Selbstkritische Bilanz des Wickeder Wirtschaftsverbandes zum Lanferfest

07.09.2016

WICKEDE. Eine selbstkritische Bilanz des "Lanferfestes" am vergangenen Sonntag zogen am Dienstagabend (6. September 2016) die aktiven Mitglieder des Wirtschaftsverbandes Wickede (Ruhr), der die Traditionsveranstaltung in der Wickeder Ortsmitte seit nunmehr fast dreißig Jahren organisiert. Erstmals bestand das "Lanferfest" dabei in diesem Jahr nur aus dem "Verkaufsoffenen Sonntag" und dem "Holland Markt". So machte die Veranstaltung in Kirch- und Hauptstraße ihrem Namen keine Ehre und man hätte sie gleich nur als "Holland Markt" ankündigen können. Im Gegensatz zu früheren Jahren blieb der Marktplatz als einstiges Zentrum des Lanferfestes übrigens leer.

Nach hohen Kosten für Bühne und Live-Band am Vorabend des Verkaufsoffenen Sonntags im Vorjahr habe der Wickeder Wirtschaftsverband in diesem Jahr bewusst eine Sparversion des Lanferfestes durchgeführt. Denn im vergangenen Jahr habe man am ersten Lanferfest-Tag mit dem Musikprogramm einige tausend Euro Verlust gemacht, hieß es. Und Sponsoren für ein solches Kulturprogramm für die Bevölkerung fänden sich bei einer wirtschaftlich immer angespannteren Situation im Wickeder Einzelhandel leider kaum noch. Denn immer mehr Fachhandelsgeschäfte in der Wickeder Ortsmitte hätten dicht gemacht und die verbliebenen Händler hätten auch nicht mehr den Umsatz und Gewinn wie in früheren Jahren, so dass dieser kleine Kreis kostspielige Aktionen kaum noch stemmen könne. Hinzu käme eine Überalterung bei den von Inhabern geführten Fachgeschäften sowie ein wesentlich kleineres Zeitbudget für ehrenamtliche Aktivitäten. Die Markthändler aus den Niederlanden und ihre Marching-Band seien da in den letzten Jahren eine kostengünstige Alternative gewesen, um zum Verkaufsoffenen Sonntag noch möglichst viele Kunden und Interessierte in die Wickeder Ortsmitte zu locken. Für Werbekosten, Honorar für Musiker usw. müssten die wenigen Geschäfte, die Mitglied im Wirtschaftsverband sind und sich an dem Lanferfest mit offenen Läden beteiligen, aber trotzdem noch eine stattliche Geldsumme bezahlen, die sie teilweise an dem Festtag kaum erwirtschaften würden. Zumal sich beispielsweise Filialisten der großen Handelsketten mit keinem Cent an den Werbe- und Programmkosten fürs Lanferfest beteiligen und trotzdem am Verkaufsoffenen Sonntag ihre Wickeder Niederlassungen öffnen und schön Kasse machten, hieß es.

Trotz all dieser aktuellen Probleme will der Wickeder Wirtschaftsring aber versuchen das Lanferfest eventuell schon im kommenden Jahr erneut wieder zu beleben und mit mehr lokalem Flair und Attraktionen zu bereichern, die das Publikum aus der Gemeinde und dem Umland in die Ortsmitte locken sollen. Ideen dazu will man im kleinen Kreise entwickeln.

Auf Wunsch der Textilbranche überlegt der Wirtschaftsverband auch, ob man das Lanferfest wieder auf den alten Termin zwischen Anfang und Mitte Oktober terminieren soll. Denn dann haben die Modehäuser bereits die neue Winterkollektion im Angebot.

Bedauert wurde von den WIR-Mitgliedern, dass die Live-Musik-Angebote am Lanferfest-Abend in den letzten Jahren vom potentiellen Publikum aus der Wickeder Bevölkerung nicht genügend angenommen worden seien und sich somit eine Querfinanzierung durch Gastronomen dadurch kaum noch darstellen lasse.

Deutlich wurde auch, dass vor allem Vorstandsmitglieder des Wirtschaftsverbandes - die mit ihren eigenen Unternehmen überhaupt nicht vom Lanferfest profitieren - sehr viel ehrenamtliche Arbeitszeit in die Vor- und Nachbereitungen sowie Durchführung der Veranstaltung investieren. Statt Dank und Lob erhalten sie dabei häufig nur negative Kritik und illusorische Forderungen nach einem größeren kostenlosen Unterhaltungsangebot, wie es bei Events in Mittel- und Großstädten üblich ist. - Dies sei aber in einem kleinen Ort wie Wickede weder vom ehrenamtlichen Zeitaufwand noch vom finanziellen Budget her zu stemmen.

Und mit früheren Festen, die durch viele gut betuchte Gewerbetreibende und große Sponsoren finanziert wurden, könne man sich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht mehr messen, wo Umsätze vor Ort an den Online-Handel verloren gingen. - Kunden ließen sich dabei teilweise sogar im Vorfeld noch kostenlos von Wickeder Fachhändlern oder ihrem teuer geschulten Personal kostenlos beraten, um die eigentliche Bestellung der Waren dann anschließend im Internet aufzugeben.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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Die WIR-Mitglieder Dirk Reinke, Margarethe Schulte, Matthias George, Gabriela Kimpel, Dr. Clemens Frigge, Markus Thurau und Rüdiger Papenberg (von links) FOTO: ANDREAS DUNKER
Die WIR-Mitglieder Dirk Reinke, Margarethe Schulte, Matthias George, Gabriela Kimpel, Dr. Clemens Frigge, Markus Thurau und Rüdiger Papenberg (von links) FOTO: ANDREAS DUNKER

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