Exklusiv-Interview mit Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und Schulleiter Peter Zarnitz

Sekundarschule Wickede (Ruhr): Hohe Kosten, niedrige Anmeldezahlen und mittlere Bildungsabschlüsse

27.02.2019

WICKEDE (RUHR). „Jedes Kind ist willkommen“, sagt Rektor Peter Zarnitz von der Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr). Der studierte Sonderpädagoge aus Dortmund und der Wickeder Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) haben sich jetzt in einem schriftlichen Interview den kritischen Fragen des lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ gestellt. Dabei haben die beiden einzeln oder gemeinsam zu vielen Problemen konkret Stellung bezogen und zeigen die Pluspunkte der Schule auf. – Auf einige Fragen blieben sie die eigentlichen Antworten allerdings leider auch schuldig oder flüchteten sich nur in Allgemeinplätze der nordrhein-westfälischen Schulpolitik und -verwaltung. Trotzdem ist das lange Interview aus Sicht der Redaktion sehr interessant und liefert neue Erkenntnisse zu dem Bildungszentrum im Hövel, dessen Um- und Erweiterungsbau den Steuerzahler alleine in den vergangenen fünf Jahren rund 8 Millionen Euro gekostet hat. – Darüber welche Investitionen der Gemeinde Wickede (Ruhr) in die Schule noch notwendig sind und warum der „MINT“-Bereich verstärkt ausgebaut werden soll, berichten wir nachstehend exklusiv. Zudem gibt es Neuigkeiten über das „Catering“ in der Mensa. – Lesen Sie selbst!

„Explodierte“ Baukosten: Der Bürgermeister hat für alles eine Erklärung

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: In der letzten öffentlichen Sitzung des politischen Rates der Gemeinde Wickede (Ruhr) hat die örtliche Verwaltung den Kommunalpolitikern einen „Bericht zur Fertigstellung“ des Um- und Erweiterungsbaus des Schulzentrums im Hövel vorgelegt. Verlesen oder diskutiert wurde die Bilanz nicht, wenngleich die Ausgaben für Bau und Ausstattung der Schule bekanntlich binnen fünf Jahren „explodiert“ sind.

Denn statt der ursprünglich im Jahre 2014 vorgestellten Kosten von schätzungsweise 5,3 Millionen Euro für das Projekt liegt die Bilanz nunmehr bei knapp 8 Millionen Euro. Die Kosten sind damit um zirka 50 (!) Prozent zur ursprünglich geplanten Summe gestiegen.

Infolgedessen hat die Gemeinde Wickede (Ruhr) in den letzten Jahren dringend notwendige Investitionen in andere Bauten zurückgestellt – wie beispielsweise die Sanierung des maroden Bürgerhauses – und die kommunalen Steuern für Grundbesitzer und Gewerbe erheblich erhöht. Außerdem liegt die Verschuldung der Gemeinde Wickede (Ruhr) weit über den Werten vergleichbarer ländlicher Kommunen.

In Zukunft sind zudem noch weitere Investitionen in das Bildungszentrum im Hövel notwendig – wie beispielsweise die digitale Ausstattung der Schule nach dem neuen Medienentwicklungsplan sowie die bauliche Sanierung von Schulhof und Fassaden der alten Gebäude der Gerken-Hauptschule. Dafür werden in den nächsten Jahren nochmals höhere Beträge mindestens im sechsstelligen Bereich zu Buche schlagen.

Wie ist der Bevölkerung dies zu erklären? Und wie hoch schätzen Sie die kurzfristig notwendigen Investitionskosten des Schulträgers in die Sekundarschule – inklusive noch notwendiger Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Gerken-Sporthalle und des Außengeländes – binnen der nächsten Jahre?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Diese Fragen nehme ich hier gerne auf.

Zuerst aber bitte ich um Vorsicht: Lehrerinnen und Lehrer, Bürgermeister und Pressevertreter müssen sorgfältig mit Worten umgehen. Daher trete ich dem Begriff „marodes Bürgerhaus“ entgegen. Denn „marode“ heißt „ruiniert“, ,,am Ende“. Das Bürgerhaus funktioniert als Veranstaltungszentrum. Wir sehen aber Modernisierungsbedarf. Eine Dach- und Fenstererneuerung dient der deutlichen Energieeinsparung und dem Klimaschutz – und wir erledigen undichte Stellen gleich mit, die wir nicht öfter reparieren wollen.

Bei den Schulbaukosten ist nichts „explodiert“, dass heißt: „mit einem lauten Knall zerborsten“.

Der Unterschied zwischen beiden genannten Summen ist schon erheblich. Das sehe ich genau so. Aber da war und ist nichts außer Kontrolle.

Ich sehe zugleich zwei bedeutsame und (…) sehr nachvollziehbare Ursachen. Das sind a) „eine Unklarheit am Anfang“ und b) „eine Umplanung während der Umsetzung“. – Ich finde gut, beides auch hier darlegen zu können.

Zur Unklarheit: Die im Frühjahr 2014 von meinem Amtsvorgänger Bürgermeister Herrmann Arndt (CDU) vorgestellte Summe bezog sich auf reine Baukosten. Sie war eine „Kostenschätzung“ des Architekten. Nur auf der Grundlage von Richtwerten. – Das wurde damals zu leise oder zu wenig vermittelt und blieb so lange unklar.

Andere Werte konnten im Mai 2014, kurz vor der Kommunalwahl, aber noch nicht vorliegen. Die Planung stand noch am Anfang.

Es gab aber Entscheidungsdruck, sollte die Erweiterung der Schule zügig gelingen.

Mit den Ergebnissen der Detailplanungen, die echte Kostenberechnungen lieferten, wurde ich als neuer Bürgermeister Anfang 2015 konfrontiert.

Dazu gehörten auch zusätzliche Dinge wie Brandschutz, neue Gesamtverkabelung und anderes mehr.

Wir haben das als Verwaltung sehr sorgfältig und umfassend aufbereitet. Dann habe ich das dem Rat vorgestellt. Zusammen mit einem Zehn-Punkte-Plan, wie es weiter geht.

So wurde klar, dass schon zu diesem Zeitpunkt effektiv rund 1 Million Euro mehr kalkuliert werden musste.

Zur Umplanung: Ursprünglich sollten neue Klassenräume an den Nordbau kommen – gegenüber vom Roncalli-Haus. Das erschien mir bei näherer Betrachtung nicht sinnvoll. Denn der direkte Anbau von Neuem an Altes birgt große Risiken.

Die Klassenräume wären obendrein relativ klein gewesen – mit Fenstern nur nach Norden. Und niemand hätte da gesehen: Hier investiert und baut die Gemeinde Wickede (Ruhr) für eine neue Schule.

Schließlich stellte sich zudem die Frage: Wie können wir Kosten verlässlich planen?

Die Antwort, die unser Bauamt unter Leitung von Fachbereichsleiter Markus Kleindopp zusammen mit extern beauftragten Architekten vorstellte, ist das sogenannte „Labor-Gebäude“.

Es wurde als Fertigbauprojekt schlüsselfertig zum Festpreis erstellt. Und zeigt für alle gut sichtbar: Hier gibt es Neues.

Es bietet geräumige Klassenzimmer sowie eine topmoderne Ausstattung für den Unterricht in Informatik und Naturwissenschaften.

Die Kalkulationen passten.

Weiterer Pluspunkt: Der Schulbetrieb wurde durch diesen Bauplatz und diese Bauweise kaum gestört.

