Probleme in Personennahverkehr auf der Oberen Ruhrtalbahn

Immer wieder fallen Regional-Express-Züge der Bahn aus

10.09.2018

WICKEDE (RUHR). Der öffentliche Personennahverkehr und insbesondere die Bahn wird von politischer Seite immer wieder als umweltschonende Alternative zu dem Individualverkehr mit dem Auto gepriesen. Statt im Stau zu stehen solle man lieber seine Zeit entspannt beim Zugfahren in der Bahn genießen, heißt es in der Werbung. – Doch die Wirklichkeit in Wickede sieht anders aus. Denn in der Ruhrgemeinde ist es in den vergangenen Monaten wiederholt zu Zugausfällen auf den Regional-Express-Linien 17 und 57 gekommen.

Statt bequem mit der Deutschen Bahn zu reisen, ließ diese ihre Fahrgäste während der Sommermonate im sprichwörtlichen Regen stehen. Wie ein Bahn-Sprecher mitteilte, sei ein  Personalmangel der Grund dafür. So konnten nicht alle Schichten mit Lokführern besetzt werden und etliche Züge mussten ausfallen.

Wie viele genau dies waren, dazu konnte oder wollte die nordrhein-westfälische Pressestelle der Deutschen Bundesbahn auf Anfrage von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ bislang leider keine Auskunft geben. – Stattdessen bat die Bahn im Antwortschreiben an unsere Redaktion ihre Kunden die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Und versicherte, dass die Disponenten und vorhandenen Lokführer „mit großem persönlichen Einsatz und Engagement“ dazu beigetragen hätten, die Ausfälle so gering wie möglich zu halten.

Schienenersatzverkehre: Busse statt Bahnen

Für die Verbindungen, die ausgefallen seien, hätten die Verantwortlichen „versucht“ (O-Ton) jeweils Schienenersatzverkehre mit Bussen einzurichten. In wie vielen Fällen auch diese Versuche scheiterten, ließ die Bahn offen.

Neben Urlaubszeit und erhöhtem Krankenstand begründet die Deutsche Bahn ihren Personalmangel bei den Triebwagenführern mit „der üblichen Fluktuation in Branchen mit begehrten Fachkräften“. Was auch immer dies dies heißen mag …

Deutsche Bahn hat nicht genügend Lokführer, um Triebwagen zu besetzen

Wörtlich heißt es weiter: „Die Deutsche Bahn gehört zu den größten Arbeitgebern in Deutschland und ist mit weitem Abstand der größte Ausbilder der Branche. Allein im letzten Jahr haben bei der DB 400 junge Leute ihre dreijährige Ausbildung zum Lokführer begonnen Das hat die DB für dieses Jahr noch einmal aufgestockt: 500 junge Menschen werden ihre Ausbildung als Eisenbahner beginnen. Dazu kommen noch die Qualifizierungslehrgänge für Quereinsteiger. Allein in NRW startet alle zwei Monate ein Ausbildungslehrgang, der rund 10 Monate dauert. Insgesamt sind bei DB Regio NRW rund 1.750 Lokführer beschäftigt.“

Offenbar reicht dies aber nicht, denn sonst gäbe es die besagten Probleme auf den Regional-Express-Linien 17 und 57 nicht.

Neue Züge sind längst überfällig

Dazu, ob auch die immer noch auf der „Oberen Ruhrtalbahn“ eingesetzten alten Triebwagen eventuell zu reparaturanfällig sind, und zu dem Problem der Zugausfälle beitragen, äußerte sich die Bahn-Pressestelle in Düsseldorf nicht.

Bekannt ist allerdings, dass die Lieferung der neuen PESA-Link-Fahrzeuge längst überfällig ist. Der Wechsel auf die modernen Triebfahrzeuge war eigentlich schon für Ende 2016 geplant, hatte sich aber wegen angeblichen Problemen bei der Zulassung der Fahrzeuge verzögert.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Ein wartender Zug am Gleis 2 des Wickeder Bahnhofes ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Ein wartender Zug am Gleis 2 des Wickeder Bahnhofes ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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