Alarm im Ruhrtal

Störfall am Stauwehr der Stadtwerke: Zwei Meter hohe Flutwelle

27.11.2019

FRÖNDENBERG / MENDEN / WICKEDE (RUHR). Eine etwa zwei Meter hohe Wasserwelle, die durch die Fehlsteuerung eines Stauwehrs in der Ruhr ausgelöst worden war, ist am gestrigen Dienstag gegen 17 Uhr über den Fluss zwischen Fröndenberg und Menden geschwappt. Erst im mehr als fünf Kilometer entfernten Langschede ebbte die Flut auf zirka 30 Zentimeter ab. In Halingen lag der plötzlich erhöhte Pegelstand immerhin noch rund 70 Zentimeter über dem Normalstand, hieß es.

Der verantwortliche Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Heitmann erklärte dazu am heutigen Mittwoch (27. November 2019) gegenüber unserem lokalen Nachrichten-Portal „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“: „Durch einen technischen Defekt hat sich die Stauwehranlage des sogenannten ,Möller-Kraftwerks Schwitten‘ in der Ruhr unterhalb des Naturschutzgebietes Kiebitzwiese um zirka 1,30 Meter geöffnet. Das ausströmende Wasser hat einen kurzzeitigen Anstieg des Wasserstandes in der Ruhr auf Höhe des Himmelmannparks in Fröndenberg um zirka zwei Meter erzeugt.“

Nach ersten Erkenntnissen keine Personen geschädigt

Nach ersten Erkenntnissen seien keine Personen durch die sintflutartige Wasserwelle zu Schaden gekommen, betonte Bernd Heitmann im Gespräch mit „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“: „Wir hoffen auch weiterhin, dass niemandem etwas passiert ist. Ich habe jedenfalls noch keine andere Nachricht bekommen!“

Lebensgefahr für Menschen im Umfeld bestand durchaus

Dabei hätte für Angler, Kanusportler und Stand-Up-Paddler – und in den Sommermonaten eventuell auch für Badegäste am oder Schwimmer im Fluß – sicherlich durchaus Lebensgefahr bestanden. Denn die Höhe und Wucht der Welle war schon gewaltig.

Plötzliche unkontrollierte Öffnung von 1,30 Metern Höhe über 25 Meter Breite

Immerhin habe sich das Segmentwehr, welches den Fluss durch seine riesigen schweren Tafeln staue und zur Wasserstandsregulierung unterströmt werde, plötzlich ungewollt auf einer Breite von zirka 25 Metern um 1,30 Metern geöffnet, berichtete Volker Kretschmer als Technischer Leiter der Stadtwerke gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“.

Stadtwerke Fröndenberg versuchen Ursache für Steuerungsfehler zu ermitteln

Wie es zu dem dramatischen Vorfall genau kommen konnte, versuchten die Stadtwerke Fröndenberg als Betreiber des technischen Wasserbauwerks aktuell noch zu klären, so Heitmann. Offenbar habe es ein Problem mit der Steuertechnik gegeben, die den Pegel des Flusses – trotz unterschiedlich zufließender Wassermengen – eigentlich gleich halten solle.

Sachschäden im Umfeld und vorübergehender Betriebsausfall des Kraftwerks zur Stromerzeugung

Zu den Sachschäden erklärten die Stadtwerke: „Nach ersten Erkenntnissen sind keine Schäden am Flusslauf der Ruhr entstanden, allerdings führte die plötzliche Wasserstandsabsenkung oberhalb der Stauanlage zum fast vollständigen Wasserverlust im Enten- und Fischteich auf der Südseite der Ruhr in Höhe des Naturschutzgebietes Kiebitzwiese und hat auch einen Schaden an der Eindämmung des Teichs erzeugt, dessen Fische durch die riesige Welle scheinbar in die benachbarte Ruhr gespült wurden.“

Außerdem sei durch den plötzlichen Wasserabfall auch die Stromerzeugung im Laufwasserkraftwerk zum Erliegen gekommen.

Normaler Füllstand des Flusses in Fröndenberg schon wieder erreicht

Inzwischen sei der normale Füllstand des Flusses oberhalb des Wehrs allerdings schon fast wieder erreicht, betonte Heitmann, so dass die Stadtwerke an diesem seit 1923 bestehenden Werk am Fröndenberger Ortseingang wieder regenerative elektrische Energie produzieren könnten.

Ruhrverband und andere öffentliche Stellen erhielten eine Alarmmeldung

Auch der Ruhrverband in Essen und andere zuständige öffentliche Stellen wurden durch ein bestehendes Warn- und Informationssystem, welches jegliche Gefahren für das Gewässer anzeigt, über die unkontrollierte Welle am gestrigen Dienstag in der Ruhr in Fröndenberg benachrichtigt.

In dieser Alarmmeldung sei allerdings nur die Rede von einer ein Meter hohen unkontrollierten Welle gewesen, berichtete Britta Balt als Sprecherin des Verbandes auf Anfrage von „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“. – Die Stadtwerke Fröndenberg bestätigten auf Nachfrage allerdings nochmals den Höchststand von zwei (!) Metern der Wasserwelle direkt hinter dem Wehr.

Ungewöhnlicher Störfall scheint ein Einzelfall zu sein

Wie ungewöhnlich der Störfall ist, erkennt man übrigens daran, dass Balt keine ähnlichen Vorkommnisse aus der Vergangenheit bekannt sind.

Wäre ein solches Problem auch am Wickeder Wehr möglich?

Ob eine ähnliche Panne auch am Stauwehr der Stadtwerke Fröndenberg in der Ruhr in Wickede in Höhe des kommunalen Freibades denkbar sei, wollten die Betreiber trotzdem nicht ausschließen. Allerdings würden die Tafeln an dem Wickeder Wehr auf Grund einer anderen technischen Funktionsweise viel langsamer hoch gezogen. Dadurch könne das dahinter gestaute Wasser nicht ganz so schlagartig wie bei der Anlage in Fröndenberg ausströmen, hieß es.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Das Stauwehr in der Ruhr zwischen Fröndenberg und Menden: Eines der zirka 25 Meter langen und schweren Segmente öffnete sich plötzlich unkontrolliert und wurde um 1,30 Meter angehoben. Dadurch gab es eine riesige Flutwelle von zirka zwei (!) Metern unterhalb des Wehrs. Der Fluss trat dadurch aus seinem Bett und überspülte den Uferbereich. ARCHIFOTO: STADTWERKE FRÖNDENBERG
Das Stauwehr in der Ruhr zwischen Fröndenberg und Menden: Eines der zirka 25 Meter langen und schweren Segmente öffnete sich plötzlich unkontrolliert und wurde um 1,30 Meter angehoben. Dadurch gab es eine riesige Flutwelle von zirka zwei (!) Metern unterhalb des Wehrs. Der Fluss trat dadurch aus seinem Bett und überspülte den Uferbereich. ARCHIFOTO: STADTWERKE FRÖNDENBERG
Die drei Wasserkraftwerke mit Stauwehranlagen entlang der Ruhr im Besitz der Stadtwerke Fröndenberg GRAFIK: STADTWERKE FRÖNDENBERG
Die drei Wasserkraftwerke mit Stauwehranlagen entlang der Ruhr im Besitz der Stadtwerke Fröndenberg GRAFIK: STADTWERKE FRÖNDENBERG

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