Natürlich kostet die neue Qualität einen anderen Preis, aber Fakt ist auch: Für den ursprünglichen Plan – Anbau am Nordbau – gab es ebenfalls nur die unsichere Kostenschätzung aus dem Frühjahr 2014. Sie wäre 2017 überholt gewesen.

Denn als dritten Faktor haben wir überall erlebt, dass das Bauen zwischen 2014 und 2019 teurer wurde und wird.

Die Schlusssumme fasst jetzt alles zusammen: Neues „Forumsgebäude“ über zwei Etagen, neue WC-Anlagen im ,,Waldbau“, neue Ganztagsräume und Freitreppe zum Außengelände, neue Lehrküche, umgebauter Lehrertrakt, „Labor-Gebäude“ mit naturwissenschaftlichen Einrichtungen, EDV-Verkabelung, Brandschutzausbau, Außenanlagen und manches mehr, was in der ersten ,,Nur-Gebäude-Baukostenschätzung“ überhaupt nicht drin war.

Mein Fazit: Der Unterschied zwischen den Beträgen aus 2014 und 2019 ist deutlich. Das ist ein Kraftakt für unsere Gemeinde. Doch dem steht für jeden Euro echter Mehrwert für Wickede (Ruhr) gegenüber. – Durchdachte Investitionen ohne Schnickschnack für eine richtig gut aufgestellte weiterführende Schule für unsere Kinder und Jugendlichen.

Weitere ,,kurzfristig notwendige Investitionskosten“ größeren Umfangs sehe ich derzeit nicht.

Den Hallenboden in der Gerken-Sporthalle reparieren wir in Teilen für Schul- und Vereinssport in diesem Jahr.

In den kommenden Jahren wird auch mal eine Teermaschine über den mittleren Schulhof fahren sollen. Aber hier sprechen wir dann von den üblichen Unterhaltskosten – wie an allen anderen Gebäuden der Kommune auch.

Schulleiter Peter Zarnitz: Berechnungen über Baukosten sind nicht Aufgabe des Schulleiters. Darüber bin ich sehr froh.

Für unsere Ideen zur Erneuerung der Außenanlagen auf dem Sportgelände neben der Schule sind wir bereits mit dem Rathaus im Gespräch.

Ich habe aber Verständnis dafür, dass die Gemeinde eine Reihe von Aufgaben prüfen und nach Dringlichkeit sortieren muss. Zum Beispiel soll ja auch das Fussballfeld im Ohl demnächst erneuert werden.

Starke Schule mit sehr schwachen Anmeldezahlen 2017 und 2018

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Während die Kosten für den Erhalt der weiterführenden Schule am Standort Wickede (Ruhr) enorm gestiegen sind, sind die Schülerzahlen in den letzten neuen Jahrgängen erheblich gesunken und weit hinter den Erwartungen der Kommune zurückgeblieben.

Die im Jahre 2012 gegründete Sekundarschule in Trägerschaft der Gemeinde Wickede (Ruhr) sollte nämlich nach dem ursprünglichen Plan eigentlich dreizügig gegliedert werden, sprich jeder der inzwischen sechs unterrichteten Jahrgänge sollte in drei Klassen unterteilt sein.

Seit dem Jahre 2017 sind die neuen fünften Jahrgänge aber nur zweizügig – auf Grund der geringen Anmeldezahlen (2017: 41; 2018: sogar nur 34 Jungen und Mädchen). Diese Konstellation bedarf jährlich neuer Ausnahmegenehmigungen durch die Bezirksregierung Arnsberg als Schulaufsichtsbehörde.

Zwischen dem 22. und 28. Februar 2019 stehen nun die Anmeldungen für den neuen fünften Jahrgang 2019/2020 an, der nach den Sommerferien starten soll. Welche Mindesterwartungen haben Schulleitung und -träger diesbezüglich?

Schulleiter Peter Zarnitz: Wir sind eine starke Schule in Wickede. Wir sind ein junges Kollegium. Wir haben eine hervorragende Ausstattung, für die wir der Gemeinde sehr dankbar sind und die – im Vergleich mit vielen anderen Schulen – Spitze ist. Wir arbeiten mit überzeugenden pädagogischen Konzepten.

Es stimmt, dass in den Jahren 2018 und 2017 die Anmeldezahlen niedrig waren. Gründe hierzu sind mit Elternvertretern, Verwaltung und Politik seit März 2018 ausführlich beraten und diskutiert worden.

Es hat mehrfach Gespräche am „runden Tisch“ gegeben, in denen auch kritische Aspekte unserer Schule und der Schulform beleuchtet worden sind.

Wichtig ist mir, den Blick darauf zu lenken, dass wir im ersten Halbjahr des laufenden Schuljahres in unseren beiden 5. Klassen inzwischen weitere Kinder aufgenommen haben und aktuell 41 Kinder unterrichten.

Auch die Nachfrage zur Aufnahme von Schülerinnen und Schülern in die 6. Klassen war im ersten Halbjahr sehr hoch.

Wenn sich dieser Trend fortsetzt, werden wir möglicherweise in dem betreffenden Jahrgang nach den Sommerferien diesen Jahres drei Klassen bilden müssen.

Wir vermitteln an der SKW (Sekundarschule Wickede [Ruhr], Anmerkung der Redaktion) gute Chancen und Perspektiven. Wir bieten Chancen, sich als junge Persönlichkeit zu entwickeln und zugleich eine umfassende berufliche Orientierung zu bekommen. Dazu setzen wir gute Beziehungen zu Unternehmen am Ort, in der Nachbarschaft und anderen Partnern in der Bildungsregion ein. Wir kennen einander.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es uns in den letzten Monaten gelungen ist, all diese Dinge in der Öffentlichkeit besser darzustellen.

Dazu gehört, dass wir klare Regeln haben und Konsequenzen bei Verstößen ziehen.

Unsere Schülerinnen und Schüler erleben hier guten Unterricht. Sie engagieren sich in vielen Projekten. Sie sind Streitschlichter. Manche engagieren sich als Schulsanitäter. Demnächst kommen Sporthelfer und Medienscouts hinzu.

Die Landesregierung arbeitet im Übrigen daran, die Zweizügigkeit von Sekundarschulen im ländlichen Raum als Regelfall zu ermöglichen. Das entspricht auch Wünschen in anderen Gemeinden.

Meine Erwartung ist, dass wir im Schuljahr 2019/20 mit zwei Zügen starten. Der Anmeldungszeitraum endet am 15. März 2019.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Die Einschätzungen von Schulleiter Peter Zarnitz unterstütze ich sehr. Das gilt genau so für die große Mehrheit im Gemeinderat. Über Anmeldezahlen spekuliere ich nicht.

Als Schulträger bietet die Gemeinde mit der SKW allen Familien eine Schule mit Gesicht, Nähe und Profil hier am Ort.

Dieses Ziel stand 2011 im Mittelpunkt, als die Gemeinde vom Land Nordrhein-Westfalen vor die Wahl gestellt wurde, mit einer auslaufenden Hauptschule bald ganz auf eine weiterführende Schule am Ort zu verzichten.

Die Alternative war der Aufbruch zur Sekundarschule. Etwas Drittes zur Auswahl gab es nicht.

Zu wenig Interessenten für die 5. Klassen und zu viel für den 9. Jahrgang

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Die Resonanz auf Informationsveranstaltungen der Schule für die Eltern der jetzigen Viertklässler an den Wickeder Grundschulen war augenscheinlich recht gering.

Was geschieht, wenn die Zahl der neuen Fünftklässler noch unter die des Vorjahres sinkt? Ist dies eventuell eine Gefahr für die weitere Existenz der Sekundarschule Wickede (Ruhr)?

