Exklusiv-Interview mit Verantwortlichen des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern

Betrieb der Behinderten-Werkstatt im Roncalli-Haus vorerst eingestellt

09.07.2020

WICKEDE / ARNSBERG. Der Caritasverband Arnsberg-Sundern e. V. hat seine Behinderten-Werkstatt im Roncalli-Haus an der Ludgerusstraße in Wickede geschlossen. Unser lokales Nachrichten-Portal "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" hat dazu die Standortleitungen Simone Tillmann und Georg Erdélyi sowie den Fachbereichsleiter Frank Demming des katholischen Sozialverbandes aus dem Hochsauerlandkreis befragt.

wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Wann und warum wurde der Betrieb der Behinderten-Werkstatt im Roncalli-Haus eingestellt?

Standortleiter Georg Erdélyi: Der Caritasverband Arnsberg-Sundern hat sich (vor einigen Wochen, Anm. d. Red.) dazu entschlossen, die eingeschränkte Nutzung des Roncalli-Hauses zum 24. Juni 2020 zunächst nicht fortzuführen.

Der aktuellen Situation (Corona-Pandemie, Anm. d. Red.) geschuldet sieht sich der Caritasverband in der Verpflichtung, besondere Schutzmaßnahmen für die Menschen mit Handicap zu ergreifen. Dieses ist derzeit in der aktuellen Lage sowohl aus technischer wie hygienischer Hinsicht im Roncalli-Haus nicht umzusetzen.

Daher wurde das Arbeitsangebot, entsprechend nach den jeweiligen Bedürfnissen und Anforderungen der Menschen mit Handicap, auf andere Standorte verlagert. Hierbei wurde besonders darauf geachtet, dass bei allen ihre Bezugspersonen und ihre Arbeitskollegen weitestgehend erhalten bleiben.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Wie viele Behinderte und wie viele Betreuer waren vor der Corona-Krise im Roncalli-Haus beschäftigt?

Standortleiterin Simone Tillmann: Im Roncalli-Haus waren vor der Verlagerung der Arbeitsangebote bis zu zwölf Menschen mit Handicap aktiv, die von bis zu drei Mitarbeitern begleitet wurden.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Aus welchen Wohnorten kamen die Behinderten und wo sind sie jetzt beschäftigt?

Standortleiterin Simone Tillmann: Unsere (…) Mitarbeiter aus dem Roncalli-Haus kommen aus dem Sozialraum Neheim und sind jetzt zum größten Teil in der Caritas-Werkstatt am Standort Arnsberg tätig.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Welche Dienstleistungen und Tätigkeiten wurden in der Werkstatt angeboten und für welche Auftraggeber hat man dort gearbeitet?

Georg Erdélyi: In Zusammenarbeit mit einem Großkunden (WHW Hillebrand aus dem Industriegebiet Westerhaar, Anm. d. Red.) aus Wickede wurden im Roncalli-Haus leichte Montagen und Verpackungsarbeiten durchgeführt.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Ist es richtig, dass von Anfang an nur eine eingeschränkte Nutzung des Roncalli-Hauses möglich war und warum war dies gegebenenfalls so?

Fachbereichsleiter Frank Demming: Der Caritasverband Arnsberg-Sundern ist an dem Standort im Roncalli-Haus bedarfsorientiert mit einem Kooperationspartner gestartet und hat anschließend nach weiteren Kooperationspartnern gesucht, wodurch sich zunächst eine eingeschränkte Nutzung des Roncalli-Hauses ergeben hat.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Gibt es Probleme mit dem Brandschutz?

Fachbereichsleiter Frank Demming: Die Schließung des Roncalli-Hauses hat, wie bereits zu Beginn erläutert, nichts mit dem Brandschutz-Konzept zu tun, sondern ist der aktuellen Situation geschuldet, dass der Caritasverband Arnsberg-Sundern die besonderen Schutzmaßnahmen, sowohl aus technischer wie hygienischer Hinsicht, vor Ort nicht umsetzen kann.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Es heißt, dass der Caritasverband Arnsberg-Sundern seinen Standort Wickede künftig ganz aufgeben will? Was ist an diesem Gerücht dran? Gibt es bereits Verhandlungen mit einem Nachnutzer und um wen handelt es sich dabei?

Standortleiterin Simone Tillmann: Die Aufgabe des Standortes ist momentan nicht geplant. Ab wann und wie der Caritasverband Arnsberg-Sundern das Roncalli-Haus nach der Corona-Pandemie wieder nutzen wird, kann aus aktueller Sicht noch nicht bekannt gegeben werden.

Fachbereichsleiter Frank Demming: Dadurch, dass die Aufgabe des Standortes momentan nicht geplant ist, gibt es keine Verhandlungen mit einem Nachnutzer.


wickede.ruhr HEIMAT ONLINE: Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.


Die Interview-Fragen für unser lokales Nachrichten-Portal "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" stellte Andreas Dunker.



Anmerkung der Redaktion: Die Kreisverwaltung Soest als zuständige Bauaufsichtsbehörde für die Gemeinde Wickede (Ruhr) teilte kürzlich auf Anfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" mit, dass dem Caritasverband Arnsberg-Sundern e.V. bereits am 3. Dezember 2018 eine Genehmigung für die   Nutzungsänderung des früheren katholischen Gemeindezentrums "Roncalli Haus" an der Ludgerus-Straße in Wickede in Teilbereichen zu Büro, Lager und Werkstatt erteilt worden sei.

Pressesprecher Wilhelm Müschenborn: "Nach der Betriebsbeschreibung handelt es sich um eine Werkstatt für behinderte Menschen als inklusives Modell für Montage- und Verpackungsarbeiten für ortsansässige Firmen."

Eine Schlussbesichtigung habe aber bislang noch nicht stattgefunden, so Müschenborn gegenüber "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE".


Einrichtungen des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern in Wickede

Der Caritasverband Arnsberg-Sundern betreibt in der Gemeinde Wickede (Ruhr) das Alten- und Pflegeheim "Seniorenhaus St. Josef" sowie den "St.-Antonius-Hof" und den "St.-Klara-Hof" als Einrichtungen für "Betreutes Wohnen". Die Trägerschaft des Komplexes an der Straße "Am Lehmacker" in Wickede hatte der katholische Sozialverband zum 1. Januar 2017 von der „Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe“ (GFO) übernommen.

Bei einem Notar-Termin am 6. Februar 2017 hatte der Caritas-Verband Arnsberg-Sundern dann auch das "Roncallli-Haus" an der Ludgerusstraße in Wickede erworben, um dort eine Behinderten-Werkstatt einzurichten. Bis dahin war im "Roncallli-Haus" das Pfarrgemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde.

Kleine Chronik zur Geschichte des Roncallli-Hauses

Das Roncalli-Haus an der Ludgerus-Straße in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Das Roncalli-Haus an der Ludgerus-Straße in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Das Roncalli-Haus an der Ludgerus-Straße in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Nach der Profanierung des Roncallli-Hauses: Vertreter des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern und der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius von Padua und St. Vinzenz mit Messdienern. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUKER
Nach der Profanierung des Roncallli-Hauses: Vertreter des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern und der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius von Padua und St. Vinzenz mit Messdienern. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUKER

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