Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr besucht die Gemeinde Wickede (Ruhr)

Auf den Spuren von Millionen

25. Juli 2024

WICKEDE (RUHR) / ARNSBERG.
Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr (62) besucht am Donnerstag (25. Juli 2024) die Gemeinde Wickede (Ruhr). Dabei begibt sich der CDU-Politiker und Chef der Bezirksregierung gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und einer kleinen Delegation auf die Spuren lokaler Millioneninvestitionen, die das Land Nordrhein-Westfalen zum Teil mit erheblichen Steuermitteln gefördert hat.

Nach einem kurzen Empfang des Regierungspräsidenten am Donnerstagvormittag im Rathaus geht es gleich in das kommunale Veranstaltungszentrum „Bürgerhaus“ nebenan an der Kirchstraße, das derzeit für rund neun Millionen Euro (Stand: Dezember 2023) modernisiert und neu ausgestattet wird. Darin enthalten sind auch Fördermittel in Höhe von 3,14 Millionen Euro, die die Bezirksregierung der Gemeinde zugesichert hat. (UPDATE: Inzwischen geben die Gemeinde und die Bezirksregierung die Förderhöhe mit knapp 3,5 Millionen Euro an. In einem immer noch auf der Homepage veröffentlichten YouTube-Video der Kommune ist allerdings weiterhin von knapp 6 Millionen Euro Kosten und einem Förderzuschuss von 3,1 Millionen Euro – ab Minute 1 – die Rede.)

Ursprünglich hatte Michalzik eine etwa 90-prozentige Bezuschussung aus dem NRW-Städtebau-Förderprogramm mit dem Namen „Soziale Integration im Quartier“ erhofft (wir berichteten).

Tatsächlich liegt die Förderung nach den Kostenexplosionen der letzten Jahre nur bei knapp 40 Prozent. 60 Prozent – also knapp fünf Millionen Euro – muss die Kommune selbst aufbringen. Und da sind die Erneuerung des in die Jahre gekommenen Parkettbodens im Saalbereich und die ursprünglich geplante Klimaanlage noch gar nicht eingerechnet.

Gemeinsam mit dem Architekten, den Fachplanern und der Verwaltungsspitze soll Heinrich Böckelühr deshalb nun die Baustelle besichtigen und sich mit den Anwesenden über praktische Erfahrungen mit Genehmigungsverfahren und Fördermitteln sowie den Stand der Umsetzung austauschen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Wickeder Rathaus.

Neubau einer Fußgänger-und-Fahrrad-Brücke zwischen Echthausen und Wickede

Anschließend führt die kleine Rundreise des Regierungspräsidenten durch Wickede zur „Eisenbahnbrücke“ zwischen der Straße „Am Obergraben“ und der „Von-Lilien-Straße“. Die Brücke überspannt das Ruhrtal zwischen Wickede und Echthausen, das vor einigen Jahren vom Land Nordrhein-Westfalen unter Federführung der Bezirksregierung Arnsberg auf einer Länge von 2,1 Kilometern renaturiert wurde.

Dort steht der Neubau der Fuß- und Radwegbrücke für voraussichtlich mindestens acht Millionen Euro Baukosten im Fokus des Gedankenaustauschs. Denn der alte, schmale Steg entlang der historischen Eisenbahnbrücke ist aus Sicherheitsgründen nur noch bis Ende 2027 nutzbar.

Da die Brücke Teil des beliebten „Ruhrtalradweges“ ist, der jährlich zehntausende Besucher anzieht, hofft der Wickeder Bürgermeister auch hier auf erhebliche Zuschüsse aus überörtlichen Fördertöpfen für das lokale Bauprojekt. Aus dem Rathaus heißt es hierzu: „Das komplexe Verfahren berührt Gewässer-, Landschafts- und Artenschutz in einem besonders sensiblen Bereich, ist technisch anspruchsvoll und in der finanziellen Dimension beachtlich.“

Neu gestaltete Promenade und renaturiertes Ruhrufer

Später geht es für Böckelühr und Michalzik und ihren Tross flussabwärts. Denn dort werden ab Anfang August die Erdarbeiten im Rahmen der weiteren Renaturierung der Ruhr fortgesetzt. Ursprünglich sollten diese bereits im Februar 2024 abgeschlossen sein. Doch der Zeitplan verzögerte sich unter anderem wegen der nassen Witterung und naturschutzrechtlicher Einschränkungen während der Vogelbrutzeit.

