Gemeinde Wickede (Ruhr)

Neuer Service für Freibad-Gäste

01.04.2019

WICKEDE (RUHR). Neuer Service für Freibad-Besucher: Die Gemeinde Wickede (Ruhr) kündigte am heutigen 1. April 2019 auf ihrer Homepage an, dass die Gäste des kommunalen Bades ihren Lieblingsplatz auf der Liegewiese künftig online reservieren könnten. Gleiches gelte für ausgewählte Bänke und Strandkörbe am Schwimmerbecken. – Dies sei allerdings nicht ganz umsonst. Der kommunale Extra-Service koste eine „angemessene“ Gebühr, die direkt über die gängigen Internet-Bezahlportale beglichen werden könne. Über genaue Kosten gab es noch keine Angaben.

Das ,,virtuelle Handtuch auf der Liegewiese“ könne auf einer Online-Übersichtskarte trotzdem ab sofort ausgebreitet werden, um den jeweiligen Wunschplatz zu sichern, heißt es. „In der Saison ist das bis 8.30 Uhr morgens noch für den jeweiligen Tag möglich“, betonte das Rathaus.

Im ersten Schritt sollten rund 100 Plätze entlang des Zaunes am Ruhrufer zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter des Freibad-Teams würden die reservierten Plätze dann jeweils wunschgemäß für den bestimmten Tag markieren.

Rathaus hofft auf positive Resonanz bei Besuchern

Das Rathaus ist überzeugt, dass dieses Angebot ein lebhaftes Echo beim Publikum auslösen wird. Denn überall, wo Menschen am Wasser seien, hätten sie offensichtlich das „Ur-Bedürfnis“ sich ganz früh und exklusiv einen persönlichen Platz mit einem Handtuch zu reservieren, meint die Verwaltung. Und diesem Bedürfnis wolle die Gemeinde nun auch vor Ort im Freibad „digital Rechnung tragen“.

„Virtuelles Handtuch auf der Liegewiese“

Gäbe es trotz rund 36 (!!!) Millionen Euro Schulden der Kommune (Stand: 31.12.2017) nicht aktuelle Pläne zum Bau eines Bike-Parks am Freibad und zur nächtlichen Beleuchtung der Wehranlagen in der Ruhr, könnte der aufmerksame Bürger fast vermuten, dass es sich bei der Mitteilung über das „virtuelle Handtuch auf der Liegewiese“ um einen netten April-Scherz handelt. Aber angesichts solch absurder politischer Pläne, muss man fast vermuten, dass es sich auch bei der digitalen Liegeplatz-Reservierung um Realsatire aus dem Rathaus handelt.

Das spricht dafür, dass es sich nicht um einen April-Scherz handelt

Ein Indiz dafür, dass die Geschichte wahr ist, könnte unter anderem sein, dass die Kommune den neuen virtuellen Dienst schon auf ihrer Homepage anpreist, obwohl sie noch gar keine konkreten Kosten dafür benennen kann. Denn das ist erfahrungsgemäß auch bei anderen Projekten der Kommune so. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nochmals an den geplanten Bike-Park am Freibad, bei dem Ratsherr Andreas Teutenberg (FDP) erst in der vergangenen Woche die fehlende Kostentransparenz bemängelte, oder an das LEADER-Projekt „Ruhrleuchten“, welches alleine schon für die theoretische Machbarkeitsstudie zur Illuminierung der alten Stauwehre in der Ruhr rund 13.500 Euro an Steuergeldern verschlingen soll.

Und noch etwas spricht dafür, dass der digitale Reservierungsservice kein April-Scherz sein kann: Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) klagt ja bei jeder Gelegenheit darüber, dass seine Verwaltung personell so schlecht aufgestellt sei, dass sie keine Kapazitäten für weitere Arbeiten mehr frei habe. Folglich hat also im Rathaus bestimmt niemand mehr Zeit, um sich einen April-Scherz auszudenken und online zu stellen.

Und angesichts von rund 36 (!!!) Millionen Euro Schulden der Kommune (Stand: 31.12.2017) dürfte bei der Gemeinde Wickede (Ruhr) zudem sicherlich niemandem mehr zum Scherzen zumute sein. Denn die finanzielle Situation der Kommune ist ja eher zum Heulen.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"


ANMERKUNG DER REDAKTION: Trotz aller Argumente, die für eine erneute Realsatire aus dem Rathaus sprechen, können wir den Verdacht eines April-Scherzes bei der Geschichte nicht ganz ausräumen.

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Das kommunale Freibad mit seinen Liegewiesen an der Ruhr LUFTBILD: ANDREAS DUNKER
Das kommunale Freibad mit seinen Liegewiesen an der Ruhr LUFTBILD: ANDREAS DUNKER

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