Schulleiter Peter Zarnitz: Ich erlebe das anders, als Sie es beschreiben: Unsere Schule wird intensiv nachgefragt. Wir haben im ersten Halbjahr in allen Jahrgängen neue Schüler aufgenommen.

Wir mussten im 9. Jahrgang Schüler abweisen, weil die Klassen voll sind und führen inzwischen Wartelisten für die Aufnahme in den höheren Klassen für das kommende Schuljahr.

Wie viele Eltern uns ihr Vertrauen schenken werden und ihr Kind zum neuen Schuljahr hier anmelden, weiß ich heute nicht. Die Antwort kann ich ab dem 15. März geben.

Wir arbeiten mit Freude und Leistungsbereitschaft jeden Tag dafür, dass wir Vertrauen gewinnen und Eltern von unserer Arbeit und unserer Schulform überzeugen.

Wir haben in diesem Schuljahr mehr als 370 Kinder und Jugendliche, die hier Schule leben und die hier in Wickede (Ruhr) ihr schulisches Zuhause haben.

Warum ist die Stelle der „Didaktischen Leitung“ seit mehreren Jahren vakant?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Bereits seit dem beruflichen Wechsel von Regina Münstermann im Sommer 2017 an eine andere Sekundarschule ist die Stelle der „Didaktischen Leitung“ in Wickede (Ruhr) vakant. Zuvor hatte die örtliche Schulleitung im Gespräch mit unserer Redaktion aber noch eindringlich betont, wie wichtig gerade diese Position für eine differenzierte Gestaltung der individuellen Lehrpläne für Schüler mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau sei. Denn in der Sekundarschule kommen die Kinder mit Empfehlungen für Förderschulen, Hauptschule, Realschule und Gymnasium im Zuge des längeren gemeinsamen Lernens ja wieder alle in einer Klasse zusammen.

Warum ist die Stelle der „Didaktischen Leitung“ immer noch nicht wieder neu besetzt und welche negativen Auswirkungen hat dies für die Wickeder Sekundarschule?

Schulleiter Peter Zarnitz: Ich finde schade, dass die Stelle der didaktischen Leitung aktuell frei ist und wünsche mir sehr, dass wir diese Verstärkung bald bekommen. Aber alle Schulen suchen derzeit Lehrerinnen und Lehrer.

Die Aufgaben der didaktischen Leitung haben wir im Moment bei uns im Schulleitungsteam gut verteilt. Auch die Lehrkräfte, die Fachkonferenzen leiten, tragen verantwortungsvoll mit dazu bei, dass das Lernen und die didaktischen und pädagogischen Konzepte ständig weiterentwickelt werden.

Schule zu organisieren unterliegt immer einer Veränderung und Weiterentwicklung. Unsere Schule lebt in einer dynamischen Gemeinde und Gesellschaft. Da müssen und wollen wir mitgehen.

Unser Medienkonzept an der Sekundarschule Wickede (Ruhr) aus dem letzten Halbjahr ist ein Beispiel: Wir gehen damit auf die zunehmende Digitalisierung unserer Gesellschaft ein.

Die zweite Fremdsprache wird vermutlich nach neuen Landesvorgaben zukünftig nicht mehr in der 6. Klasse, sondern ab der Klasse 7 angeboten werden.

Die Lehrpläne müssen dann entsprechend überarbeitet werden.

Differenziertes Lernen: Geht das wirklich in kleinen Jahrgängen?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Auf Grund zu geringer Schülerzahlen in einigen Jahrgängen stellt sich die Frage, ob das ursprüngliche pädagogische Konzept der leistungsdifferenzierten Kurse innerhalb der Sekundarschule Wickede (Ruhr) nicht massiv gefährdet ist. Denn wenn nicht genügend Schüler eines ähnlichen Leistungsniveaus da sind, können ja keine speziellen Grund- und Erweiterungskurse gebildet werden, da es sicherlich einer Mindestzahl an Schülern für einen Kursus bedarf. – Wie sehen Sie dies?

Schulleiter Peter Zarnitz: Die Unterscheidung in Grund- und Erweiterungskurse ab Klasse 7 ist ja keine Erfindung der Sekundarschule Wickede (Ruhr). Sie ist Grundsatz für alle Schulen des längeren gemeinsamen Lernens. Die Verordnung über die Ausbildung und die Abschlussprüfungen in der Sekundarstufe I (APO-SI) setzt hierfür klare Vorschriften.

Ich setze mich dafür ein, dass auch in einer zweizügigen Sekundarschule die Chancen zur Differenzierung auf unterschiedlichen Leistungsstufen wahrgenommen werden. – An vielen Gesamtschulen des Landes erfolgt das im Übrigen aktuell mit der sogenannten „inneren Differenzierung“.

Bereits im dritten Jahr ermöglichen wir das erfolgreich an unserer Schule im Fach Chemie ab Klasse 9.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Genau so dynamisch, wie sich neue Unternehmen oder die Internetseite mit diesem Interview entwickelt, genau so lebendig entwickeln sich Schulen und Schulpolitik weiter.

Wir haben erst vor wenigen Monaten die erste ,,Generation“ von Wickeder Sekundarschul-Absolventen festlich verabschiedet. Ein Jahrgang mit vielen überzeugenden jungen Persönlichkeiten. – Diese Erfahrungen nimmt die Schule mit in die Zukunft.

Die Schullandschaft in Nordrhein-Westfalen (NRW) bleibt in Bewegung. Denken wir nur an die leidige Diskussion um „G9“, „G8“ und wieder „G9“ bei Gymnasien.

Die Schulpolitik des Landes ist jetzt gefordert, sich mit gleicher Energie den Sekundarschulen zu widmen. – Dafür sind wir in Wickede gut aufgestellt.

Heutige Gesellschaft wälzt ungelöste Fragen zu oft auf Schulen ab

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Hinzu kommen Inklusion (Unterrichtung und Betreuung von körperlich und geistig behinderten Kindern) sowie die Integration von ausländischen Zuwandererkindern. Dabei sind auch Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf.

Werden dadurch nicht gerade talentierte und leistungswillige Kinder mit Realschul- oder Gymnasialempfehlung in ihrem Fortkommen ausgebremst, da sich das Leistungsniveau nach unten orientiert?

Schulleiter Peter Zarnitz: Inklusion bezieht sich nicht allein auf die Unterrichtung und Betreuung von körperlich und geistig behinderte Kindern und Jugendlichen. Inklusion – gemeinsames Lernen und Leben – ist ein gesetzlicher Auftrag. Sie beginnt aus meiner Sicht und Erfahrung mit einer Haltung: „Jedes Kind ist willkommen.“

Inklusion bedeutet dann vor allem, daran zu arbeiten, dass sich aus dem Willkommen auch eine Chance und eine Perspektive entwickeln.

Barrierefreiheit meint in erster Linie bauliche Maßnahmen: Aufzüge statt Treppen, Rampen und Brücken satt Schwellen.

Das allein reicht bei weitem nicht aus. Mir ist wichtig, den Blick auf den nächsten Entwicklungsschritt eines Kindes zu richten und zu bestimmen, welche Unterstützung dafür nötig ist: Ein Junge mit Sehschwäche braucht technische Hilfsmittel. Ein Mädchen mit deutlichen Verhaltensauffälligkeiten braucht Schulbegleitung. Das Kind mit besonderen Talenten braucht besondere Förderangebote. Ein bisher oft erfolgloses Kind braucht Erfolgserfahrungen.

