Mehr Kredite, neue Ampeln, neue Einbahnstraße, mehr Elektromobilität und eine Drehleiter für die Feuerwehr
17. Mai 2019
WICKEDE (RUHR). Ein Nachtrag zur aktuellen Haushaltssatzung, die Bestellung der stellvertretenden Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, eine teilweise Einbahnstraßen-Regelung für die Rissenhofstraße, ein CDU-Antrag für zusätzliche „Strom-Tankstellen“ für Elektro-Autos und die Erneuerung der zwei Ampelanlagen an der Kirchstraße stehen noch in diesem Monat auf der Tagesordnung des politischen Rates der Gemeinde Wickede (Ruhr). Das hat Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) als Vorsitzender des Gremiums am Mittwoch (15. Mai 2019) bekannt gegeben. Denn am 23. Mai findet eine Haupt- und Finanz-Ausschuss-Sitzung (HFA) und am 28. Mai eine Gemeinderatssitzung im Bürgerhaus statt.

Nachtragshaushalt von knapp 800.000 Euro für Drehleiter und Ampeln
Zur Diskussion und Abstimmung steht dabei der erste Nachtrag zum kommunalen Finanzhaushalt 2019. Denn die Gemeinderatsmitglieder sollen der örtlichen Verwaltung insgesamt Mehrausgaben in Höhe von 793.000 Euro bewilligen, die durch Kredite finanziert werden.
Begründet wird dies unter anderem auf Grund der kurzfristig notwendig gewordenen Neuanschaffung eines Drehleiterwagens zum Preis von rund 700.000 Euro für die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr).
Des Weiteren sollen gemeindeeigene Ampelanlagen an der Kirchstraße erneuert werden. Diese Maßnahmen kosten insgesamt rund 93.000 Euro (70.000 und 23.000 Euro).
Daraus ergibt sich die Gesamtsumme von knapp
800.000 Euro an zusätzlichen Ausgaben.
Melanchthon-Grundschule: Toiletten und Pausenhalle für rund 800.000 Euro?
Außerdem – und dabei dürfte es in der Kommunalpolitik vermutlich noch Diskussionsbedarf geben – kommt noch eine Verpflichtungsermächtigung für die grundlegende Sanierung oder komplette Erneuerung der Toiletten-Anlage für Schüler und Lehrer an der kommunalen Melanchthon-Grundschule sowie des dortigen überdachten Pausengangs im kommenden Jahr hinzu.
Diese Baumaßnahme soll nach ersten Kostenschätzungen in der weitreichensten
Planung bis zu zirka 800.000 (!) Euro kosten. Und ob ein solches Kostenvolumen alle Politiker mittragen werden, ist fraglich.


Neue Bestellung der stellvertretenden Feuerwehr-Leiter
Die Neu-Bestellung der zwei bisherigen stellvertretenden Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wickede (Ruhr) dürfte Formsache sein. Denn Gemeindebrandinspektoren Marcel Horn (31) und Sascha Seidel (38) waren bislang schon kommissarisch zwei Jahre in dieser Funktion. Nachdem sie nun beide am nordrhein-westfälischen Institut der Feuerwehr (IdF) den sogenannten F6-Führungslehrgang erfolgreich abgeschlossen haben, sollen sie nun für weitere vier Jahre in ihrer Funktion bestätigt werden.

