Sekundarschule Wickede (Ruhr)

Ist die Talsohle durchschritten? – Mehr Anmeldungen als im Vorjahr!

28.02.2019

WICKEDE (RUHR). An der Sekundarschule der Gemeinde Wickede (Ruhr) gäbe es aktuell bereits 41 Anmeldungen für den 5. Jahrgang des Schuljahres 2019/20. Dieser könne somit mit zwei Parallelklassen starten, erklärte Schulleiter Peter Zarnitz am heutigen Donnerstag (28. Februar 2019) in einer Mitteilung an die Medien.

Im letzten Jahr waren bekanntlich nur 34 Jungen und Mädchen aus den vierten Grundschuljahrgängen aus Wickede sowie den Nachbarkommunen auf die Sekundarschule im Hövel gewechselt. – Ein erschreckender Tiefstwert, nachdem die kommunale Bildungseinrichtung bereits 2017 ebenfalls nur  41 Anmeldungen verzeichnen konnte. Denn das nordrhein-westfälische Landesschulgesetz schreibt bei Sekundarschulen offiziell eigentlich pro Jahrgang drei Klassen mit einer Gesamtzahl von mindestens 60 bis maximal 90 Schülern vor.

Mehrere Jahre in Folge äußerst niedrige Anmeldezahlen

Auf Grund dieser wiederholt äußerst niedrigen Anmeldezahlen musste die Kommune bereits mehrfach eine Sondergenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg als Schulaufsichtsbehörde einholen, um zumindest zwei Parallelklassen im fünften Jahrgang bilden zu können, wenngleich ursprünglich vom Gesetzgeber und der Gemeinde Wickede (Ruhr) als Schulträger offiziell immer drei Klassen pro Jahrgang vorgesehen waren.

Klassenfrequenzrichtwert noch nicht erreicht

Bei 41 Fünftklässlern in zwei Klassen nach den nächsten Sommerferien käme die Sekundarschule Wickede (Ruhr) zudem bei weitem noch nicht an den sogenannten Klassenfrequenzrichtwert von 25 Schülern. Denn pro Klasse gelte in Nordrhein-Westfalen für Sekundarschulen eine Bandbreite zwischen mindestens 20 und höchstens 30 Schülern, erklärte Fachbereichsleiterin Susanne Modler aus dem Rathaus auf Nachfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“.

Wenngleich die Sekundarschule offenbar die Talsohle durchschritten hat und es nach einigen Turbulenzen mit der Bildungseinrichung im Hövel wieder bergauf zu gehen scheint, hat die Schule bislang das vorgegebene Normalniveau von 50 bis 75 Schülern im fünften Jahrgang noch längst nicht erreicht. Sie ist – dank mancher positiver Veränderungen in den vergangenen Monaten – aber auf einem guten Weg dorthin.

Wie kann man jetzt bereits von einer „Soliden Zweizügigkeit“ berichten?

Von einer „Soliden Zweizügigkeit“ zu berichten, wie es heute die lokale Tageszeitung „Soester Anzeiger“ in einem Online-Beitrag tut, ist aber wohl viel zu hoch gestapelt. Denn die Wickeder Schule hat mit den aktuellen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2019/20 zwar eine Umkehr von ihrem bisherigen Tiefstwert erreicht, ist aber mit diesen Schülerzahlen noch längst nicht wieder auf der Höhe.

So schreibt die Zeitungsredaktion des „Anzeiger“ nämlich gleichzeitig über die Conrad-von-Ense-Schule im nahen Dorf Bremen, dass die „Dreizügigkeit“ für diese Bildungseinrichtung im Schuljahr 2019/2020 gesichert sei, da sich dort bereits 63 Jungen und Mädchen angemeldet hätten. Und weiter heißt es in dem Beitrag wörtlich: „Eine ,Hängepartie‘ wie im Vorjahr bleibt damit allen erspart. Denn vor genau einem Jahr hatten bis zum Ende der offiziellen Frist lediglich 58 Anmeldungen vorgelegen …"

In diesem Vergleich zwischen der kommunalen Sekundarschule in Ense (63) und der in Wickede (41 Anmeldungen), sieht die Situation in der Ruhrgemeinde also eher bescheiden aus.

