Nach Insolvenz: Übernahme durch Westfälische Industriegesellschaft Holzwickede im Kreis Unna

Wickeder Metallbearbeitungsfirma heißt künftig „Finkendei Metal Works“ – mit Belegschaft, ohne Familienbeteiligung

5. November 2025

WICKEDE (RUHR) / HOLZWICKEDE.
Die „Westfälische Industriegesellschaft mbH“ (WIG) mit Sitz in Holzwickede im Nachbarkreis Unna hat die „Finkendei Metallverarbeitung GmbH“ übernommen. Das Familienunternehmen aus der Ruhrgemeinde hatte zuvor Insolvenz angemeldet. Der Standort an der Straße „Im Winkel“ bleibt bestehen und soll unter dem neuen Eigentümer weitergeführt werden. Die rund 40 Beschäftigten sollen unter neuer Firmierung weiterarbeiten. – Dies wurde am Mittwoch (5. November 2025) von den beteiligten Unternehmen auf Anfrage unseres lokalen Nachrichten-Portals „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ bestätigt.

Der seit mehr als 25 Jahren aktive Betrieb firmiert künftig als „Finkendei Metal Works GmbH“. Die neue Gesellschaft wurde im Oktober 2025 gegründet. Der Produktionsstandort in Wickede wird fortgeführt.

Gründerfamilie scheidet aus / Insolvenzverfahren getrennt

Die bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Eric Finkendei (54) und Dr. Jörg Finkendei (57) sowie seine Ehefrau als Prokuristin scheiden aus dem Betrieb aus. Die Finkendei Metallverarbeitung GmbH und die Finkendei GmbH haben zuvor Insolvenz angemeldet.

An der neu gegründeten „Finkendei Metal Works GmbH“ ist die Familie nach Unternehmensangaben nicht beteiligt.

Was Finkendei Metallverarbeitung GmbH bislang fertigte

Die bisherige Firma stellte Metallprodukte her und vertrieb sie – insbesondere für Anwendungen in der Automobilindustrie. Zum Portfolio gehörten Teile- und Baugruppenfertigung, Materialbeschaffung, Logistik und Lagerung, Muster- und Vorrichtungsbau sowie Beratung.

In der Fertigung kamen unter anderem CNC-Bearbeitung, Schweißen, Sägen, Umformen, Endenbearbeitung und Montage zum Einsatz. Oberflächenveredelungen erfolgten mit Partnerbetrieben.

Gesellschaftszweck und Führung der neuen Firma

Der Unternehmensgegenstand der Finkendei Metal Works GmbH umfasst Herstellung, Lohnfertigung und Vertrieb im Bereich der Metallverarbeitung sowie alle Tätigkeiten, die dem Gesellschaftszweck unmittelbar oder mittelbar dienen.

Geschäftsführer ist der Maschinenbau-Ingenieur Stefan Bussmann (55) aus Unna, der innerhalb der WIG-Gruppe bereits leitende Funktionen wahrnimmt – unter anderem als Geschäftsführer der „SH Anbaugeräte GmbH“ und der „Zahnradfabrik Unna GmbH“.

Arbeitsplätze sollen in Wickede erhalten bleiben

Am Standort Wickede arbeiten derzeit rund 40 Mitarbeiter – überwiegend in der Produktion. Sie sollen nach Angaben des neuen Eigentümers weiterbeschäftigt werden. Der kaufmännische Part soll weitgehend von der Unternehmensgruppe mit übernommen werden. Im Fokus stehe künftig eine „effiziente Fertigung“, so der neue Eigentümer.

Die WIG rechnet mit „positiven Umsatzeffekten durch die Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe mit Lohnfertigungskompetenz“. 

Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf Metallverarbeitung

Die Westfälische Industriegesellschaft ist eine mittelständische Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf Metallverarbeitung in der erweiterten Ruhr-Region. Zur Gruppe zählen die KODA-Stanz- und Biegetechnik GmbH und die HOBA Steel GmbH (beide Holzwickede), die Zahnradfabrik Unna GmbH sowie die SH Anbaugeräte GmbH in Meschede. 

Nach Unternehmensangaben ist die KARL-KOLLE-Stiftung Mitgesellschafterin.

Unternehmensinhaber äußern sich zur Übernahme

„Ich freue mich sehr, dass wir mit der Westfälischen Industriegesellschaft einen hervorragend passenden strategischen Partner gefunden haben. Damit ist die Zukunft unseres Unternehmens, unserer geschätzten Kunden sowie unserer engagierten Mitarbeiter langfristig gesichert“, erklärte Dr. Jörg Finkendei als einer der beiden bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter.

Benedikt Kummer als Geschäftsführer der Westfälischen Industriegesellschaft mbH sagte: „Wir freuen uns, die Finkendei Metal Works GmbH in unserer Unternehmensgruppe willkommen zu heißen. Die Übernahme ist ein Gewinn für beide Seiten: Sie erweitert unser Leistungsportfolio und bietet Finkendei neue Wachstumschancen. Besonders freut es mich, dass wir noch vor Weihnachten den Mitarbeitenden in Wickede Sicherheit und Zuversicht geben können.“

Stefan Bussmann als neuer Geschäftsführer betonte: „Die Eingliederung in die Unternehmensgruppe der WIG eröffnet uns zahlreiche Synergien und stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig. So können wir die Arbeitsplätze am Standort Wickede langfristig sichern und unseren Kunden eine verlässliche Perspektive für die Zusammenarbeit bieten.“

Wickeder Produktionsstandort soll erhalten bleiben

Die Immobilie der Wickeder Unternehmerfamilie Schmitz, in der die Produktion angesiedelt ist, soll weiter genutzt werden. Der Standort mit rund 6.000 Quadratmetern Produktionsfläche gilt als gesichert.

Nach Angaben der Beteiligten fungiert Finkendei in vielen Bereichen auch als „verlängerte Werkbank“ von Schmitz.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

Die Firma „Finkendei Metallverarbeitung GmbH“ in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER
Die Firma „Finkendei Metallverarbeitung GmbH“ in Wickede ARCHIVFOTO: ANDREAS DUNKER