Brandanschlag auf Bauernhof in Schlückingen

Ermittlungen dauern an, Tatverdächtiger weiter in Haft

21.04.2020

SCHLÜCKINGEN. Der 36-jährige Ukrainer, dem die Ermittlungsbehörden eine „Schwere Brandstiftung“ in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag auf dem Hof Prenger in Schlückingen zur Last legen ( wir berichteten), ist immer noch in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt in Hamm. Denn laut Staatsanwalt Thomas Schmelzer besteht weiterhin dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr. Zu dem ihm vorgeworfenen Delikt habe sich der Beschuldigte bislang gegenüber den Ermittlungsbehörden noch nicht eingelassen, so Schmelzer.

Auch der inzwischen bestellte Pflichtverteidiger des Inhaftierten, der Rechtsanwalt und Strafrechtler Philipp Allhoff aus Soest, bestätigte am heutigen Dienstag (21. April 2020), dass sein Mandant sich bislang noch nicht zu den von der Arnsberger Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen geäußert habe. AlsVerteidiger habe er inzwischen Einsicht in die Ermittlungsakten beantragt, um sich ein genaueres Bild von der Situation zu machen, sagte Allhoff. Auf Grund der Infektionsschutzmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie gäbe es im Gefängnis auch nur eingeschränkte Besuchszeiten, so dass er seinen Mandanten bislang nur bei der Haftvorführung vor dem Amtsgericht in Arnsberg am Osterwochenende gesehen habe. Zudem sei sein Mandant der deutschen Sprache nicht mächtig und es bedürfe immer eines Dolmetschers zur Kommunikation mit ihm.

Gefundenes Schlüsselbund als Hinweis auf Brandstifter?

Ob das auf dem Hof Prenger gefundene Schlüsselbund wirklich ein Beweismittel zu Lasten des ukrainischen Lkw-Fahrers sei, der seinen Lastkraftwagen auf dem Gelände der Autobahnraststätte „Am Haarstrang“ an der A 44 nahe des betroffenen Milchviehbetrieb geparkt habe, müsse abgewartet werden. Nur weil der Schlüssel des Mannes auf dem Hofgelände gefunden worden sei, hieße dies noch lange nicht, dass dieser der gesuchte Brandstifter sei.

Die Ermittlungsbehörden sehen in dem am Tatort gefundenen Schlüsselbund hingegen durchaus einen Indiz für die mögliche Schuld des Verdächtigen.

Höhe des Sachschadens bislang noch nicht bekannt

Noch keine Angaben machten Polizei und Staatsanwaltschaft über die finanzielle Höhe der Sachschäden auf dem Bauernhof in Schlückingen.

Fakt ist: Neben dem Totalschaden des völlig ausgebrannten VW-Transporters gäbe es durch die weiteren Brandherde auch erhebliche Schäden an dem Gebäudekomplex. Unter anderem hätten die Einsatzkräfte auch einen Brand in einem Wirtschaftsgebäude des Hofes bekämpfen müssen, erklärte Gemeindebrandinspektor Georg Ptacek als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr im Gespräch mit unserem lokalen Nachrichten-Portal „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“.

Ermittlungsverfahren und Untersuchungshaft werden sich vermutlich noch hinziehen

Einig sind sich Staatsanwaltschaft und Pflichtverteidiger übrigens in der Prognose, dass sich das Verfahren voraussichtlich noch über Wochen hinziehen wird, bevor eventuell Anklage gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Beschuldigten erhoben werden könne. Insbesondere die Verständigungsschwierigkeiten machten das Verfahren nicht einfacher. Zumal es keine geständigen Einlassungen des Beschuldigten gibt, der von der Polizei in der Brandnacht alkoholisiert in seiner Lkw-Fahrerkabine an der Büdericher Raststätte angetroffen worden war. Der Lastkraftwagen steht seitdem dort und wartet auf die Abholung durch einen anderen Fahrer der Spedition, die von der Polizei informiert wurde.

Staatsanwaltschaft will voraussichtlich Anklage wegen  „Schwerer Brandstiftung“ erheben

Derzeit hielten die Ermittlungen der Brandsachverständigen der Kriminalpolizei an. Unter anderem hätten diese Proben vom Brandgut genommen, erklärte Staatsanwalt Thomas Schmelzen gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“. Er gehe davon aus, dass eszu einer Anklage wegen „Schwerer Brandstiftung“ gegen den 36-jährigen Beschuldigten aus der Ukraine käme.

Bislang sieht alles nach einer  „Zufallstat“ aus

Bislang sehe alles nach einer sogenannten „Zufallstat“ durch die räumliche Nähe des Schlückinger Milchviehbetriebes zu dem Abstellort des Lastkraftwagens an der Büdericher Autobahnraststätte aus, meinte Staatsanwalt Thomas Schmelzer im Gespräch mit "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE". Eine persönliche Beziehung oder gar ein Streit zwischen der geschädigten Landwirtsfamilie und dem mutmaßlichen Täter sei nicht bekannt.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Löscheinsatz der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr) auf dem Hof Prenger in Schlückingen. FOTO: FEUERWEHR
Löscheinsatz der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr) auf dem Hof Prenger in Schlückingen. FOTO: FEUERWEHR
Der ausgebrannte VW-Transporter auf dem Hof Prenger in Schlückingen. FOTO: FEUERWEHR
Der ausgebrannte VW-Transporter auf dem Hof Prenger in Schlückingen. FOTO: FEUERWEHR

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