Und die Conrad-von-Ense-Schule ist auch ein Beispiel dafür, dass eine „Dreizügigkeit“ auch an Sekundarschulen im ländlichen Raum immer noch möglich ist.

Wickeder Kommunalpolitiker setzen sich hingegen für eine generelle gesetzliche Regelung zur Etablierung von zweizügigen Sekundarschulen in schwächer besiedelten Regionen ein.

Bemühungen von Gemeinde und Schule haben einen Teilerfolg erbracht

Trotzdem muss natürlich anerkannt werden, dass die Bemühungen von Schulleiter Peter Zarnitz und der Gemeinde als Schulträger im vergangenen Jahr durchaus Früchte getragen haben. Immerhin wurden sieben Schüler mehr als im Vorjahr in der kommunalen Schule angemeldet.

„Die Schule hat in den letzten Monaten mehr als deutlich gezeigt, dass sie eine sehr gute pädagogische Arbeit leistet“, lobte Rektor Peter Zarnitz am heutigen Mittwoch auch die eigene Arbeit. Dass im Sommer des vergangenen Jahres 2018 mehr als zwei Drittel der Schulabsolventen einen mittleren Bildungsabschluss erzielt hätten und sogar mehr als ein Drittel der Heranwachsenden die Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erreichten, sei auch ein Beweis für die Qualität der Schule gewesen, so Zarnitz.

Derzeitiger fünfter Jahrgang ist von 34 auf 40 Schüler angewachsen

Er verweist zudem darauf, dass der derzeitige fünfte Jahrgang auch von 34 Jungen und Mädchen nach den Sommerferien durch neu hinzu gekommene Schüler auf nunmehr 40 Kinder angewachsen sei. Sowohl die 5a als auch die 5b hätten jetzt jeweils 20 Schüler, betonte Zarnitz.

Sekundarschule Wickede (Ruhr) will „MINT“-Bereich ausbauen

Ebenso wie in unserem am gestrigen Dienstag (27. Februar 2019) veröffentlichtem Exklusiv-Interview mit Rektor Peter Zarnitz und Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) erklärte der Schulleiter in seiner heutigen Mitteilung an die Medien übrigens nochmals, dass die Wickeder Sekundarschule den Bereich „MINT“ (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) weiter schwerpunktmäßig ausbauen und eine Verbindung von Bildung und Digitalisierung schaffen wolle.

Wickede hat eine der am Besten ausgestatteten Sekundarschulen in der Region

Zarnitz weiter: „Hinzu kommt, dass die Wickeder Sekundarschule über eine Ausstattung und Einrichtung verfügt, die beispielhaft für die Region ist. Die Gemeinde hat (…) mit hohen Investitionen (rund 8 Millionen Euro in den letzten fünf Jahren, Anmerkung der Redaktion) eine weiterführende Schule aufgebaut, die den Herausforderungen zukunftorientierten Lernens in besonderer Weise gerecht werden kann.

Anmeldungen der Viertklässler für fünften Jahrgang noch bis Mitte März möglich

Wer seine Kinder noch an der Sekundarschule Wickede (Ruhr) anmelden möchte, kann dies übrigens noch bis zum 15. März 2019 machen, denn erst dann endet der offizielle Anmeldezeitraum.

Aus welchen Orten kommen die neuen Schüler?

Darüber wie viele der 41 neuen Schüler aus Wickede (Ruhr) stammen und wie viele aus welchen Nachbarkommunen kommen, sprich: Arnsberg (Voßwinkel), Ense, Fröndenberg, Menden und Werl, berichteten Schulleitung und -träger bislang nicht. – Die Redaktion des lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ hat diesbezüglich aber eine Anfrage an Rektor Peter Zarnitz gestellt. Denn auch dieses Verhältnis wäre für manchen der bisherigen Kritiker sicherlich interessant.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


LESEN SIE AUCH UNSER FOLGENDEN BEITRAG:

27. Februar 2019 – Exklusiv-Interview mit Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und Schulleiter Peter Zarnitz – Sekundarschule Wickede (Ruhr): Hohe Kosten, niedrige Anmeldezahlen und mittlere Bildungsabschlüsse

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Schulleiter Peter Zarnitz und seine Stellvertreterin Stefanie Tillmann ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Schulleiter Peter Zarnitz und seine Stellvertreterin Stefanie Tillmann ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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