Der Bürgermeister von Wickede und der Regierungspräsident von Arnsberg werden mit ihren Mitarbeitern deshalb auch die neu gestaltete Ruhrpromenade mit Veranstaltungsfläche mit Blick auf die Auenlandschaft besichtigen. Denn insgesamt wurden mehrere Millionen Euro in die Neugestaltung des Ufers und der Promenade investiert.

Die umfangreichen Baumaßnahmen vom Wickeder Trommelwehr bis zur Stadtgrenze Fröndenberg dienen teils dem Hochwasserschutz, teils dem Naturschutz und teils der Naherholung. Außerdem wurden hier getrennte Wege für Fußgänger und Fahrradfahrer geschaffen, die mehr Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer bieten sollen.

Gespräch von Gemeinderatsmitgliedern mit Regierungspräsident

Zum Abschluss ist ein Besuch im „Ergotec Experience Hub“ der Fahrradteilefabrik Humpert an der Fröndenberger Straße geplant. Dort wollen sich die Verwaltungsmitarbeiter mit den Sprechern der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen und weiteren Kommunalpolitikern zu einem Gespräch treffen. Denn zwischen Kommune und Bezirksregierung gibt es bei vielen Projekten immer wieder fachliche und finanzielle Schnittstellen. Das breite Spektrum reicht dabei von Fördermitteln bis zur Zuweisung von Flüchtlingen.

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge an der Mendener Straße in Wimbern besucht Regierungspräsident Heinrich Böckelühr am Donnerstag übrigens nicht, obwohl sie die einzige Einrichtung der Bezirksregierung Arnsberg in der Gemeinde Wickede (Ruhr) ist.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr (62) besucht am Donnerstag (25. Juli 2024) die Gemeinde Wickede (Ruhr). FOTO: BEZIRKSREGIERUNG ARNSBERG
Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr (62) besucht am Donnerstag (25. Juli 2024) die Gemeinde Wickede (Ruhr). FOTO: BEZIRKSREGIERUNG ARNSBERG

Heinrich Böckelühr

Heinrich Böckelühr (CDU) ist von der schwarz-grünen Landesregierung mit Wirkung zum 1. September 2022 zum Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Arnsberg ernannt worden. Zuvor war er Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen (GPA NRW) in Herne (2017 - 2022) und davor hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Schwerte im Kreis Unna (1999 - 2017).

Heinrich Böckelühr wurde am 7. Dezember 1961 in Schwerte geboren. Er studierte Rechts- und Verwaltungswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum und an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Nach einem Referendariat am Landgericht Hagen wurde er als Rechtsanwalt zugelassen.

Seit 1978 für die CDU aktiv

Seine politische Karriere begann Heinrich Böckelühr, der 1978 in die CDU eintrat, zunächst im Jahre 1984 ehrenamtlich im Rat der Stadt Schwerte und im Kreistag des Kreises Unna. Für die christdemokratische Partei war Böckelühr in mehreren Gremien auf verschiedenen Ebenen aktiv. Er ist Mitglied in der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV).

Ehrenbürgermeister seiner Heimatstadt

Böckelühr ist seit 2000 Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Schwerte und Vorstandsvorsitzender der Hans-Hache-Stiftung in Schwerte sowie stellvertretender Vorsitzender der Kuratorien der Bürgerstiftungen „Rohrmeisterei Schwerte“ und „Schwerter Mitte“. Für seine vielfältigen und langjährigen Verdienste zum Wohle der Stadt Schwerte wurde Böckelühr 2019 zum Ehrenbürgermeister seiner Heimatstadt ernannt.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“