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die Meinung, dass die Lernfortschritte von Kindern „ausgebremst“ werden, wenn sie am gemeinsamen Unterricht mit Kindern, die sonderpädagogische Unterstützung brauchen, teilnehmen.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Meiner Meinung nach laden wir als Gesellschaft inzwischen zu oft ungelöste Fragen auf die Schulen ab. Die sollen dann bei den Kindern richten, womit sich die Erwachsenen schwer tun oder vor Entscheidungen drücken: Gesundes Essen. Verantwortungsvoller Umgang mit Geld. Richtiges Verhältnis zu neuen Medien. Staatsbürgerliches Bewusstsein. Zusammenleben verschiedener Kulturen. Gutes Miteinander von Behinderten und Nicht-Behinderten.

Natürlich soll ,,nebenbei“ auch das Nötige unterrichtet werden: Deutsch und Rechnen, Geografie und Naturwissenschaften, Fremdsprachen und anderes mehr.

Die Sekundarschule Wickede ist für Inklusion gut ausgerüstet und – wie Herr Zarnitz geschildert hat – hoch motiviert. Das ist die beste Chance für Erfolg.

Unabhängig davon halte ich den vor einigen Jahren von der NRW-Landesregierung unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und der zuständigen Ministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis 90 / Die Grünen) eingeschlagenen Weg, viele Förderschulen abzuschaffen und ihre Arbeit fix in die Regelschulen zu verlagern, für überhastet und daher verkehrt.

Mit der Westerheide-Schule in Echthausen mit dem Förderschwerpunkt Lernen haben wir eine hervorragende Einrichtung verloren, bei der ganz viel für eine lebenslange Inklusion der Schüler in die örtliche Gemeinschaft, ins Erwachsenen- und Arbeitsleben geleistet wurde.

Kritik von Eltern und Schülern ist im Rathaus nocht nicht angekommen

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Im Jahre 2015 hat die Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) im Rahmen einer landesweiten Qualitätsanalyse zwar Bestnoten erhalten. Die Elternzufriedenheit lag bei insgesamt 8,6 von 10 Punkten. – Inzwischen betrachten einige betroffene Eltern das Leistungsniveau in der Wickeder Sekundarschule allerdings wohl unter Hauptschulniveau, da ihre Kinder nach dem Wechsel von der Grundschule auf die Sekundarschule plötzlich ein bis zwei Noten besser als zuvor in den gleichen Unterrichtsfächern bewertet wurden. – Diese Aussagen haben wir inzwischen von mehreren Seiten gehört.

Auch von ehemaligen leistungsstarken Schülern der Sekundarschule, die unsere Redaktion gesprochen hat, gab es leider keine guten Noten für die Bildungseinrichtung im Hövel.

Wie sind die Rückmeldungen, die Sie bekommen?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Ich finde immer wieder erstaunlich, dass gelegentlich Menschen Meinungen auf den Markt tragen, die sie mit den eigentlich Zuständigen aber nicht besprechen. So höre ich gelegentlich von Ihnen, Herr Dunker, dass einzelne Schüler oder Eltern nicht zufrieden mit der SKW sein sollen. Mit mir oder Frau Modler, die im Rathaus unsere Schulen betreut, sprechen die jedoch bislang nicht. Deshalb fällt mir schwer zu sagen, wie ernst ich das nehmen soll.

Allerdings hatte ich in den letzten Wochen Gelegenheit, Eltern und Schüler selbst anzusprechen. Die waren mit ihrer Schulwahl für die SKW zufrieden.

Wenn man mich übrigens im Alter von 15 Jahren gefragt hätte, wie zufrieden ich mit meiner Schule bin, wäre der Rektor mit meiner Antwort nicht glücklich gewesen. – Rückblickend fällt mein Urteil heute ganz anders aus.

Warum nicht gleich Gesamtschule oder Gymnasium?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Die Absolventen des ersten Abschlussjahrgangs der Sekundarschule Wickede (Ruhr) im vergangenen Jahr haben mehrheitlich wohl keine duale Berufsausbildung, begonnen, sondern sind auf weiterführende Schulen wie Berufskollegs und Gymnasien gegangen.

Wären diese Schüler nicht nach der Grundschule besser gleich auf eine Gesamtschule oder ein Gymnasium gegangen, um dort ohne Schulwechsel in die Oberstufe zu gelangen und das Abitur zu machen?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Dafür gibt es nie eine Empfehlung, die immer und für alle jungen Menschen gültig ist. Für manche mag es so sein, wie sie es beschreiben. Aber für andere gilt: Wechsel können junge Menschen reifer machen. Das haben doch viele Ältere, die nach Haupt- oder Realschule einen Ausbildungsberuf aufgenommen haben, selbst erlebt.

Daher suchen doch viele junge Leute nach (zu) langer Schulzeit eine Veränderung durch ein Jahr im Ausland, ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder anderes.

Meine Kinder haben sehr bewusst ihre damalige Schule nach der Klasse 10 verlassen und sind aufs Berufskolleg gewechselt.

Viele sagen, die schulische Qualifizierung dort steht mehr mitten im Leben als die Oberstufe am Gymnasium oder der Gesamtschule. Daher sind die Berufskollegs ja inzwischen so beliebt.

Auch dafür bereitet die Sekundarschule Wickede zielführend vor. Und ebenso für die Chancen, die eine direkte Berufsausbildung nach dem mittleren Schulabschluss bietet.

Viele junge Menschen schätzen den Einstieg in eine Lehre rückblickend als prima Entscheidung ein, auch wenn sie später – aber dann mit praktischer Berufs- und Lebenserfahrung im Rücken – erneut weitere Schulabschlüsse angestrebt und erworben haben.

Muss eine kleine Gemeinde eine weiterführende Schule unterhalten?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Welche Bedeutung hat eine weiterführende Schule mit Blick auf das vorgenannte Phänomen aus Ihrer Sicht für den Wirtschaftsstandort Wickede (Ruhr) sowie die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort für junge Familien? Muss eine kleine Gemeinde wie Wickede (Ruhr) überhaupt eine eigene weiterführende Schule unterhalten?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Diese Frage hat der Gemeinderat 2011 nach intensiver Überlegung mit „Ja“ beantwortet. – Das setzen wir bis heute mit den Investitionen für die Sekundarschule um.

Schulleiter Peter Zarnitz: Ja. Unsere Sekundarschule bietet jeder Schülerin und jedem Schüler unabhängig von der Schulformempfehlung der Grundschule eine persönliche Bildungschance. Sie ermöglicht alle mittleren Schulabschlüsse. Wir schaffen die Voraussetzung für die Fortsetzung eines individuellen Bildungswegs in Berufsausbildung, in Berufsschule oder auf dem Weg zum Abitur.

Wir erfüllen diesen Bildungsauftrag einer Sekundarschule hier in Wickede (Ruhr).

Es ist uns gelungen, für diese Aufgabe viele Partner in Wickede (Ruhr) zu gewinnen. Wir sind in der Gemeinde vernetzt.

Viele Betriebe in der Region suchen ausbildungsreife Schulabgänger. Sie bieten unseren Schülerinnen und Schülern in den 9. und 10. Klassen einen Praktikumsplatz.

Die Ausbildungsmesse an unserer Schule ist eine beeindruckende Erfolgsgeschichte mit Tradition.

Erstmalig haben wir in diesem Jahr für Eltern und Schüler eine Podiumsdiskussion mit Ausbildungsbetrieben veranstaltet. – Das kam sehr gut an.

