Kommentar

Kosten laufen immer wieder aus dem Ruder

02.02.2021

Wieder ein Bau-Projekt der Gemeinde Wickede (Ruhr), bei dem die Kosten extrem aus dem Ruder laufen. – Manch ein Bürger und Steuerzahler wird dies als Déjà-vu-Erlebnis empfinden und an den Um- und Ausbau der kommunalen Sekundarschule im Hövel denken.

Sicherlich ist die Bevölkerung schon an Kosten-Explosionen und Termin-Verzögerungen bei öffentlichen Bauten in Deutschland gewöhnt. Ob der Berliner Flughafen BER, die Hamburger Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 – oder die kommunale Sekundarschule im Hövel und der gemeindeeigene Bauhof an der Straße "In der Eike". Punktlandungen bezüglich Kosten und Fertigstellungsterminen sind hier Fehlanzeige.

Öffentliche Baumaßnahmen müssen endlich besser geplant werden

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) fordert deshalb, dass öffentliche Baumaßnahmen endlich besser geplant werden müssen. Denn zahlreiche Studien belegen: Kostensteigerungen bei kommunalen und staatlichen Projekten sind keine Seltenheit. – "Im Schnitt weisen sie Kostensteigerungen von 70 Prozent auf. Pannenprojekte verschlingen Milliarden an Steuergeldern, die an anderer Stelle fehlen", berichtet der BdSt.

Gemeinde Wickede (Ruhr) ist leider keine positive Ausnahme

Leider ist die Gemeinde Wickede (Ruhr) hier keine Ausnahme: Millionen-Kosten mehr als geplant für den Um- und Ausbau der Gerken-Hauptschule zur Sekundarschule, erhebliche Kostensteigerung bei der Bodensanierung der Industriebrache des ehemaligen Mannesmann-Werkes in der Wickeder Ortsmitte sind hier Beispiele. Und bei letzterem Projekt handelt es sich nur um eine Vorausschau, die in der Endabrechnung noch wesentlich teurer werden könnte.

Ohnehin schon höchst defizitäre Kassenlage vor Ort

Mit Schreck mag da mancher Bürger und Steuerzahler an die ohnehin schon höchst defizitäre Kassenlage und sicherlich fehlende Gewerbesteuer-Einnahmen in der Zukunft in Folge der Corona-Krise denken und sich fragen: Was ist mit der Sanierung des Bürgerhauses und den Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Ruhr? Wird es auch bei diesen Projekten auf der kommunalen Agenda wieder Kosten-Explosionen in Millionen-Höhe geben?

Wer in den letzten Jahren gesehen hat, wie die Verwaltung im Rathaus rechnet – oder besser: sich ständig bei ihren Kalkulationen verrechnet, der muss schlimmes befürchten.

Kommune sollte sorgsamer und sparsamer wirtschaften

Kommunalpolitiker und -verwaltung sollten doch etwas sorgsamer und sparsamer wirtschaften. Denn Fakt ist: Neben den immer wieder selbstherrlich verkündeten Investitionen in die Zukunft bleiben auch enorme Schulden für die künftigen Generationen durch diese riesigen Ausgaben.

Und falls die Gemeinde Wickede (Ruhr) aufgrund ihrer schlechten Finanzlage wieder in ein Haushaltsicherungsverfahren gerät, wie dies bereits in der jüngeren Vergangenheit der Fall war, wird sie erneut einen Großteil ihres politischen Gestaltungsspielraums und ihrer kommunalen Selbstverwaltung verlieren.

Kleine Gemeinde lebt auf zu großem Fuß

Offenbar beachten weder die Verwaltungsleitung im Rathaus noch die verantwortlichen Ratsmitglieder die Warnung der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen, die der kleinen Gemeinde Wickede (Ruhr) bereits im Jahre 2018 ins Stammbuch geschrieben hat, dass sie auf zu großem Fuß lebe (Siehe unseren diesbezüglichen Beitrag.)

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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