Fast 23 Jahre die Geschicke des kommunalen Versorgungsunternehmens geprägt

Stadtwerke: Verabschiedung von Geschäftsführer Bernd Heitmann

26.02.2021

FRÖNDENBERG / MENDEN / WICKEDE (RUHR). Mit seinem kollegialen Führungsstil und seinem unternehmerischen Denken hat er die Fröndenberger Stadtwerke mehr als zwei Jahrzehnte lang als Geschäftsführer geprägt. Am heutigen Freitag (26. Februar 2021) verabschiedeten die Mitarbeiter des kommunalen Versorgungsunternehmens ihren bisherigen Chef.

Auf Grund der Corona-Virus-Pandemie wurde Bernd Heitmann (65) allerdings nicht mit einer großen Feier in den Ruhestand entlassen. Stattdessen wurde er am frühen Morgen zu Hause in Lendringsen corona-konform mit einem Traktor abgeholt und dann an der Fröndenberger Straße in Menden vorbei an einer Ehrenformation aus zig Dienst- und Nutzfahrzeugen wie Müllwagen kutschiert, die ihn anschließend bis zum Hauptsitz der Stadtwerke an der Graf-Adolf-Straße in Fröndenberg begleiteten. Auf dem Betriebshof gab es dann als Dankeschön-Präsent von Bernd Heitmann für seine Mitarbeiter jeweils ein mexikanisches "Corona-Bier" und eingekochte Currywurst im Weckglas zum Mitnehmen, sprich: einen Umtrunk und einen Imbiss "to go".

Corona-konforme Verabschiedung im engsten Kreis

Am gestrigen Donnerstagnachmittag hatte es bereits eine Verabschiedung im engsten Kreise durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Greczka und den neuen Geschäftsführer Alexander Loipfinger, die Fröndenberger Bürgermeisterin Sabina Müller und den Beigeordneten Heinz-Günter Freck sowie den Wickeder Bürgermeister Dr. Martin Michalzik gegeben.

Bernd Heitmann hat "einen guten Job gemacht"

Greczka betonte dabei, dass Bernd Heitmann "einen guten Job gemacht" habe. Der studierte Kaufmann hätte in der vergangenen Ära für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des kommunalen Unternehmens gesorgt und dessen Eigenkapital vermehrt. Jährliche Gewinne von mehr als einer Million Euro hätten unter anderem zukunftsweisende Investitionen in die örtliche Infrastruktur der Energie- und Trinkwasserversorgung ermöglicht und eine wichtige Einnahmequelle für den kommunalen Finanzhaushalt der Stadt Fröndenberg gebildet.

Fast 23 Jahre lang die Geschicke des kommunalen Unternehmens geleitet

Fast 23 Jahre lang hätte Bernd Heitmann die Fröndenberger Stadtwerke erfolgreich geleitet, die nach der Fusion mit den Gemeindewerken Wickede (Ruhr) im vergangenen Jahr aktuell mehr als hundert Mitarbeiter beschäftigten, erklärte Greczka im Gespräch mit unserem lokalen Nachrichten-Portal "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE".

Zudem hätte der in Lendringsen wohnende Geschäftsführer zusammen mit dem Aufsichtsrat und gemeinsam mit den Stadtwerken Menden auch eine neue Wasseraufbereitungsanlage sowie eine Leitwarte für die Überwachung und Steuerung der Versorgungsnetzte für elektrischen Strom, Erdgas und Trinkwasser in Fröndenberg, Menden und Wickede geschaffen.

Die Liebe führte den Kaufmann nach Lendringsen

Der gebürtige Münsterländer Bernd Heitmann, der aus einer Familie in Greven stammt, berichtete, dass er 1980 der Liebe wegen nach Lendringsen gezogen sei. Beruflich habe er nach dem erfolgreichen Abschluss einer Rechtsanwalts- und Notarsgehilfen-Prüfung auf dem zweiten Bildungsweg das Fachabitur gemacht und dann Betriebswirtschaft studiert. 1981 habe er dann bei den Dortmunder Stadtwerken seine Karriere innerhalb der kommunalen Versorgungsunternehmen begonnen. 1985 sei er zu den Stadtwerken Hamm gewechselt. Und seit dem 1. April 1998 bis zum Ende dieses Monats hätte er als Geschäftsführer die Stadtwerke in Fröndenberg geleitet. Sein Vorgänger sei Helmut Heidenbluth gewesen, erinnerte sich Heitmann am heutigen Freitag.