Über den eigenen Weg, der sich nach der Schule öffnet, entscheiden die Jugendlichen in gemeinsamer Verantwortung mit Ihren Eltern.

Wir erleben, dass betriebliche Ausbildung von Jugendlichen zu wenig nachgefragt wird. In vielen Branchen gibt es erheblichen Nachwuchsmangel. Dem im „Wirtschaftsraum Wickede (Ruhr)“ entgegenzuwirken, dazu kann in gemeinsamer Verantwortung von Schule und Wirtschaft unsere Schule beitragen.

Würden Sie Ihre Kinder auf die Sekundarschule schicken?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Mal ganz ehrlich: Würden Sie eigene Kinder, die seitens der Grundschule eine Empfehlung zum Besuch von Realschule oder Gymnasium bekommen haben, auf die Sekundarschule vor Ort schicken oder würden Sie das differenzierte Schulsystem und eine klassische weiterführende Schule in einer der Nachbarstädte für Ihren Nachwuchs wählen?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Alle Eltern wissen, dass sie diese Entscheidung am Ende zusammen mit ihren Kindern treffen. Wäre ich heute junger Vater mit Grundschulkindern in der 4. Klasse, wäre die Sekundarschule Wickede auf jeden Fall eine prima Wahlmöglichkeit für uns, um für die konkreten Begabungen, Neigungen und Interessen die bestmögliche Schule zu suchen und zu finden. Welche das wird, entscheidet sich dann von Fall zu Fall.

Schulleiter Peter Zarnitz: Ich lebe seit mehr als 40 Jahren in Dortmund. Auch für unsere Tochter standen wir vor inzwischen 13 Jahren vor genau dieser Frage. Wie alle Eltern waren wir auf der Suche nach einer guten Schule für unser Mädchen.

Die Entscheidung für die Dortmunder Schule, die es dann wurde, haben wir abhängig gemacht von Eindrücken an den Tagen der offenen Tür und von dortigen Gesprächen mit Lehrern und Schülern.

In die Entscheidung floss aber auch die Frage nach kurzen Wegen zur Schule ein.

Eltern, die wissen möchten, ob wir an der Sekundarschule Wickede (Ruhr) eine gute Schule sind, lade ich herzlich ein, uns zu besuchen. Denn das ist der einfachste und beste Weg, sich eine eigene zutreffende Meinung zu bilden.

Wenn ich jetzt unsere Tochter frage, ob sie an einer guten Schule war, so antwortet sie: „Ja.“ – Weil sie dort Freundschaften geschlossen hat, die heute immer noch halten.

Welche Folgen hat der „Dringlichkeitsbeschluss“ zur Schul-Kooperation?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Die Gemeinde Wickede (Ruhr) und die Stadt Werl haben am 8. Februar 2018 einen Kooperationsvertrag zwischen der Sekundarschule Wickede (Ruhr) und der Sälzer-Sekundarschule der Nachbarstadt unterschrieben. Dafür gab es zuvor auf Wickeder Seite sogar einen politischen „Dringlichkeitsbeschluss“.

Was erhofft sich die Ruhrgemeinde von dieser interkommunalen Vereinbarung? Und was hat die Kooperation de facto bislang an Vorteilen für Wickede gebracht? Gibt es dadurch schon mehr Schüler aus Werl in Wickede? In der Regel fahren Schüler doch eher von kleineren Orten in größere und nicht umgekehrt.

Schulleiter Peter Zarnitz: Die Kooperation zielt darauf ab, Werler Schülerinnen und Schülern Platz an der Sekundarschule Wickede (Ruhr) zu ermöglichen, obwohl es auch in Werl eine Sekundarschule gibt.

Die Kooperation beginnt mit der Anmeldung für die Klassen 5 des kommenden Schuljahres.

Ob Werler Eltern ihr Kind hier anmelden, hängt von der Aufnahmekapazität der Sälzer-Sekundarschule ab. Erst wenn die erschöpft ist, sollen Kinder bei uns in Wickede aufgenommen werden.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Wir in Wickede haben Vorteile, wenn wir mehr regional denken und handeln. Dafür ist diese Zusammenarbeit ein wertvoller Baustein.

Die Entfernung von Werl nach Wickede ist ja nicht weiter als die von Wickede nach Werl. Natürlich muss man dann umdenken. Aber das wird uns doch in vielen Zusammenhängen abverlangt. Und wohin ein neuer Weg führt, erfährt man übrigens erst, wenn man beginnt, ihn zu gehen.

Reicht eine Schulsozialarbeiterin für Wickede nicht aus?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: In der Sekundarschule Wickede (Ruhr) soll „ein offener, freundlicher, gewaltfreier und wertschätzender Umgang“ herrschen, heißt es in der Selbstdarstellung der Bildungseinrichtung auf deren Homepage.

Gleichzeitig fordert Schulleiter Peter Zarnitz aber eine zusätzliche Kraft für die Schulsozialarbeit.

Und erst kürzlich wurde publik, dass ein zwölfjähriger Syrer, der auf Grund seines Alters strafunmündig ist, seine Mitschüler und die Lehrer der Sekundarschule bedroht und terrorisiert haben soll, so dass diese sogar die Polizei einschaltete.

Wie passt dies zusammen?

Schulleiter Peter Zarnitz: Ihre Darstellung zu dem 12-jährigen Schüler ist falsch. Sie wird auch nicht richtig, wenn sie öfter behauptet wird. Ihre Quelle hat Sie scheinbar falsch informiert. Wir haben in einem Telefonat bereits darüber ausführlich gesprochen.

(ANMERKUNG DER REDAKTION: In dem besagten Telefonat hat Schulleiter Peter Zarnitz gegenüber unserer Redaktion nur deutlich gemacht, dass er aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nichts weiter zu dem Fall mitteilen dürfe. Auf Grund der Minderjährigkeit des Schülers gab es auch von der Kreispolizeibehörde Soest keine Informationen zu den Vorkommnissen vor Ort, die uns von Dritten berichtet wurden. Der Schüler ist aber wohl polizeibekannt“. – Dies nur zur Klarstellung!)

Tatsächlich wünsche ich mir, dass die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat aufgeschlossen sind, Schulsozialarbeit zu stärken.

Etwa 700 Kinder und Jugendliche besuchen die Schulen in Wickede (Ruhr). Dass dafür eine einzige Schulsozialarbeitsstelle nicht ausreicht, liegt für mich auf der Hand.

An Schulen in Hamburg zum Beispiel werden 25 Stunden Schulsozialarbeit für 100 Schülerinnen und Schüler eingeplant. In Dortmund hat jede zweite Grundschule eine Schulsozialarbeiterin.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Ich finde gut, dass unsere Schulleitung eine klare Linie hat im Umgang mit Störungen – genauso wie bei Fehlnachrichten.

Zur klaren Linie bei Störungen gehört für mich auch, vorsorglich Hilfe von der Polizei zu erbitten, wenn es notwendig erscheint.

Das passiert an anderen Schulen auch, wird aber eher verschämt unter der Decke gehalten.

Wer Regeln schwer verletzt, braucht klare Signale!

Ich fände es scheinheilig, wenn man auf der einen Seite Respekt für Polizei und mehr Sicherheit im öffentlichen Raum fordern würde, aber das Erscheinen von Polizei an einer Schule als Drama verzerren oder unter den Teppich kehren würde.

