Ruhrtalklinik in Wimbern: Corona-Ausbruch in der Reha-Klinik für Behinderte aus ganz Deutschland

"Seit Montag herrscht Ausnahmezustand"

04.02.2021

[UPDATE: 20.45 UHR] WIMBERN. In der Ruhrtalklinik in Wimbern gibt es unter Patienten und Mitarbeitern mehrere bestätigte Corona-Fälle. – Dies erklärten Geschäftsführer Markus Anders und Verwaltungsleiter Dominik Pieper am heutigen Donnerstagabend (4. Februar 2021) gegenüber unserem lokalen Nachrichten-Portal "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE". – Bereits seit Montag habe die Rehabilitationsklinik für Patienten mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung einen Aufnahmestopp für Neuzugänge verfügt, nachdem es erste Verdachtsmomente gegeben habe. Nunmehr werde der Betrieb der Reha-Klinik mit ihren Gästen aus der gesamten Bundesrepublik bis auf eine Notbetreuung vorerst ganz eingestellt.

Bis zu dieser Woche habe es in der Ruhrtalklinik glücklicherweise weder einen Verdachtsfall noch einen bestätigten Fall einer Infektion mit dem Corona-Virus unter den rund 90 getesteten Mitarbeitern und zirka 75 Patienten gegeben, so Markus Anders. Und Verwaltungsleiter Dominik Pieper ergänzte, dass die strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Ruhrtalklinik viele Monate erfolgreich als Abwehr gegen das Corona-Virus gegriffen hätten. Jetzt habe der Krankheitserreger aber leider auch Einzug in die Rehaklinik für Behinderte gehalten. "Seit Montag herrscht Ausnahmezustand", sagt Pieper.

Mehr als zwanzig infizierte Patienten und Mitarbeiter in der Ruhrtalklinik

Zunächst seien erst drei positive Schnelltests bei Patienten, die in Wohnheimen leben, entdeckt worden. Denn diese würden routinemäßig am Vortag ihrer Entlassung aus der Reha-Einrichtung untersucht. Nach weiteren Schnelltests und späteren PCR-Tests hätte die Klinik schließlich mehr als ein Dutzend infizierter Patienten sowie mehr als ein halbes Dutzend positiver Mitarbeiter ermittelt, berichtete Anders. Allerdings alle ohne gravierende Krankheitssymptome, ergänzte Pieper. Trotzdem hätte die Klinik natürlich unmittelbar nach dem Bekanntwerden des Corona-Virus-Ausbruchs eine spezielle Quarantäne-Station für die Infizierten eingerichtet, um ein Höchstmaß an Sicherheit für Patienten und Personal zu erreichen.

Gesundheitsamt des Kreises Soest verfügt Aufnahmestopp für neue Gäste

In Folge der Meldung der Corona-Fälle an das Gesundheitsamt des Kreises Soest hätte die Behörde einen Aufnahmestopp verfügt. Außerdem sei der interne Krisenstab der Klinik zusammengerufen worden und habe die aktuelle Situation beraten.

Am heutigen Donnerstag (4. Februar 2021) erfolgte dann eine behördlich angeordnete Reihentestung. Sowohl für Patienten als auch Mitarbeiter wurden PCR-Tests durchgeführt.

Therapie fast ganz eingestellt: Nur noch Notbetreuung für kleinen Kreis in der Reha-Klinik

Unabhängig vom Ergebnis dieser Reihentestung entschied die ärztliche, pflegerische und kaufmännische Leitung der Ruhrtalklinik, eine "geregelte Entlassung" fast aller Reha-Patienten für den morgigen Freitag vorzubereiten. Dazu wurden verantwortliche Betreuer der Behinderten sowie lokale Gesundheitsämter der betreffenden Wohnorte kontaktiert. Denn da das Ausbruchsgeschehen sich als äußerst diffus darstellte, wollen die Verantwortlichen lieber auf Nummer sicher gehen und dafür sorgen, dass sich nicht noch mehr Patienten und Mitarbeiter in der Massenunterkunft anstecken.

"Bei den Patienten, bei denen keine Versorgung im heimischen Umfeld möglich war, betreut die Klinik diese Patienten unter Beachtung der Schutzmaßnahmen weiter", betonten Anders und Pieper.

Leitung und Mitarbeiter auf Ausnahmesituation gut vorbereitet

Angesichts der Entwicklungen der Sars-Con-19-Fallzahlen in der jüngsten Vergangenheit bereitete sich die Wimberner Klinik übrigens schon länger auf ein mögliches Infektionsgeschehen im Hause vor. Dazu gehörte die Bevorratung von persönlicher Schutzausrüstung, FFP-2 Masken und Schnelltests.

"Die gute Vorbereitung und der außergewöhnliche Einsatz aller Mitarbeiter halfen und helfen, diese Ausnahmesituation erfolgreich zu bestehen", meinen Anders und Pieper.

Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) hat Vertrauen in Einrichtung

Auch Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) von der Gemeinde Wickede (Ruhr) zeigte sich gegenüber "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" zuversichtlich: "Die Klinik ist für diesen Fall vorbereitet. Ich habe volles Vertrauen in die Leitung und das Team der Ruhrtalklinik. Negative Auswirkungen für das ohnehin corona-geprägte Leben in der Gemeinde sehe ich durch die Lage in der Klinik derzeit nicht."

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Markus Anders, Geschäftsführer der Ruhrtal-Klinik ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Markus Anders, Geschäftsführer der Ruhrtal-Klinik ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER

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