Geh- und Radweg über die Ruhr

Brücken-Neubau hängt in der Luft

7. August 2024

WICKEDE (RUHR).
Mehr Fragen als Antworten gibt es derzeit zum geplanten Neubau einer deutlich größeren Fuß- und Radwegbrücke über die Ruhr. Denn als Ersatz für den bisherigen kleinen Holzsteg an der alten Eisenbahnbrücke plant die Gemeinde Wickede (Ruhr) einen bis zu acht Millionen Euro teuren Neubau zwischen Echthausen und Wickede. Ob und in welcher Höhe es Fördermittel für das lokale Projekt gibt, ist derzeit noch völlig offen. Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) hatte bei der ersten Vorstellung der Pläne auf eine staatliche Bezuschussung von bis zu 90 Prozent gehofft.

Bei seinem Besuch in der Gemeinde Wickede (Ruhr) am 25. Juli 2024 hatte der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr (CDU) in einem Video-Interview mit unserem lokalen Nachrichten-Portal „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ deutlich gemacht, dass die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Förderbehörde derzeit noch nichts über die Höhe einer anteiligen Förderung sagen könne.

Und über seine Pressestelle ließ Böckelühr auf Anfrage unserer Redaktion im Nachhinein noch einmal ausdrücklich mitteilen: „Für die Förderung des Neubaus der Ruhrbogenbrücke in Wickede (Fußgänger-und-Fahrrad-Brücke Echthausen) liegt der Bezirksregierung Arnsberg ein Antrag vor. Da die Verteilung der Landesmittel für das Jahr 2025 jedoch noch nicht final ist, können zur etwaigen Förderhöhe keine Zahlen genannt werden.“

Der Regierungspräsident geht zudem davon aus, dass sich der Bund künftig weniger bei der finanziellen Förderung des Radwegebaus engagieren wird. Welche Auswirkungen das auf Nordrhein-Westfalen und das Wickeder Projekt hat, bleibt abzuwarten.

Neubau soll möglichst bis 2027 erfolgen

Die Gemeinde strebt jedenfalls weiterhin den Neubau der teuren Fuß- und Radwegbrücke bis Ende 2027 an, denn dann, so heißt es aus dem Rathaus, wird der bisherige Holzsteg neben der Eisenbahnbrücke voraussichtlich nicht mehr nutzbar sein, weil die Stahlunterkonstruktion langsam verrostet und die Statik des Bauwerks gefährdet ist.

Der Neubau sei für die Gemeinde aber nur bei entsprechender finanzieller Unterstützung durch Bund oder Land zu stemmen, sind sich Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und Echthausens Ortsvorsteher Rainer Belz (CDU) einig.

Belz sagte auf Anfrage unserer Redaktion, er halte die Brücke für „sehr notwendig und sinnvoll“. Und weiter: „Die aufkommenden Kosten sind natürlich ein dicker Batzen und deshalb nur über entsprechende Fördergelder zu stemmen.“ Michalzik ergänzt, dass der angedachte Brückenneubau auch gerade für den Ruhrtalradweg unverzichtbar sei.

Erste Vorarbeiten noch in diesem Jahr

Da der Zeitplan für den Brückenneubau ohnehin sehr eng ist, sollen die notwendigen Vorbereitungen in Form von Genehmigungen, Bodenordnungsverfahren, Artenschutzmaßnahmen und Baufeldarbeiten (Baumfällungen) auf jeden Fall noch in diesem Jahr erfolgen, heißt es aus dem Wickeder Rathaus.

Denn man wolle nicht warten, bis es zu spät und eine sichere Überquerung der Ruhr in Wickede nicht mehr möglich sei, betonte Michalzik.

Neue Brücke mehr als doppelt so breit

Nach aktuellen Informationen der Gemeindeverwaltung soll die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke etwa 15 Meter flussaufwärts von dem bisherigen Übergang errichtet werden. Während der alte Steg an der Eisenbahnbrücke rund 80 Meter lang und etwa 1,7 Meter breit ist, soll die neue Brücke 128 Meter lang und 4 Meter breit werden.

Damit wäre der Weg für den Begegnungsverkehr von Fußgängern und Radfahrern nicht mehr so eng und gefährlich wie jetzt, erklärte Michalzik. Außerdem wäre der Winterdienst für den kommunalen Bauhof effektiver, da die Brücke nicht mehr von Hand geräumt und gestreut werden müsste.

Warten auf verbindliche Förderzusage in nennenswerter Höhe  

Doch solange es keine verbindliche Förderzusage in nennenswerter Höhe von Bund oder Land gibt, hängt der Brückenneubau erst einmal in der Luft.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr mit Bautechniker Christian Drees, Kämmerer Christian Wiese, Fachbereichsleiter Ludger Böhmer, Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und Tourismus-Beauftragter Ruth Hornkamp (von links) an der Ruhr vor der alten Eisenbahnbrücke mit dem Steg als Geh- und Radweg sowie dem Plan für eine neue parallele Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer. FOTO: HANNAH SCHERZ / BEZIRKSREGIERUNG ARNSBERG
Der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr mit Bautechniker Christian Drees, Kämmerer Christian Wiese, Fachbereichsleiter Ludger Böhmer, Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) und Tourismus-Beauftragter Ruth Hornkamp (von links) an der Ruhr vor der alten Eisenbahnbrücke mit dem Steg als Geh- und Radweg sowie dem Plan für eine neue parallele Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer. FOTO: HANNAH SCHERZ / BEZIRKSREGIERUNG ARNSBERG