Liberalisierung des Strom- und Gas-Marktes als große Herausforderung

Zu den ersten Herausforderungen auf diesem Posten hätte die Liberalisierung des Strom- und Gas-Marktes durch das Energiewirtschaftsgesetz gezählt. Bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt in Fröndenberg hätte er sich darum kümmern müssen, dass kommunale Unternehmen durch verschiedene Kooperationen und Umorganisationen nach dem Wegfall des staatlichen Monopols auf dem Strommarkt wettbewerbsfähig zu machen, so Heitmann.

Müllabfuhr in Fröndenberg und Wickede (Ruhr) rekommunalisiert

Zudem habe er in seiner Zeit das Leistungsspektrum des Betriebes erheblich ausgeweitet. Unter anderem habe er zusammen mit der Stadt Fröndenberg auch die Müllabfuhr rekommunalisiert, die heute durch die Kommunalservice Wickede Fröndenberg AÖR in enger Kooperation mit den Stadtwerken durchgeführt wird. Aber auch die Schaffung der neuen technischen Trinkwasseraufbereitung für rund 70.000 Einwohner in Menden und Fröndenberg sei ein strategischer Meilenstein gewesen. All' dies sowie die Fusion mit den Gemeindewerken Wickede (Ruhr) im vergangenen Jahr habe dafür gesorgt, dass das kleine kommunale Versorgungsunternehmen aktuell optimal aufgestellt sei.

Zusammen mit Ehefrau Gisela die Fahrtrouten ausgekundschaftet

Bei der Übernahme der Müllabfuhr in Fröndenberg hätten er und alle Mitarbeiter insgesamt rund 17.000 Sammelbehälter an die örtlichen Haushalte verteilen müssen, berichtete Bernd Heitmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Zusammen mit seiner Ehefrau Gisela habe er im privaten Auto die ersten Routen für die Müllfahrzeuge ausgekundschaftet.

Regenerative Erzeugung elektrischen Stroms mit Wasserkraft als Hobby

Dass er als Kaufmann einen technischen Betrieb führen musste, habe ihn stets demütig gemacht und für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit seinen Kollegen gesorgt, die in diesem Bereich die fachliche Qualifikation gehabt hätten. Bernd Heitmann könnte sich übrigens vorstellen, nach seinem Ausscheiden aus dem hauptberuflichen Dienst noch ab und zu ehrenamtlich für die Stadtwerke zu arbeiten und zwar bei Besucherführungen durch die unternehmenseigenen Wasserkraftanlagen an der Ruhr. Denn die Beschäftigung mit der regenerativen Erzeugung elektrischen Stroms durch die Wasserkraft des Flusses sei inzwischen auch eines seiner Hobbys, so Heitmann, der seit seinem 14. Lebensjahr im kaufmännischen Sektor gearbeitet hat.

Alleiniger Geschäftsführer ist künftig Alexander Loipfinger

Neuer alleiniger Geschäftsführer ist ab dem 1. März 2021 Heitmanns bisheriger Kollege Alexander Loipfinger, der seit Anfang Januar bei den Stadtwerken Fröndenberg Wickede GmbH angestellt ist.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"



TRANSPARENZ-HINWEIS: Die ad medien GmbH steht in wechselseitiger geschäftlicher Beziehung zu den Stadtwerken Fröndenberg Wickede GmbH, da diese unter anderem Werbepartner unseres lokalen Nachrichten-Portals "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE" sind. In unseren redaktionellen Beiträgen versuchen wir dennoch journalistisch neutral und gegebenenfalls auch kritisch über das kommunale Versorgungsunternehmen zu berichten.

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Geschäftsführer Bernd Heitmann verlässt die Stadtwerke Fröndenberg Wickede GmbH und geht in den Ruhestand. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Geschäftsführer Bernd Heitmann verlässt die Stadtwerke Fröndenberg Wickede GmbH und geht in den Ruhestand. ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Autokorso von Menden nach Fröndenberg am heutigen Freitagmorgen FOTO: MICHAEL FREITAG
Autokorso von Menden nach Fröndenberg am heutigen Freitagmorgen FOTO: MICHAEL FREITAG
Offizielle Verabschiedung im engsten Kreis: Bürgermeister Dr. Martin Michalzik aus Wickede, Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Greczka, Beigeordneter Heinz-Günter Freck und Bürgermeisterin Sabina Müller aus Fröndenberg, Geschäftsführer Bernd Heitmann und sein Nachfolger Alexander Loipfinger (von links) FOTO: BRITTA BIERMANN-MÜHLNER
Offizielle Verabschiedung im engsten Kreis: Bürgermeister Dr. Martin Michalzik aus Wickede, Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Greczka, Beigeordneter Heinz-Günter Freck und Bürgermeisterin Sabina Müller aus Fröndenberg, Geschäftsführer Bernd Heitmann und sein Nachfolger Alexander Loipfinger (von links) FOTO: BRITTA BIERMANN-MÜHLNER

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