Folge des ständigen Falschparkens: Eibahnstraßen-Regelung
Neu in der politischen Debatte ist die Einbahnstraßen-Regelung für die Rissenhofstraße im Teilbereich zwischen Engelhardstraße und Friedhofstraße. Dort wird die östliche Fahrbahn immer wieder von Bewohnern der Kreis-Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (KWS) zugeparkt, obwohl dies großteils durch eine durchgezogene Linie in den Kurvenbereichen nicht gestattet ist. Im Gegenverkehr kommt es an unübersichtlichen Stellen dadurch immer wieder zu einem erheblichen Unfallrisiko. Anlieger der umliegenden Siedlungsbereiche hatten sich in der Vergangenheit deshalb schon mehrfach an das Ordnungsamt der Gemeindeverwaltung gewandt, damit diese die gefährlichen Falschparker zur Raison bringen sollte. Dies blieb bislang allerdings wohl ohne Erfolg. So will die Verwaltung nunmehr nicht mehr bei dem ruhenden sondern beim fließenden Autoverkehr den Hebel ansetzen, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Eine andere Lösung wäre sicherlich auch die Schaffung von mehr legalem Parkraum an den KWS-Häusern oder auf der freien Wiese südlich des St.-Josef-Kindergartens, die sich allerdings im Besitz der katholischen Kirchengemeinde befindet.
Abzuwarten bleibt übrigens, ob sich Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) an der Debatte und Abstimmung bezüglich dieses Tagesordnungspunktes beteiligen darf, da er als Aufsichtsratsmitglied der Kreis-Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Soest als befangen gelten könnte.

CDU fordert mehr
Interessant dürfte die Debatte über die weitere Schaffung von Strom-Ladesäulen zur Stärkung der Elektro-Mobilität in Wickede (Ruhr) werden, die ein Antrag der CDU-Fraktion fordert.
Ein Elektromobilitätskonzept der Hochschule Hamm-Lippstadt in Zusammenarbeit mit den Kommunen sagt bis zum Jahr 2030 eine Zunahme der elektrisch betriebene Kraftfahrzeuge im Kreis Soest auf mehr als 25.000 Fahrzeuge voraus.# Die aktuelle Zahl der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge lag zum Jahresende 2018 im Kreis Soest allerdings erst bei 387 (2017: 263) Autos. Hinzu kamen dabei noch Kraftfahrzeuge mit Hybridantrieb. Hier gab es im vergangenen Jahr 843 Fahrzeuge (2017: 631) in der Region.
Für Wickede (Ruhr) zählte die Kraftfahrzeugszulassungsstelle des Kreises Soest zum Jahresende 2018 genau 18 rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (2017: 12). Hinzu kamen 32 Hybrid- und 8 Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge. 2017 waren dies nur 19 und 3 entsprechende Fahrzeuge.
Nach der Energie- und Klimaschutzkarte des Kreises Soest gibt es aktuell rund 160 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektroautos im Kreis Soest.
Drei öffentliche Ladesäulen mit jeweils zwei Steckplätzen befinden sich davon in der Gemeinde Wickede (Ruhr):
– „GS Wärmesysteme“ im Industriegebiet an der Westerhaar 1 in Wickede
– „Gemeindewerke Wickede (Ruhr)“ auf dem Parkplatz hinterm Rathaus an der Hauptstraße 81 (Zufahrt über Christian-Liebrecht-Straße) in Wickede
– „Parkraum Service“ am Kirchplatz 3 in Echthausen (vor der ehemaligen Westerheide-Schule)

Erneuerung der Ampelanlagen an der Kirchstraße
Im nicht-öffentlichen Sitzungsteil des Haupt- und Finanzausschusses des Gemeinderates soll die Modernisierung der zwei einzigen kommunalen Ampelanlagen diskutiert werden, die sich beide an der Kirchstraße befinden: eine Lichtzeichenanlage an der Kreuzung „Am Lehmacker“ und eine Fußgänger-Ampel in Höhe der katholischen St.-Antonius-Kirche.
Wie der zuständige Fachbereichsleiter Ingo Regenhardt aus dem Rathaus im Gespräch mit unserem lokalen Nachrichten-Portal „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ mitteilte, wurden die zwei einzigen Ampelanlagen im Gemeindebesitz bereits in den 1990-er Jahren in Betrieb genommen. Die Wartungs- und Reparaturkosten für diese teils unzuverlässigen Anlagen seien inzwischen zu teuer. Deshalb lohne sich eine Investition in neue Technik. Zumal die Kreuzung „Am Lehmacker / Kirchstraße“ in Kürze neu asphaltiert würde. Statt dann neue Kontaktschleifen mit elektromagnetischer Induktion im Asphalt einzubauen, empfehle die Verwaltung die Ausstattung der Ampelmasten mit modernen Video-Detektektoren zur Steuerung der Lichtzeichenanlage.
ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

