Gemeinde sagt öffentliche Veranstaltungen ab

Auswirkungen der Corona-Pandemie vor Ort

11.03.2020

WICKEDE (RUHR) / KREIS SOEST. Die Gemeinde Wickede (Ruhr) sagt alle ihre öffentlichen Veranstaltungen bis mindestens Anfang April 2020 ab. Zudem bittet die Kommune in einem Rundschreiben auch alle Vereine auf größere Veranstaltungen zu verzichten.

Wie Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) soeben im Gespräch mit unserem lokalen Nachrichten-Portal „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ mitteilte,  gäbe es aktuell zwar keine Verdachtsfälle von Coronavirus-Erkrankungen in der Ruhrgemeinde. Im Raum Soest seien in Möhnesee, Bad Sassendorf und der Kreisstadt aber drei Patienten nach entsprechenden Laboruntersuchungen als positiv befunden worden.

Keine vergleichbare Lage seit den Pocken-Erkrankungen vor 50 Jahren

Nach den Erfahrungen aus China und Italien sei deshalb jetzt durchaus Vorsicht geboten und die Solidarität aller Bewohner gefragt, damit besonders gefährdete Menschen wie Senioren und chronisch Kranke vor einer Ansteckung und den teils tödlichen Auswirkungen der neuen Atemwegserkrankung geschützt würden. Michalzik: „Seit den Pocken-Erkrankungen vor 50 Jahren hatten wir in unserer Region keine vergleichbare Krise.“

„Ein rationales Verständnis für die unsichtbare Gefahr“

Wichtig sei es jetzt „ein rationales Verständnis für die unsichtbare Gefahr“ aufzubringen, mahnte der Wickeder Bürgermeister. Weder Ignoranz noch Panik seien dabei hilfreich.

Bereits am gestrigen Dienstag (10. März 2020) hatte Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik zusammen mit seinen Amtskollegen Christof Sommer aus Lippstadt und Eckhard Ruthemeyer aus Soest an einer Krisensitzung in kleiner Runde mit Landrätin Eva Irrgang in der Kreisstadt teilgenommen.

Kreis Soest spricht von einer verschärften Lage

Zusammen mit Kreisdirektor Dirk Lönnecke, Gesundheitsdezernentin Maria Schulte-Kellinghaus und Dr. Ansgar Brockmann als stellvertretender  Leiter des Gesundheitsamtes sowie der aus Wiehagen stammenden Landrätin hatte der Kreis Soest am heutigen Mittwochnachmittag (11. März 2020) über „eine verschärfte Lage“ vor Ort berichtet. (Siehe archivierten Live-Stream auf unserer Facebook-Seite "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE".)

Infektionskette durchbrechen und Ausbreitung des Virus’ verlangsamen

Eva Irrgang machte dabei deutlich, dass es Ziel des Kreises sowie der 14 Städte und Gemeinden sei die Infektionskette zu durchbrechen und die Ausbreitung des Virus’ zu verlangsamen, damit niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser nicht durch die anhaltende Erkältungs- und Grippe-Welle sowie Corona-Erkrankte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen würden.

Risiko für alle besonders gefährdeten, Personen minimieren

Auch Martin Michalzik machte am Abend nochmals deutlich wie wichtig es sei das Risiko für alle vulnerablen, sprich besonders gefährdeten, Personen zu minimieren. Im Rathaus gelte bereits die Devise: Lieber winken als Hände schütteln. Zudem biete die Gemeindeverwaltung im Foyer die Möglichkeit zur Desinfektion der Hände. Außerdem bat er Besucher um den gebotenen Abstand zu Mitarbeitern, um eine Ansteckung durch eine Tröpfchen-Infektion zu vermeiden.

Auswirkungen der Pandemie jetzt unmittelbar vor Ort spürbar

Michalzik: „Mit jetzt drei bestätigten Corona-Infektionen im Kreis Soest und einer stets steigenden Zahl von Verdachtsfällen spüren wir jetzt die Auswirkungen dieser weltweiten Entwicklung und Gefährdung unmittelbar in der Heimatregion!“

Ob, wann und wie möglicherweise in den kommenden Tagen weitergehende Maßnahmen getroffen werden (müssen), könne die Kommune auf Grund der sich dynamisch entwickelnden Lage (noch) keine Vorhersage machen.

Klima-Forum und Senioren-Tag finden nicht statt

Fest stehe, dass das Bürgerforum für Klima- und Umweltschutz für den 18. März abgesagt sei und auch der geplante Senioren-Tag am 1. April voraussichtlich nicht stattfinde, so der Bürgermeister.

Michalzik weiter: „Mir liegt sehr am Herzen, dass Sie jetzt und für die kommenden Wochen ihr Vereinsleben und wo möglich auch private Aktivitäten auf diese neuen Umstände und Anforderungen ausrichten.“

Dazu gehöre die bekannte Husten- und Nies-Hygiene ebenso wie häufigeres Händewaschen und ein Abstand von möglichst mindestens zwei Metern zu anderen Personen, hieß es von Medizinern und Virologen. Ansammlungen in engen geschlossenen Räumen sollten, soweit möglich, vermieden werden (wir berichteten).

Angemessener und vernünftiger Umgang mit der Gefahr

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik wörtlich: „Mir ist dabei sehr bewusst, dass es für jeden von uns und für uns als Gesellschaft erkennbar schwer ist, mit einer unsichtbaren Gefahr wie einem Virus angemessen umzugehen, deren Stärke und Verbreitungstempo ebenso wenig verlässlich eingeschätzt werden kann wie man weiß, ob und wie ein ganz individuelles Risiko aussieht. Natürlich kann auch niemand versprechen, dass der jetzige Verzicht auf eine einzelne Veranstaltung, die schön und wertvoll wäre und bereits mit viel Arbeit vorbereitet wurde, das Virus stoppt – aber im Zusammenwirken vieler Entscheidungen kann eine Verlangsamung erreicht werden. Das ist vor allem ganz entscheidend dafür, um das Gesundheitswesen nicht zu überfordern!“

Sichtbare Folgen der Erkrankungen durch unsichtbare Erreger

Und weiter: „Wir sehen in EU-Ländern, wie schnell und tiefgreifend das öffentliche Leben durch den Virus betroffen sein kann – und nehmen mit den Absagen von Konzerten und Eishockeyspielen sowie an den ,Geisterspielen‘ der Bundesliga nur die ersten besonders sichtbaren Folgen bei uns wahr.“

Funktion wichtiger Lebensbereiche muss aufrecht erhalten werden

Gemeinsames wichtigstes Ziel sei es, für eine Verlangsamung der Ausbreitung des Virus’ zu  sorgen, damit wichtige Lebensbereiche  wie Kindergärten und Schulen, Handel und Pflege sowie Verwaltung und Versorgung in der nächsten Zeit weiterhin aufrecht erhalten werden könnten.

Persönliche Vorsorge eines jeden Einzelnen und Solidarität ist wichtig

„Dies und ihre persönliche Vorsorge dafür ist unverzichtbar, damit wir bei einer weiteren Verbreitung im örtlichen Ernstfall sozial handlungsfähig bleiben und zum Beispiel im Bedarfsfall innerhalb der Familie oder der Nachbarschaft einander helfen können“, so Michalzik.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

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Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) von der Gemeinde Wickede (Ruhr) ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) von der Gemeinde Wickede (Ruhr) ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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