Kriminalität

Spezialbeamte der Polizei aus dem Ruhrgebiet ermitteln in Wickede

16.10.2019

WICKEDE. „Bitte bewahren Sie Ruhe!“ – Diese Ansage, die die Wickederin aus der Blumenstraße am heutigen Dienstag (15. Oktober 2019) gegen 7 Uhr aus dem Schlaf riss und die scheinbar aus dem Lautsprecher eines Polizei-Fahrzeuges hallte, beruhigte sie nicht wirklich. Stattdessen bat sie ihren Ehemann bei der Leitstelle der Kreispolizeibehörde Soest anzurufen, um nachzufragen, was denn los sei. Dort bekam dieser allerdings nur gesagt, dass es sich um einen überörtlichen Einsatz handele und die hiesigen Kollegen über keine Details informiert seien.

Der Familie ließ diese Auskunft jedoch keine Ruhe. Schließlich wollte sie wissen, ob die Polizei in ihrer Siedlung nur nach einem vermissten orientierungslosen Senior oder eventuell nach einem gefährlichen Schwerverbrecher fahndete und worum es denn bei dem Einsatz in den frühen Morgenstunden überhaupt ging.

Kreispolizeibehörde Soest verweist auf Polizeipräsidium Recklinghausen

Schließlich bat man die Redaktion unseres lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ um eine professionelle Recherche bei der Pressestelle der Polizei. – Was dabei heraus kam, klingt kurios. Denn der normal stets gut über Einsätze im Kreis Soest informierte Pressesprecher der Polizei-Behörde in Soest, Kriminalhauptkommissar Holger Rehbock, teilte nur kurz mit, dass es zu der Zeit offenbar einen Einsatz von Beamten des Polizei-Präsidiums Recklinghausen in Wickede gegeben habe. Dieser habe aber an der Hauptstraße stattgefunden. Es könne höchstens sein, dass sich die auswärtigen Einsatzkräfte erst im Bereich der Siedlung gesammelt hätten, wo die Wickederin wohne.

Auskunftshoheit liegt bei Staatsanwaltschaft Bochum

Pressesprecherin Ramona Hörst vom Polizei-Präsidium Recklinghausen bestätigte kurz darauf auf telefonische Nachfrage von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ den Einsatz ihrer Kollegen im fast 70 Kilometer entfernten Wickede. – Auf die Fragen: Welches Dezernat die Ermittlungen denn leite und um welche Delikte es denn bei dem mysteriösen Einsatz gehe, verweigerte sie aber jegliche Auskünfte. Die Hoheit für Presseauskünfte in diesem Fall lägen bei der federführenden Staatsanwaltschaft in Bochum.

Hausdurchsuchungen bei vier Beschuldigten

Deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Paul Jansen, brachte schließlich dann doch noch etwas Licht ins geheimnisvolle Dunkel des frühmorgendlichen Polizei-Einsatzes in Wickede: Es gehe um Ermittlungen bezüglich einer Verletzung des Kunsturheberrechts, erklärte der Jurist. Deshalb hätten heute mehrere Hausdurchsuchungen bei vier Beschuldigten in Datteln, Oberhausen und Unna sowie Wickede stattgefunden.

Also: Keine Drogen-Razzia, sondern ein offenbar doch etwas größerer und scheinbar länger geplanter Polizei-Einsatz wegen einer Verletzung des Kunsturheberrechts? Hatte da einer illegale Kopien von der früh morgens verteilten gedruckten Tageszeitung gemacht und illegal an die Nachbarn verteilt? Oder was war damit gemeint?

Delikt aus dem Bereich der Computer-Kriminalität

Nein, es handele sich um den digitalen Bereich, klärte der Sprecher der Bochumer Staatsanwalt schnell auf. Es bestehe der Verdacht, dass mutmaßliche Straftäter den geschützten Zugang zum Pay-TV gehackt hätten und sich dadurch illegal kostenlosen Zugang zum Bezahlfernsehen verschafft hätten.

Unter anderem sei eine 27-jährige Frau aus einem Privathaus an der Hauptstraße in Wickede in diesem Fall verdächtigt, so Oberstaatsanwalt Paul Jansen. Deshalb habe es am heutigen frühen Dienstagmorgen eine Durchsuchung an ihrem Wohnort gegeben.

Landesweite Ermittlungen von Polizei-Spezialisten aus dem Ruhrgebiet

Polizei-Spezialisten aus dem Bereich der Computer-Kriminalität ermittelten deshalb landesweit, ergänzte später dazu dann doch noch Pressesprecherin Ramona Hörst vom Polizei-Präsidium Recklinghausen.

Weitere Details wollten jedoch weder Polizei noch Staatsanwaltschaft mitteilen, da die weiteren Untersuchungen der Ermittlungsbehörden noch andauerten.

Ob eventuell auch noch der Straftatbestand des gewerbsmäßigen Betruges hinzu käme, müsse abgewartet werden, hieß es.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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