Aktuell viel Arbeit für heimische Landwirte

Restliche Ernte und neue Ausssaat fürs kommende Jahr

25.10.2021

WICKEDE (RUHR). Wer derzeit durch die Feldflur fährt oder wandert, kann geschäftiges Treiben auf den Äckern sehen. Denn neben der Ernte von Gemüse, Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben sind die Landwirte mit der Aussaat des Getreides beschäftigt, welches im nächsten Jahr geerntet werden soll. Das trockene Herbstwetter dieser Tage nutzen die Bauern nämlich, um den Winterweizen auszusäen, berichtete Petra Drees-Hagen von der Pressestelle des Landwirtschaftsverbandes für den Kreis Soest.

„Während der Raps schon Ende August und die Gerste im September gesät wurden, ist nun die richtige Zeit um den Winterweizen in den Boden zu bringen“, erklärte Josef Lehmenkühler als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in Soest.

Die dominierende Getreideart auf den Ackerböden der Region

Weizen sei hier in der Haar- und Hellweg-Region die dominierende Getreideart auf den Feldern, gefolgt von der Wintergerste, heißt es. Im Kreis Soest habe das nordrhein-westfälische Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) im letzten Jahr insgesamt mehr als 18.400 Hektar an Anbaufläche mit Winterweizen registriert. An Wintergerste seien es etwas mehr als 10.000 Hektar gewesen.

Weizen werde in der Fruchtfolge in der Regel nach einer Blattfrucht wie Kartoffeln, Mais oder Zuckerrüben angebaut. Dort wo diese Früchte schon geerntet sind, säen die heimischen Landwirte nun den Weizen. Für die Herbstaussaat sei die derzeitige trockene Witterung gut.

Gute Aussaatbedingungen dank trockener Witterung

„Trockene Aussaatbedingungen schonen den Boden und schützen ihn vor Verdichtungen“, betonte Lehmenkühler. Zudem sei es auch der erste Schritt für ein gutes Wachstum, wenn die Saat in einen lockeren, krümeligen Boden eingebracht werden könne.

Im Oktober ausgesät, keime und sprieße der Winterweizen noch im Laufe des aktuellen Herbstes, bevor dann im Winter die Vegetationsruhe käme. Im nächsten Frühjahr wächst der Winterweizen dann weiter und kann im Sommer 2022 geerntet werden.

Dieser Weizen diene nach der Ernte durch die Bauern und der Verarbeitung durch Mühlen zu Mehl vor allem zur Produktion von Backwaren. Zudem werde ein Teil auch als Tiernahrung genutzt.

Weizen ist noch vor Roggen die wichtigste Brotgetreideart

„Weizen ist heute die wichtigste Brotgetreideart“, so Lehmenkühler. Aus Weizenmehl backe man helle Brote, Brötchen, Kuchen oder andere Backwaren.

Vom 12. bis in das vergangene Jahrhundert hinein sei hingegen Roggen hierzulande das wichtigste Brotgetreide gewesen und habe damit eine bedeutende Funktion für die Ernährung der Menschen gehabt.

Auch heute noch werde aus Roggen Brot gebacken. Vom ersten Platz der Getreidesorten habe der Weizen den Roggen seit dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) jedoch kontinuierlich verdrängt, da sich die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland geändert hätten.

ANDREAS DUNKER für "wickede.ruhr HEIMAT ONLINE"

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STICHWORT: Fruchtfolge

Fruchtfolge bedeutet, dass auf einem Feld von Jahr zu Jahr unterschiedliche Pflanzenkulturen angebaut werden und so Monokulturen vermieden werden.

Die Wechsel der Pflanzenarten im Anbau ist einerseits für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit wichtig, andererseits werden durch die Abfolge der verschiedenen Früchte auch Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter reduziert, die typischerweise bei bestimmten Kulturpflanzen auftreten. – Die Planung der Fruchtfolge ist deshalb für die Bauern sehr wichtig.

Zudem ist es für sie auch notwendig zu beachten, dass die Kulturen in die Fruchtfolge eingebaut werden, die zum Humusaufbau beitragen.

Bei Monokulturen hingegen handelt es sich um den Anbau einer einzigen Pflanzenart über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche. – Das ist hierzulande auf den Feldern nicht üblich.

PETRA DREES-HAGEN

Feldarbeit ist dank starker Scheinwerfer und moderner Technik auch noch nach Sonnenuntergang möglich. Hier ein Landwirt bei der Arbeit auf einem Acker auf der Haarhöhe. FOTO: ANDREAS DUNKER
Feldarbeit ist dank starker Scheinwerfer und moderner Technik auch noch nach Sonnenuntergang möglich. Hier ein Landwirt bei der Arbeit auf einem Acker auf der Haarhöhe. FOTO: ANDREAS DUNKER
Traktor mit Pflugschar bei der Bodenbearbeitung auf einem Acker auf dem Flurstück "Wimber Heide" in Wimbern. FOTO: ANDREAS DUNKER
Traktor mit Pflugschar bei der Bodenbearbeitung auf einem Acker auf dem Flurstück "Wimber Heide" in Wimbern. FOTO: ANDREAS DUNKER
Nach der Ernte erfolgt die Bodenbearbeitung mit schwerem Gerät. Aufgenommen auf der Haar in Wiehagen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Nach der Ernte erfolgt die Bodenbearbeitung mit schwerem Gerät. Aufgenommen auf der Haar in Wiehagen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Ein Traktor mit Kreiselegge mit aufgesetzter Sämaschine für Getreide bei der Feldarbeit. Im Hintergrund sind dank der guten Sicht die Büdericher Haar und die Hellweg-Ebene zu erkennen. FOTO: ANDREAS DUNKER
Ein Traktor mit Kreiselegge mit aufgesetzter Sämaschine für Getreide bei der Feldarbeit. Im Hintergrund sind dank der guten Sicht die Büdericher Haar und die Hellweg-Ebene zu erkennen. FOTO: ANDREAS DUNKER

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