Wickeder vor dem Amtsgericht in Werl angeklagt

Tausende kinderpornografischer Bilder im Besitz

05.02.2021

WICKEDE / WERL Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hat einen 63-jährigen Mann aus Wickede wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Bilder und Videos angeklagt. Am kommenden Dienstag, 9. Februar 2021, muss sich der Beschuldigte in einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht in Werl wegen mehrerer solcher Delikte verantworten.

Die Hauptverhandlung wird von der Einzelrichterin Patricia Suttrop geleitet. Geladen sind neben dem Angeklagten auch zwei Beamte der Kriminalpolizei der Kreispolizeibehörde Soest, die als Zeugen vernommen werden sollen. Die Polizisten waren bei Wohnungsdurchsuchungen vor Ort, bei denen Beweise für den Besitz kinder- und jugendpornografischer Bilder und Videos bei dem verwitweten Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit gefunden und beschlagnahmt wurden.

Polizei entdeckt kinder- und jugendpornografische Bilder und Videos

Wie Amtsgerichtsdirektor Hans-Joachim Berg als Sprecher des Werler Amtsgerichts auf Nachfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" mitteilte, seien am 23. März 2019 insgesamt 915 kinderpornografische Bilder sowie 72 jugendpornografische Bilder und 39 kinderpornografische Videos auf einem Computer im Haushalt des 63-jährigen Wickeders von der Polizei entdeckt und gesichert worden.

Tausende illegale Aufnahmen auf PC, Laptop und USB-Stick gespeichert

Am 4. Juni 2019 habe es dann erneut eine polizeiliche Durchsuchung in den Räumen des Mannes gegeben. Dabei seien auf einem in der Wohnung vorgefundenen Laptop erneut acht kinderpornografische und sechs jugendpornografische Bilder vorgefunden worden. Zudem hätten die Einsatzkräfte der Polizei einen USB-Stick beschlagnahmt, auf dem insgesamt 1.254 kinderpornografische Bilder gespeichert seien.

Es droht eine Freiheitsstrafe zwischen zwei und drei Jahren

Der Angeklagte sei bislang nicht einschlägig in Erscheinung getreten, allerdings wegen eines Straßenverkehrsdeliktes bereits vorbestraft, erklärte Richter Berg gegenüber unserer Redaktion.

Falls der Angeklagte wegen der ihm zur Last gelegten Straftaten des "Besitzes kinder- und jugendpornographischer Schriften" für schuldig befunden und verurteilt würde, läge die Freiheitsstrafe für diese Delikte maximal zwischen zwei und drei Jahren.

Seit dem „Fall Lügde“ mehr Ermittlungen in dem Deliktfeld

In den Fokus politischen Handelns und erweiterter polizeilicher Ermittlungen in ganz Deutschland sind Kindesmissbrauch und -pornografie nach massenhaft zutage getretenen Fällen in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster gerückt. Nach dem „Fall Lügde“ hatte unter anderem NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Kampf gegen Kindesmissbrauchs und -pornografie zur Chefsache erklärt.

Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften seit 2018 noch aktiver

Durch aktive Ermittlungstätigkeiten und immer wieder neu entdeckte kriminelle Netzwerke wurden seit der Festnahme eines Haupttäters am 6. Dezember 2018 in Lügde immer wieder weitere Fälle publik und Kinderschänder für ihre grausamen Straftaten vor Gericht angeklagt.

Aufgrund der gesteigerten Aktivitäten von Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften stieg die Zahl der zutage getretenen Delikte bis jetzt signifikant an.

Auch wenn die Zahlen erschrecken würden, sei dies gut so, damit das sogenannte Dunkelfeld in diesem Deliktfeld ausgeleuchtet würde und Straftäter sich nicht mehr sicher fühlen könnten, so Polizei und Politik.

Künstliche Intelligenz zur automatischen Datenerkennung

Unter anderem wurde deshalb bei den Ermittlungsbehörden auch in mehr Technik und Personal investiert. Unter anderem setzt der Staat dabei inzwischen auch auf künstliche Intelligenz zur automatischen Datenerkennung.

Ob die Entdeckung des mutmaßlichen Straftäters in Wickede auch ein Folgeergebnis der Ermittlungen in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster ist, konnten Gericht, Staatsanwaltschaft und Polizei am heutigen Freitag (5. Februar 2021) leider noch nicht mitteilen. Die Hauptverhandlung vor dem Werler Amtsgericht am Dienstag dürfte hier allerdings Klarheit bringen.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
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