Schulsozialarbeit hat sich in Wickede gut etabliert. Unsere Schulsozialarbeiterin Anne Schneidermann, die das jetzt leistet, wird dafür an der Engelhard-Grundschule, an der Melanchthon-Grundschule und an der Sekundarschule sehr geschätzt. – Darüber habe ich mich erst kürzlich im Gespräch mit ihr, den Schulleitungen und unserer zuständigen Fachbereichsleiterin Susanne Modler selbst überzeugt.

Ob mehr Stunden für Sozialarbeit an unseren Schulen notwendig sind, das möchte ich mir gerne erst einmal ausführlich darlegen lassen.

Das ist jetzt mein Auftrag an die Schulen und Anne Schneidermann, mir die aktuelle Arbeit, die Leistungen und offenen Dinge aufzuschreiben. Dann habe ich eine Grundlage, das im Rathaus und mit der Politik weiter zu beraten.

„Schule ohne Rassismus“ – Ist das nicht selbstverständlich?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Die Sekundarschule Wickede (Ruhr) trägt den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Für mich stellt sich da die Frage: Ist es nicht eine Selbstverständlichkeit, dass es an einer Schule – und natürlich auch anderswo – keinen Rassismus geben sollte. Und wenn die Schule „nur“ 97,4 Prozent aller möglichen Stimmen zu diesem Thema bekommen hat, heißt das: 2,6 Prozent der Schüler, Lehrer oder anderen Mitarbeiter der Sekundarschule Wickede (Ruhr) sind rassistisch? Oder weigert sich diese Minderheit einfach nur, eine Selbstverständlichkeit durch ihre Unterschrift (unnötig) zu legitimieren? Die Betonung einer solchen Selbstverpflichtung lässt übrigens auch schnell vermuten, dass „Rassismus“ ein Problem an der Schule (gewesen) sein könnte, da dieses Etikett sonst gar nicht notwendig wäre. – Was sagen Sie dazu?

Schulleiter Peter Zarnitz: Ich freue mich, dass wir das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen. Wir reihen uns sehr selbstbewusst damit ein in eine Gemeinschaft von Schulen, die sich mit Courage der Verantwortung stellen, gegen jede Form des Rassismus einzustehen.

Wir sind da im Übrigen in guter Gesellschaft: Unser Bundespräsident und andere Prominente aus Politik, Sport und Kultur haben die Patenschaft für „Schulen ohne Rassismus“ übernommen.

Das beweist für mich genauso wie viele Begegnungen mit Menschen in Wickede (Ruhr) und bei mir zu Hause, dass wir uns mit großer Mehrheit einig sind, gegen Rassismus einzustehen.

Ich finde richtig und kann nichts von Nachteil daran entdecken, dass wir „Schule ohne Rassismus“ sind.

Es braucht doch Mut, einer verdeckt oder offen ausgetragenen Fremdenfeindlichkeit entgegenzutreten.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik: Ja, es ist eine Selbstverständlichkeit, dass eine Schule ohne Ausgrenzung und Vorurteile sein soll. Aber wogegen, Herr Dunker, soll das ein Argument sein?

Das wirkliche Leben ist doch so: Man bringt Aufgeschnapptes mit, nimmt Einflüsse aus Nachbarschaft, Medien oder anderen Bereichen auf. Das gilt auch und gerade für Einstellungen von jungen Leuten. Daher finde ich es richtig, dass es bei uns diese Aktion als eine persönliche Stellungnahme und gemeinsamen Auftritt gegen Ausgrenzung von Menschen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe oder Religion gibt.

Die Leute auf der Südtribüne in Dortmund oder in der Nordkurve auf Schalke wissen auch voneinander, dass selbstverständlich alle Fans sind. Und trotzdem bringen dass alle durch Trikots, Fahnen und Gesänge zum Ausdruck. So zeigt man: Wir halten zusammen.

„Schulen gegen Rassismus“ ist das Trikot und die Tribüne für ein faires Zusammenleben im Haus des Lernens.

„Schule der Nähe“ wirbt auch um Fahrschüler von auswärts

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: In der Vergangenheit wurde für die Sekundarschule immer wieder „als Schule der Nähe“ geworben. Sie selbst, Herr Bürgermeister, haben betont: „Lange Schulbustransfers am frühen Morgen oder späten Nachmittag entfallen. Ausgeschlafen lernt es sich leichter.“

Nunmehr wirbt die Gemeinde Wickede (Ruhr) aber auch in Nachbarkommunen für den Besuch ihres kommunalen Schulzentrums im Hövel. Diese auswärtigen Jungen und Mädchen sind ja dann auch „Fahrschüler“ und kommen gegebenenfalls „unausgeschlafen“ in den Unterricht.

Wie viele Schüler besuchen aktuell die Sekundarschule? Wie viele Schüler kommen aus anderen Kommunen? Und wie viele Jungen und Mädchen sind insgesamt „Fahrschüler“? Denn auch die Kinder aus den Ortsteilen kommen ja nicht zu Fuß zur Sekundarschule nach Wickede.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Ach, so künstliche Gegensätze klären nichts auf.

Natürlich ist es für Wickeder Kinder ein Vorteil, einen kurzen Weg zur Schule zu haben.

Und natürlich freut mich, wenn Eltern und Kinder von auswärts so überzeugt von der SKW sind, dass sie Zeit und Weg für den Unterricht bei uns in Kauf nehmen.

Von den rund 370 Schülerinnen und Schülern in 16 Klassen kommen 120 aus Nachbarkommunen. Sie kommen aktuell aus Ense, Fröndenberg, Menden, Werl und Vosswinkel.

Ich finde, das ist auch ein schönes Kompliment für unsere Schule – gerade da es keine Tradition für Schul-Einpendler gibt.

Gemeinde und Schule wollen Catering-Unternehmen für Mensa wechseln

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Als Ganztagsschule ist die Sekundarschule Wickede (Ruhr) nach eigenem Bekunden nicht nur „Lernort“ sondern auch „Lebensraum“ für inzwischen rund 370 Kinder und Jugendliche. Unter anderem verfügt die Schule über eine eigene Mensa.

Allerdings gab oder gibt es wohl Probleme mit dem externen Catering-Unternehmen. Unter anderem soll es in der Vergangenheit nach den Sommerferien über mehrere Wochen keine ordentliche Versorgung der Schüler mit warmen Mahlzeiten gegeben haben.

Auch ansonsten gibt es bei einigen „Kunden“ offenbar eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Essen. So wird in der Schule angeblich laut über einen Wechsel des Versorgers nachgedacht.

Wie viele Schüler haben derzeit ein Mittagessen abonniert? Und sind Klagen bezüglich Qualität und Zuverlässigkeit des Lieferanten seitens der Schüler oder Eltern bekannt?

Denken auch Schulleitung und -träger über einen Wechsel des Catering-Unternehmens nach – oder wurde dieser gar schon eingeleitet?

Schulleiter Peter Zarnitz: Die Information, dass es nach den Sommerferien keine warmen Mahlzeiten gegeben habe, ist falsch.

Es stimmt, dass Gemeindeverwaltung und Schule planen, den Lieferanten zu wechseln. Darüber haben wir in der Schulpflegschaft und der Schülervertretung zu Beginn des Schuljahres ausführlich diskutiert. Die Entscheidung und Veränderung kommt daher nicht überraschend. Die Planungsgespräche mit dem bisherigen und dem neuen Caterer sind fast abgeschlossen. Ein Wechseltermin steht heute allerdings noch nicht fest.

(ANMERKUNG DER REDAKTION: Unsere Fragen: „Wie viele Schüler haben derzeit ein Mittagessen abonniert? Und sind Klagen bezüglich Qualität und Zuverlässigkeit des Lieferanten seitens der Schüler oder Eltern bekannt?“ wurden trotz nochmaliger Nachfrage – aus unserer Sicht – leider nicht beantwortet.)

