja Sczesny sowie Jungschützenkönig Louis Eickenbusch. FOTO: ANDREAS DUNKER
Die Festredner (von links): Christian Donner aus Voßwinkel und Gerhard Schulte aus Wimbern bei ihrem Dialog passend zur Textzeile aus dem Musikvideo „Schützenjung“: „Glaube, Sitte, Heimat! Na, dann: ,Prost!‘“. FOTO: ANDREAS DUNKER
Die Festredner (von links): Christian Donner aus Voßwinkel und Gerhard Schulte aus Wimbern bei ihrem Dialog passend zur Textzeile aus dem Musikvideo „Schützenjung“: „Glaube, Sitte, Heimat! Na, dann: ,Prost!‘“. FOTO: ANDREAS DUNKER
Der Musikverein Echthausen unter Leitung von Dirigent Thomas Voß sorgte beim Festakt für melodische Töne. FOTO: ANDREAS DUNKER
Der Musikverein Echthausen unter Leitung von Dirigent Thomas Voß sorgte beim Festakt für melodische Töne. FOTO: ANDREAS DUNKER
Oberst Stefan Reszel, das Königspaar Timo Eickenbusch und Tanja Sczesny, Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU), Ortsvorsteher Rainer Belz, Jungschützenkönig Louis Eickenbusch und Präses Pfarrer Thomas Metten sowie Gratulanten aus den Reihen des Sauerländer Schützenbundes (SSB). FOTO: ANDREAS DUNKER
Oberst Stefan Reszel, das Königspaar Timo Eickenbusch und Tanja Sczesny, Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU), Ortsvorsteher Rainer Belz, Jungschützenkönig Louis Eickenbusch und Präses Pfarrer Thomas Metten sowie Gratulanten aus den Reihen des Sauerländer Schützenbundes (SSB). FOTO: ANDREAS DUNKER
Getränkeoffizier Heinz-Jürgen Meyer hatte sich zum Jubiläum von einem Neheimer Frisör eine "200" in seine Haare schneiden lassen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Getränkeoffizier Heinz-Jürgen Meyer hatte sich zum Jubiläum von einem Neheimer Frisör eine "200" in seine Haare schneiden lassen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Zahlreiche Schützenbrüder, Regentenpaare und weitere Gäste nahmen nach dem offiziellen Festakt in der Gemeindehalle in Echthausen an dem "Großen Zapfenstreich" davor teil. FOTO: ANDREAS DUNKER
Zahlreiche Schützenbrüder, Regentenpaare und weitere Gäste nahmen nach dem offiziellen Festakt in der Gemeindehalle in Echthausen an dem "Großen Zapfenstreich" davor teil. FOTO: ANDREAS DUNKER
Nach dem offiziellen Festakt zur 200-Jahr-Feier der Schützenbruderschaft St. Vinzentius gab es vor der Gemeindehalle einen "Großen Zapfenstreich" des Musikvereins Echthausen unter Leitung von Dirigent Thomas Voß und des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr) unter Leitung von Tambourmajor Sebastian Hornkamp. FOTO: ANDREAS DUNKER
Nach dem offiziellen Festakt zur 200-Jahr-Feier der Schützenbruderschaft St. Vinzentius gab es vor der Gemeindehalle einen "Großen Zapfenstreich" des Musikvereins Echthausen unter Leitung von Dirigent Thomas Voß und des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr) unter Leitung von Tambourmajor Sebastian Hornkamp. FOTO: ANDREAS DUNKER
"Glaube, Sitte, Heimat" – dieses Motto der Schützenbruderschaften war auch auf zahlreichen Fahnen präsent. Hier beim "Großen Zapfenstreich" unter den Linden an der Ruhrstraße in Echthausen. FOTO: ANDREAS DUNKER
"Glaube, Sitte, Heimat" – dieses Motto der Schützenbruderschaften war auch auf zahlreichen Fahnen präsent. Hier beim "Großen Zapfenstreich" unter den Linden an der Ruhrstraße in Echthausen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Die Echthausener Regenten, Festredner und andere Gäste verfolgten das traditionelle musikalische Schauspiel beim "Großen Zapfenstreich". FOTO: ANDREAS DUNKER
Die Echthausener Regenten, Festredner und andere Gäste verfolgten das traditionelle musikalische Schauspiel beim "Großen Zapfenstreich". FOTO: ANDREAS DUNKER
Zuschauer vor der Gemeindehalle in Echthausen FOTO: ANDREAS DUNKER
Zuschauer vor der Gemeindehalle in Echthausen FOTO: ANDREAS DUNKER

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