Ausbringung von organischen Düngern durch die Bauern

Bürokräften im "Homeoffice" könnte es daheim stinken

01.03.2021

KREIS SOEST. Mit dem Frühlingswetter in diesen Tagen beginnen draußen auf den Feldern wieder die ersten Ackerarbeiten. Den Anfang macht die Ausbringung von organischen Düngern wie Gülle, Substraten aus Biogas-Anlagen sowie Mist. Dies können Anwohner und Passanten nicht nur sehen, sondern häufig auch riechen.

„Der Schnee ist getaut und die Böden abgetrocknet, jetzt geht es mit etwas Verspätung draußen los“, erklärte dazu kürzlich Josef Lehmenkühler als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Soest. Da die Düngung nicht ganz ohne Gerüche einhergehe, bittet der Landwirt die Bevölkerung um Verständnis.

„Wir versuchen möglichst Gerüche zu reduzieren und Rücksicht zu nehmen“

„Wir versuchen möglichst Gerüche zu reduzieren und Rücksicht zu nehmen, aber ganz ohne geht es nicht. So versuchen wir in der Regel in der Nähe von Wohnbebauungen nicht zur Feierabendzeit zu düngen, sondern dann, wenn die Menschen zur Arbeit sind“, beteuerte Lehmenkühler.

Da aktuell viele Bürokräfte im "Homeoffice" seien, würde dieser sonst gut funktionierende Mechanismus allerdings nur bedingt greifen, sagte der Sprecher des Bauernverbandes. Auch würden die rechtlichen Rahmenregelungen immer weniger zeitlichen Spielraum lassen, so dass in den verbleibenden Zeiten die Düngung stärker wahrgenommen werde, weil sie komprimierter erfolge.

Schleppschläuche gegen die Geruchsbelästigung von Anliegern und Passanten

„Wir Bauern geben uns aber auch mit weiteren Methoden Mühe, die Gerüche einzudämmen“, betonte Lehmenkühler. So werde beispielsweise auf unbewachsenen Flächen die Gülle nach dem Ausbringen in den Boden eingearbeitet, anschließend rieche man kaum noch etwas. Auf den Feldern, auf denen schon Kulturen ständen, würden sogenannte Schleppschläuche die Geruchsbelästigung verringern, da die Gülle dann direkt auf dem Boden ausgebracht werde.

Gülle, Mist und Substrate aus Biogas-Anlagen als wertvolle Dünger für die Böden

„Gülle, Mist und Substrate aus Biogas-Anlagen sind wertvolle Dünger“, so Lehmenkühler. Darin seien die Nährstoffe enthalten, die die Pflanzen zum Wachstum bräuchten: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium und Schwefel sowie verschiedene Spurenelemente. Weiter führte der Landwirt aus: „Ohne Düngung gedeihen die Pflanzen nicht und die Fruchtbarkeit des Bodens nimmt immer mehr ab, weil Mineralstoffe nur entzogen und nicht wieder neu hinzugeführt werden.“ Besonders zu Beginn der Vegetation im Frühjahr sei der Bedarf der Pflanzen an Nährstoffen hoch, da sie dann für das Wachstum und zur Bildung von Blättern, Stängeln und Früchten entsprechende Kraft benötigen würden.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Misthaufen auf einem Acker in der Feldflur in Wimbern FOTO: ANDREAS DUNKER
Misthaufen auf einem Acker in der Feldflur in Wimbern FOTO: ANDREAS DUNKER
Düngung mit einem traditionellen Gülle-Fass ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Düngung mit einem traditionellen Gülle-Fass ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Heute wird Gülle teilweise mit Tankwagen mit sogenannten Schleppschläuchen ausgebracht ARCHIVFOTO
Heute wird Gülle teilweise mit Tankwagen mit sogenannten Schleppschläuchen ausgebracht ARCHIVFOTO

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