Alle Lehrerstellen besetzt – aber keine Angaben zu Unterrichtsausfällen

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Massive Unterrichtsausfälle und Lehrermangel sind aktuell landesweit heiß diskutierte Themen in der Schulpolitik. Wie ist die Stundenzahl der Unterrichtsausfälle in der Sekundarschule Wickede (Ruhr) und wie bewerten Sie diese gegenüber Vergleichszahlen im ländlichen Raum? Wie ist die Personalsituation im Bereich des Lehrerkollegiums? Sind neben der „Didaktischen Leitung“ weitere Planstellen unbesetzt? Und wie steht es um die Qualifikation der Lehrer? Wie viele der Pädagogen an der Sekundarschule Wickede (Ruhr) haben noch ein klassisches Lehramtsstudium mit abgeschlossenem Referendariat an einer deutschen Schule?

Schulleiter Peter Zarnitz: Das Kollegium der Sekundarschule Wickede (Ruhr) besteht aus 35 Lehrerinnen und Lehrern. Hinzu kommen drei Lehramtsanwärter, die in diesen Tagen ihre Zweite Staatsprüfung absolvieren. Außerdem arbeiten zwei Lehrkräfte zur Vertretung von Lehrerinnen in Mutterschutz.

Die Stellen an der Schule sind vollständig besetzt.

Auch an unserer Schule wird Unterricht vertretungsweise von anderen Lehrern gegeben oder fällt sogar ganz aus, wenn Lehrkräfte erkrankt sind oder aus anderen, dienstlichen Gründen nicht unterrichten können.

Für Fortbildung stehen dem Kollegium zwei Tage im Schuljahr zur Verfügung, an denen kein Unterricht erteilt wird.

Über Unterrichtsvertretung und Unterrichtsausfall ist die Schulleitung der Landesregierung gegenüber wöchentlich rechenschaftspflichtig. Weiterhin informiere ich regelmäßig die Schulpflegschaft.

Die Qualifikation eines Lehrers in Nordrhein-Westfalen wird durch Lehramtsstudium und durch das Ablegen einer Staatsprüfung erworben. Bei jeder Einstellung wird die Qualifikation von der oberen Schulaufsichtsbehörde in Arnsberg geprüft. Lehrer aus anderen Bundesländern müssen gegebenenfalls eine Anerkennung ihres Lehramts bei der Landesregierung beantragen.

Die Möglichkeit des Seiteneinstiegs wird durch eine besondere Ausbildungsordnung eröffnet und endet mit einer Staatsprüfung.

(ANMERKUNG DER REDAKTION: Unsere Frage: „Wie ist die Stundenzahl der Unterrichtsausfälle in der Sekundarschule Wickede (Ruhr) und wie bewerten Sie diese gegenüber Vergleichszahlen im ländlichen Raum?“ blieb leider unbeantwortet.)

Schwimmunterricht im Hallenbad der Stadt Werl

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Auf der Homepage der Sekundarschule Wickede (Ruhr) wird die Nähe zum kommunalen Freibad betont. Gibt es denn überhaupt Schwimmunterricht in der Sekundarschule? Und wenn: Welche Jahrgänge haben denn wie viele Stunden während der viermonatigen Freibad-Saison?

Schulleiter Peter Zarnitz: Für den Schwimmunterricht nutzen wir das Hallenbad in Werl. Das Freibad in Wickede (Ruhr) wird bei entsprechender Wetterlage im Rahmen des Sportunterrichts genutzt. Daher gibt es dafür keine Statistik oder Zielwerte.

Bleiben Schüler in der Sekundarschule trotz schlechter Noten nicht sitzen?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Ist es richtig, dass die Schüler der Sekundarschule zum Ende eines Schuljahres auch bei schlechten Leistungen beziehungsweise ungenügenden Noten nicht „sitzenbleiben“ können und nach den Sommerferien automatisch in die nächsthöhere Schulklasse versetzt werden? Eltern, die selbst das klassische Schulsystem besucht haben, können dies kaum glauben. Wie ist dies gegebenenfalls zu erklären?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Schule lebt und verändert sich wie die Gesellschaft.

Wer früher eine Lehre gemacht hat oder wer in den 1990-er Jahren in Politik oder Medien eingestiegen ist, tut sich auch manchmal schwer, damit zurecht zu kommen, wie da heute gearbeitet wird. Trotzdem erkennen wir manche Vorteile und nutzen sie.

Genau das geschieht auch an unseren Schulen.

In anderen Ländern wurden gute Erfahrungen damit gemacht, Jugendlichen einen durchgängigen Weg in der Schulzeit zu bieten und erkannte Schwächen durch begleitende Unterstützung anzupacken.

Das alte „Sitzenbleiben“ wird so vermieden. Das schließt jedoch nie aus, im Einzelfall auch eine Klasse zu doppeln, wenn es als der bessere Weg erscheint.

Schulleiter Peter Zarnitz: Die Regelungen zur Versetzung in eine höhere Klassenstufe sind in der Verordnung über die Ausbildung und die Abschlussprüfungen in der Sekundarstufe I bestimmt.

An Gesamtschulen und an Sekundarschulen erfolgt bis Klasse 9 ein Übergang in die nächst höhere Klassenstufe. So bleiben die Schülerinnen und Schüler im Jahrgangsverband.

Auf ihre Stärken und Schwächen gehen wir dabei mit Differenzierung nach Leistungsgruppen und individueller Förderung ein.

Eine Versetzung im alten Sinn findet von Klasse 9 nach Klasse 10 statt.

Intensiver Ausbau der Sekundarschule im Bereich „MINT“ geplant

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Was sind die besonderen Pluspunkte der Sekundarschule Wickede (Ruhr)? Gibt es Alleinstellungsmerkmale, die die kommunale Bildungseinrichtung im Hövel besonders attraktiv machen?

Schulleiter Peter Zarnitz: Besonders attraktiv an der Sekundarschule ist die sehr gute Ausstattung im Bereich der digitalen Medien und der Naturwissenschaften.

Wir werden uns in den kommenden Jahren intensiv zu einem Schulstandort im Bereich „MINT“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) aufstellen und die schulischen Schwerpunkte hier weiter entwickeln.

Der vorliegende Medienentwicklungsplan der Gemeinde Wickede (Ruhr) und das überarbeitete Medienkonzept der Schule, das dem Medienkompetenzrahmen der nordrhein-westfälischen Landesregierung folgt, sind dafür wichtige Bausteine.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Das bringt es gut auf den Punkt.

Kleine Schule mit großer Nähe zum einzelnen Schüler

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Für welche Kinder ist die Sekundarschule besonders geeignet? Welchen Eltern würden Sie empfehlen, Ihre Sprößlinge auf die Schule zu schicken?

Schulleiter Peter Zarnitz: Wir sind eine Schule, die Nähe ermöglicht. Die Größe der Schule erlaubt es, dass wir alle Kinder kennen. Hier geht niemand verloren. Wir bieten Chancen für jedes Kind, weil wir eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens sind.

Wenn Vielfalt als Chance verstanden wird, wenn Eltern der Überzeugung sind, eine gute Schule vor Ort zu haben, weil wir ein junges und engagiertes Team sind, weil wir guten Unterricht machen, wenn Eltern hören und erfahren, dass wir uns kümmern, auch wenn es mal schwierig wird, dann sind wir die richtige Schule.

Wer zahlt die Tabletts für die Fünftklässler: Eltern oder Gemeinde?

