Malerbetrieb Velmer: Gericht bestellt vorläufigen Insolvenzverwalter
8. September 2026
Mit Beschluss vom 26. August 2026 bestellte das Amtsgericht Rechtsanwalt Carsten Koch aus Kassel zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 52 IN 14/26.
Thomas Velmer handelt unter der Firma „Karl Velmer, Inhaber Thomas Velmer“. Er ist im Handelsregister des Amtsgerichts Arnsberg unter HRA 4323 eingetragen. Laut gerichtlicher Bekanntmachung gehören Malerbedarf, Heimtextilien, Geschenkartikel sowie das Maler- und Lackiererhandwerk zu den Geschäftsbereichen.
Was der Gerichtsbeschluss bedeutet
Das Insolvenzeröffnungsverfahren ist noch nicht das eigentliche Insolvenzverfahren. Zunächst prüft das Gericht den Insolvenzantrag und entscheidet, ob es das Insolvenzverfahren eröffnet.
Bis dahin gelten Sicherungsmaßnahmen. Thomas Velmer kann nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam über Gegenstände seines Vermögens verfügen.
Carsten Koch darf Bankguthaben und andere Forderungen einziehen sowie eingehende Gelder entgegennehmen. Personen oder Unternehmen, die Velmer Geld schulden, dürfen nicht mehr unmittelbar an ihn zahlen.
Der Beschluss nennt weder den Antragsteller noch die Gründe für den Insolvenzantrag. Auch zur Höhe der Verbindlichkeiten – also der Schulden – und zur Zahl der Gläubiger, die Forderungen gegen Velmer haben, enthält er keine Angaben.
Wie es mit dem Betrieb weitergeht, ist offen
Der 61-jährige Thomas Velmer erklärte unserer Redaktion am Telefon, er sei schwer erkrankt und nicht mehr arbeitsfähig. Nach seiner Aussage könne er den Betrieb deshalb selbst nicht mehr weiterführen.
Velmer zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird. Er hoffe, mithilfe vorhandenen Vermögens kurzfristig wieder Liquidität für den Betrieb zu beschaffen – also Geld verfügbar zu machen.
Ob und in welcher Form dies gelingt, ist offen. Auch wie der Geschäftsbetrieb künftig konkret organisiert werden soll und welche Folgen das Verfahren für Beschäftigte, Kunden und laufende Aufträge hat, ist derzeit nicht geklärt.
Fachmarkt und Malerbetrieb an der Oststraße
Zum Unternehmen gehören Groß- und Einzelhandel sowie ein handwerklicher Malerbetrieb. Der Fachmarkt an der Oststraße umfasst nach Unternehmensangaben mehr als 800 Quadratmeter.
Zum Sortiment gehören Malerbedarf, Farben, Tapeten sowie Teppich- und andere Bodenbeläge. Zum handwerklichen Angebot zählen Maler-, Lackier- und Bodenverlegearbeiten.
Unternehmen führt seine Wurzeln bis 1925 zurück
Nach Unternehmensangaben gründete Herrmann Krammer den Malerbetrieb im Jahr 1925, auf den Velmer seine heutige Betriebsgeschichte zurückführt. Der Fachmarkt besteht nach Angaben des Unternehmens seit 1961.
Seit der zweiten Jahreshälfte 1975 befindet sich das Geschäft an seinem heutigen Standort. Damals zog das Tapetengeschäft Velmer von der Rissenhofstraße in das frühere evangelische Bethaus an der Oststraße um.
ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“
Quellen: Beschluss des Amtsgerichts Arnsberg vom 26. August 2026, Aktenzeichen 52 IN 14/26; Telefonat der Redaktion mit Thomas Velmer vom 7. September 2026; Internetauftritt des Fachmarkts und Malerbetriebs Velmer; „Chronik des 20. Jahrhunderts – 100 Jahre · Wickede (Ruhr) · 1900–2000“; Insolvenzordnung (InsO), insbesondere §§ 21 bis 23 und 27
Vom evangelischen Bethaus zum Malerfachmarkt Velmer
1892: Das Gebäude des heutigen Geschäftshauses Velmer an der Oststraße wird als evangelisches Bethaus errichtet.
1902: Das Bethaus erhält einen Seitenflügel.
1925: Nach Angaben des Unternehmens gründet Herrmann Krammer den Malerbetrieb, auf den Velmer seine heutige Betriebsgeschichte zurückführt.
2. Dezember 1956: Pastor Arnulf Knecht hält im Bethaus seinen ersten Gottesdienst in Wickede. Das Gebäude wird zu dieser Zeit noch kirchlich genutzt.
1961: Nach Angaben des Unternehmens besteht seit diesem Jahr das Malergeschäft Velmer.
Ende 1972: Die Gebäude der Hofstelle „Schmitz Hof“ werden bis auf ein Wirtschaftsgebäude an der Rissenhofstraße abgerissen. Dort bleibt das Tapetengeschäft Velmer zunächst bestehen.
Zweite Jahreshälfte 1975: Das Tapetengeschäft zieht von der Rissenhofstraße in das frühere evangelische Bethaus an der Oststraße um.
Quellen: „Chronik des 20. Jahrhunderts – 100 Jahre · Wickede (Ruhr) · 1900–2000“; Angaben des Fachmarkts und Malerbetriebs Velmer

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