Gemeinde Wickede (Ruhr)

Mehrere tausend Euro für provisorischen Sandkasten vor dem Rathaus

27. August 2024

WICKEDE (RUHR).
Die Gemeindeverwaltung Wickede (Ruhr) hat auf nochmalige Nachfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ nun endlich die Kosten für den temporären „Sommersandkasten“ auf dem Marktplatz vor dem Rathaus offengelegt. Darüber hinaus haben sich einige unserer Leser zu dem Thema geäußert.

Nach Angaben von Fachbereichsleiterin Susanne Modler von der Gemeindeverwaltung belaufen sich die Kosten für den temporären „Sommersandkasten“ auf einige tausend Euro.

Alleine Materialkosten von mehr als 3.000 Euro

Diese setzen sich wie folgt zusammen: Einfassung: rund 1.600 Euro,  Absperrgitter: rund 1.100 Euro, Sand: 105 Euro, Sonnenschirme und Spielzeug: rund 110 Euro sowie Banner: knapp 165 Euro. Macht in Summe knapp 3.100 Euro an Materialkosten.

Nicht eingerechnet hat das Rathaus dabei die Kosten für zwei Liegestühle sowie zwei weitere Stühle und einen Tisch, die „für einen anderen Zweck angeschafft und jetzt nur als Ergänzung dazugestellt“ wurden, wie es aus dem Rathaus heißt.

Susanne Modler betont zudem, dass die Einfassung und der Sand später auf anderen Spielplätzen der Gemeinde wiederverwendet werden könnten. Und auch die Absperrgitter könnten vom gemeindeeigenen Bauhof im Straßenbau eingesetzt werden.

Frage nach Kosten wurde vom Rathaus nur unvollständig beantwortet

Unsere Frage nach den Kosten für den Auf- und Abbau sowie den Betrieb des „Sommersandkastens“ wurde von der Verwaltung - trotz nochmaliger Nachfrage - leider nur unvollständig beantwortet. Die Aufbaukosten beliefen sich auf rund 340 Euro, hieß es aus dem Rathaus.

Die Kosten für die neben dem provisorischen Sandkasten aufgestellte Holzhütte wurden von der Verwaltung trotz Nachfrage überhaupt nicht genannt.

Täglicher Personalaufwand für den Betrieb des Sandkastens nicht kalkuliert

Ebenso unbeantwortet blieb übrigens unsere Frage nach dem täglichen Personalaufwand für das allmorgendliche Ausräumen der Utensilien aus der Hütte und das allabendliche Einsammeln und Verstauen dieser Gegenstände. Denn selbst wenn man dafür insgesamt nur eine knappe Stunde pro Tag veranschlagt, summieren sich diese bezahlten Arbeitsstunden von Bauhof- oder Rathausmitarbeitern im Sommer auf mehrere Wochen. Zumal teilweise auch Wochenenddienste anfallen.

Hier dürfte schätzungsweise schnell ein Betrag von weit mehr als tausend Euro unterm Strich stehen.

Gesamtkosten für den „Sommersandkasten“ bei mindestens 5.000 Euro

Rechnet man alles überschlägig zusammen und geht davon aus, dass der Abbau des Provisoriums den gleichen Aufwand erfordert wie der Aufbau, dürften die Gesamtkosten für den „Sommersandkasten“ bei mindestens 5.000 Euro liegen.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“


NACHTRAG: Aus dem Rathaus wurde nach Veröffentlichung unseres Berichtes mitgeteilt, dass täglich nur zirka zehn Minuten für das Ein- und Ausräumen der Utensilien im Sandkasten benötigt werden. Die Personal- und somit auch die Gesamtkosten dürften also etwas geringer ausfallen.


Meinungen unserer Leser zu dem Thema:

„Einfach klasse, die Idee. (…) Die Kinder sind glücklich, im Sand spielen zu können. (…) Fünf Sterne dafür.“ (Michael Ritter)

„In Wickede gibt es genug Spielplätze. Der Sommersandkasten ist – wie vieles – reine Verschwendung von Steuergeldern.Ich möchte mal wissen, wie viele Kinder sich täglich in diesem Sandkasten aufhalten.Und die Kosten liegen sicher im vierstelligen Bereich.“ (Klaus Liskatin)

„Zum Sandkasten vor dem Rathaus fällt mir nur ein: ‚Sand ohne Verstand ...‘. Oder: ‚Wenn Steuergelder wie Sand durch die öffentlichen Hand rieseln ...‘ Und: ‚Vor dem Rathaus »hui«, aber am Schmitz Hof »pfui«!‘ “ (Name des Verfassers der Redaktion bekannt)

„Andere Spielplätze in Wickede könnnten auch neuen Sand gebrauchen. Zum Beispiel der Sandkasten am Schmitz Hof. Der ist gar nicht so weit entfernt.“ (Dirk Velmer)

„Der Sandkasten ist viel zu klein und nicht sonderlich ansprechend gestaltet. In anderen Städten wird so etwas besser umgesetzt wie zum Beispiel in Meschede. – Es wäre besser wenn man mit unseren Steuern in die vorhandenen Spielplätze pflegt. Es fehlt sehr oft an schattenspendenden Vorrichtungen gerade im Kleinkind-Bereichen. Des Weiteren sind oft wenig Sitzmöglichkeiten vorhanden. Man muss überall Decken hinschleppen wenn man nicht auf dem Boden sitzen möchte (je nach Wetterlage). (…)“ (La Schaka via Facebook)

„Der Bürgermeister hätte wohl am liebsten einen Sandkasten ums Rathaus. Dann hört man nicht, wie er das Geld – unsere Steuergelder – aus dem Fenster wirft.“ (Name des Verfassers der Redaktion bekannt)

Der temporäre Sommersandkasten vor dem Rathaus auf dem Marktplatz in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Der temporäre Sommersandkasten vor dem Rathaus auf dem Marktplatz in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER