Gesundheitsamt gibt Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze
31. Juli 2018
WICKEDE (RUHR). Die extreme Sommerhitze in diesen Tagen belastet auch viele Bürger im Kreis Soest. Denn die heißen Außentemperaturen stellen für den menschlichen Körper häufig eine große Belastung dar. Die Folgen können nicht nur ein Mangel an Flüssigkeit sondern auch die Verschlechterung des Gesundheitszustandes von vorerkrankten Menschen sowie Hitzkrämpfe und Hitzschläge sein. – Das Gesundheitsamt des Kreises Soest hat deshalb nun Tipps zum Verhalten bei der sommerlichen Hitze veröffentlicht. Denn die Meteorologen haben auch für August hohe Temperaturen in der Hellweg-Region prognostizierten.
"Kreislaufbeschwerden, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl, innere Unruhe, Muskelkrämpfe oder Bauchkrämpfe sind Warnzeichen, auf die unbedingt geachtet werden sollte", empfiehlt Hansjörg Schulze als Amtsarzt des Gesundheitsamtes des Kreises Soest.
Ein erhöhtes Risiko durch Hitzeeinfluss bestehe für Säuglinge und Kleinkinder, Senioren und Pflegebedürftige sowie chronisch Kranke, die zum Beispiel unter Bluthochdruck oder Herzschwäche leiden. Gleiches gelte teilweise auch für psychisch Kranke.
Für alle sei es angesichts der Hitzewelle wichtig, den Tagesablauf dementsprechend anzupassen:
– Aktivitäten im Freien auf Morgen- und Abendstunden beschränken und Mittagshitze meiden
– Leichte, nicht beengende und atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle in hellen Farben tragen
– Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, im Schatten bleiben oder kühle Räume aufsuchen
– Sonnenbrille und Kopfbedeckung sowie Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 benutzen
– Körperliche Belastungen und auch Sport vermeiden
– Sofern man körperlich arbeiten muss, unbedingt ausreichend trinken
– Grundsätzlich viel und schon vor dem Durstgefühl trinken
– Möglichst leicht gekühltes Wasser (alternativ: Tee) kosumieren (keinen Alkohol)
– Mehrere kleine und leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt essen
– Nachts und morgens lüften, tagsüber die Fenster geschlossen halten und Räume abdunkeln
– Abkühlungen durch kühle Duschen oder kühle Bäder verschaffen
– Weder Menschen noch Tiere bei Hitze im geschlossenen Auto zurücklassen
Bei weiteren Fragen oder akuten gesundheitlichen Problemen auf Grund der Hitze sollten der eigene Hausarzt oder der hausärztliche Notdienst sowie im Notfall ein örtliches Krankenhaus oder das regionale Gesundheitsamt kontaktiert werden.
Sonnenstich und Hitzschlag
Der Soester Amtsarzt Hansjörg Schulze warnt auch vor den akuten Gesundheitsrisiken durch die
Sommerhitze: "Sonnenstich oder Hitzschlag sind durch die starke
Sonneneinstrahlung bedingte Schädigungen des Körpers. Sie können
lebensgefährlich sein."
Beim Sonnenstich entstehe durch starke
Sonneneinstrahlung eine Hirnhautreizung und es könnten ähnliche Symptome
wie bei einer Hirnhautentzündung auftreten, und zwar: Kopfschmerzen,
Übelkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche. Es sei wichtig, betroffene
Personen in einen kühlen, schattigen und ruhigen Raum zu bringen und
genügend trinken zu lassen. Bei starken Kopfschmerzen, Erbrechen oder Fieber
müsse unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Beim Hitzschlag könne die aufgenommene Wärme vom Körper nicht mehr an
die Umgebung abgegeben werden, Körpertemperatur und dadurch auch die
Körperfunktionen gerieten außer Kontrolle.
Hansjörg Schulze: "Typische Anzeichen sind innere Unruhe, heiße gerötete und trockene Haut, Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Schläfrigkeit oder sogar Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit."
In diesen Fällen sei sofort der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 zu alarmieren. Betroffene Menschen seien bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes an einen kühlen Ort zu bringen, Kleidung zu lockern, kühle Umschläge anzubringen und – sofern keine Beeinträchtigung des Bewusstseins vorliege – Flüssigkeit anzureichen.


