Grundbesitzabgabe explodiert: Fast 25 Prozent Mehrkosten für Immobilienbesitzer und Mieter
19. Oktober 2023
Michalzik will den Hebesatz im kommenden Jahr von 605 auf 750 Punkte anheben. Genau gerechnet sind dies 23,97 Prozent mehr als bislang. Dabei war die letzte Erhöhung der Grundsteuer B erst 2022. Damals fand eine Anhebung von 580 auf 605 Punkte statt.
Neben explodierten Baukosten und Energiepreisen macht die fast um ein Viertel erheblich steigende Grundsteuer das Wohnen in Wickede und seinen Ortsteilen künftig voraussichtlich wesentlich teurer.
Bereits jetzt liegt Ruhrgemeinde bei Hebesätzen im Bundes- und Landesvergleich sehr hoch
Dabei liegt die Ruhrgemeinde bereits aktuell mit 605 Punkten bei den Hebesätzen im Bundes- und Landesvergleich schon sehr hoch. Denn der durchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B betrug 2022 deutschlandweit nur 486 Punkte, wie das Statistische Bundesamt auf Nachfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ am Donnerstag (19. Oktober 2023) mitteilte.
Und selbst wenn man berücksichtigt, dass der Mittelwert (Durchschnitt) für das Land Nordrhein-Westfalen derzeit bei 577 Punkten liegt, belegt Wickede einen schlechten Platz im kommunalen Steuer-Ranking. Denn der Zentralwert (Median) liegt noch niedriger, will sagen: die Hälfte aller Städte und Gemeinden in NRW liegen bei einem Hebesatz für die Grundsteuer B unter 540 – Wickede bereits jetzt bei 605.
Spitzenreiter bei den Hebesätzen der 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sind laut einer Erhebung des Bundes der Steuerzahler aus diesem Jahr: Gladbeck und Hürtgenwald (950), gefolgt von Bönen (940) – eine Gemeinde, die Wickedes Bürgermeister immer gerne zum Vergleich nennt. Die niedrigsten Hebesätze hingegen gibt es in Verl (170), Monheim (250) und Harsewinkel (260). – Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat aktuell einen Satz von 440 und Köln als größte nordrhein-westfälische Stadt 515. – Und dabei belegt NRW unter den Flächenländern in Deutschland ohnehin schon den negativen Spitzenplatz.
In den Nachbarkommunen großteils niedrigere Grundsteuern
Interessant in diesem Zusammenhang ist vielleicht auch noch, wie hoch Hebesätze für die Grundsteuer B in den Kommunen sind, die an Wickede (Ruhr) angrenzen. Eine kurze Internet-Recherche unserer Redaktion ergab hier folgende Werte: Arnsberg: 523, Ense: 479, Fröndenberg: 695, Menden: 595 und Werl: 800. Und ein Blick auf weitere kleinere Gemeinden im westlichen Kreis Soest ergibt folgende Werte: Bad Sassendorf: 496, Lippetal: 493, Möhnesee: 423 und Welver: 799.
Generell muss der politische Rat der Ruhrgemeinde aber auch noch über den Vorschlag aus der Verwaltung beraten und entscheiden.
Zu der Begründung, warum der Bürgermeister die kommunalen Steuern für die Immobilienbesitzer anheben will, werden wir noch ausführlich berichten.
ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