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Im kommenden Schuljahr 2019/20 sollen die Schüler des neuen fünften Jahrgangs der Sekundarschule Wickede (Ruhr) erstmals komplett mit Tabletts ausgestattet werden. Auf Nachfrage unserer Redaktion konnte die Schulverwaltung aber noch nicht beantworten, wer die Kosten dafür trägt: Eltern oder Schulträger. Können Sie eine verbindliche Aussage dazu machen?

Schulleiter Peter Zarnitz: Die Beratung mit der Schulverwaltung zu dieser Frage ist noch nicht abgeschlossen. In Kürze wird es weitere Gespräche mit der zuständigen Fachbereichsleiterin Susanne Modler und anderen Ansprechpartnern im Rathaus geben.

Es gibt Schulen in Nordrhein-Westfalen, die Eltern an den Anschaffungskosten beteiligen. Andere regeln die Anschaffung von Tabletts über Mietkaufverträge mit Drittanbietern.

Mein Wunsch ist, dass die Gemeinde uns die Mittel zur Anschaffung zur Verfügung stellt. – Im Schuletat habe ich dies so eingeplant.

Kryptische Bezeichnungen: „SK“, „SKW“ und „SKW-ickede (Ruhr)“

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Auf Anregung des Bürgermeisters sollte die Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) vor einigen Jahren einen individuellen eigenen Namen wie in „Schule am Erbkewald“ oder ähnliches bekommen.

Die Schulgemeinde war allerdings bis heute nicht in der Lage sich einen Namen auszudenken, der eine allgemeine Zustimmung gefunden hätte. Deshalb heißt die Sekundarschule im Hövel immer noch schlicht „Sekundarschule Wickede (Ruhr)“. – Dies ist ja auch nicht schlecht!

Leider ist auch dies keine durchgängige Bezeichnung. So zeigt die neue Wort-Bild-Marke der Schule, nur die kryptische bunte Buchstaben-Kombination „SKW-ickede (Ruhr)“. Und parallel wird im Internet als Adresse der Homepage auch noch „sk-wickede.de“ verwendet. Und auch das alte blaue Logo „SK-Wickede“ ist aktuell noch beim Schulträger im Einsatz.

Gehört zu einer modernen Schule nicht auch ein modernes visuelles Erscheinungsbild, sprich ein „Corporate Design“? Und sollte dies nicht etwas weniger „hausbacken“ sein?

Vor allem sollten doch „Sekundarschule“ in ausgeschriebener Form und „der Gemeinde Wickede (Ruhr)“ als Hinweis auf den kommunalen Schulträger und den Standort mit in eine solche Wort-Bild-Marke eingebettet sein. Oder?

Denn unter „SKW“ oder unter „SK“ können sich wohl nur Insider etwas vorstellen.

Und auch für die Auffindbarkeit in Online-Suchmaschinen wie Google würde eine „Search-Engine-Optimization“ (SEO) durch einen Klartext sicherlich sinnvoll sein.

Bei einem kommunalen „Invest“ von bislang bereits schon rund acht Millionen Euro wäre ein Hinweis auf den Schulträger, sprich: die Gemeinde Wickede (Ruhr), sicherlich doch angebracht, damit die Bürger sehen, wo die Kommunalpolitik ihre Steuergelder verbaut hat.

Was meinen Sie dazu? Gibt es da nicht noch Optimierungsbedarf beim Marketing für die „Sekundarschule Wickede (Ruhr)“?

Schulleiter Peter Zarnitz: Wir wollen als Schule gut erkennbar sein. Das Wichtigste ist dafür unser tägliches Schulleben, unser Profil, sind besondere Schulaktivitäten und die Lernerfolge unserer Schülerinnen und Schüler.

Öffentlichkeitsarbeit mit Internetseite, Informationsbroschüren und einem „Marken-Zeichen“, einem Logo gehören dann mit dazu. – Hier haben wir 2018 neue Akzente gesetzt, die gut ankommen.

Das neue Logo ist Ergebnis eines langen und breit aufgestellten Beratungsprozesses. Wir sind offen und dankbar für Anregungen, was wir noch besser machen können.

In Ihrer Frage erkennt man ja Ihre Expertise. Daher nehme ich Ihre Hinweise gerne auf.

Kommunalpolitiker streichen Werbebudget für kritische Medien

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Nach der kritischen Berichterstattung über die explodierten Baukosten und einige andere Probleme der Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) in den tagesaktuellen örtlichen Medien hat der kommunalpolitisch besetzte Aufsichtsrat der Gemeindewerke Wickede (Ruhr) den Geschäftsführer angewiesen, keine Anzeigen mehr bei kommerziellen Verlagen wie der ad medien GmbH als Herausgeber des lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ zu schalten.

Sie selbst, Herr Bürgermeister, waren bei der Sitzung zwar nicht zugegen, da erkrankt, aber trotzdem die Frage: Halten Sie diese kommunalpolitische Reaktion auf eine journalistisch-kritische Berichterstattung über die Sekundarschule in Trägerschaft der Gemeinde für richtig? Wie ist dies mit der von demokratischen Politikern immer wieder propagierten Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in unserem Lande zu vereinbaren?

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU): Zunächst halte ich fest, dass die Sitzungen des Aufsichtsrats der Gemeindewerke Wickede (Ruhr) nicht öffentlich sind. So es ist für Aufsichtsräte gesetzlich geregelt.

Kein Geheimnis ist, das Ratsmitgliedern, die auch Aufsichtsratsmitglieder sein können, einzelne Zeitungs- oder Online-Berichte zu kommunalpolitischen Themen aus der Gemeinde mal mehr oder weniger gefallen. Das ist normal. Das geht mir ja auch so. Ich habe früher selbst lange für eine Zeitungsredaktion gearbeitet und kenne das Geschäft von beiden Seiten.

Wo und wie die Gemeindewerke ihre Werbung platzieren und bezahlen, wird aber danach entschieden und verändert, wo und wie wir die größte Wirkung erwarten.

(ANMERKUNG DER REDAKTION: Dies ist definitiv nicht so. Nach einer schriftlichen Mitteilung der Gemeindewerke Wickede [Ruhr] hat deren Aufsichtsrat der Geschäftsführung die Werbeschaltung in Medien kommerzieller Verlage komplett untersagt. Dies betrifft nicht nur die ad medien GmbH mit dem lokalen Nachrichten-Portal "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" – aber auch! Durch Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat haben wir zudem erfahren, dass es sich dabei um eine Retourkutsche der Kommunalpolitiker für die kritische journalistische Berichterstattung über die Sekundarschule Wickede [Ruhr] in mehreren lokalen Medien handelt. – Wir lassen uns dadurch aber nicht einschüchtern und fragen weiterhin kritisch nach, sofern uns dies journalistisch angebracht erscheint.)

Dass persönliche Einzel-Meinungen zu Presse-Berichten über Themen, die außerhalb der Gemeindewerke liegen, Entscheidungen im Unternehmen bestimmen, habe ich nicht erlebt. Ich sehe das auch nicht für die Zukunft. Insofern habe ich um die Pressefreiheit bei uns überhaupt keine Sorge.

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Danke!


Die schriftlichen Interview-Fragen stellte
ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) von der Gemeinde Wickede (Ruhr), dem kommunalen Träger der Sekundarschule im Hövel ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) von der Gemeinde Wickede (Ruhr), dem kommunalen Träger der Sekundarschule im Hövel ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Schulleiter Peter Zarnitz von der Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Schulleiter Peter Zarnitz von der Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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