Gemeinde Wickede (Ruhr)

Die „RuhrBogenBrücke“ wird teurer als kalkuliert

23. April 2025

WICKEDE (RUHR) / NIEDERLANGEN.
Die Gemeinde Wickede (Ruhr) hat jetzt den Auftrag für den Neubau der „RuhrBogenBrücke“ zwischen Echthausen und Wickede vergeben. Auftragnehmer ist die Firma „Schmees & Lühn Holz- und Stahlingenieurbau GmbH & Co. KG“ aus der Gemeinde Niederlangen im niedersächsischen Landkreis Emsland – nahe der bekannten Stadt Papenburg.

„Das seit 125 Jahren aktive Unternehmen hat bisher über 3.000 Brücken im In- und Ausland im Holz- und Stahlbau gebaut“, berichtet Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU). Und weiter: „Die vor drei Jahren neu errichteten, rund 13.000 Quadratmeter großen Produktionshallen für die Herstellung und Sanierung von Fuß- und Radwegbrücken liegen direkt an der Autobahn 31 in Niederlangen. Bis zu 60 Meter lange und fünf Meter breite Bauteile mit einem Maximalgewicht von 80 Tonnen können dort als komplette Einzelteile hergestellt oder saniert werden.“

Wickeder Bürgermeister besichtigte beauftragten Produktionsbetrieb in Niederlangen

Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU) informierte sich vor wenigen Tagen persönlich vor Ort in Niederlangen über die Leistungsfähigkeit des Anbieters. Sein Eindruck war positiv. Zuletzt hatte das Unternehmen unter anderem eine komplett vorgefertigte Brücke über den Bahnhof im niederländischen Zwolle in nur 100 Stunden errichtet.

„Wir waren am Wickeder Projekt sehr interessiert, weil wir überzeugt sind, für das Projekt, die Planung und die damit verbundenen Herausforderungen wirklich gut aufgestellt zu sein“, so die Geschäftsführer Josef Schmees und Tobias Tebbe.

Für die Tiefbauarbeiten zur Gründung der Pfeiler und der Rampen plant Schmees und Lühn die Zusammenarbeit mit einer ortsansässigen Spezialfirma, die sich bereits auf Wickeder Baustellen bewährt hat.

Statt kalkulierter rund 5,7 nun 6,7 Millionen Euro an Kosten für Brücke und Zufahrten

Michalzik: „Zwanzig Unternehmen hatten sich auf der Vergabeplattform für das Wickeder Projekt interessiert, drei gaben ein Angebot ab.“ Das wirtschaftlichste Angebot lag deutlich über dem, was die Fachplaner aus Münster noch im Herbst 2024 für die Ausschreibung kalkuliert hatten, heißt es aus dem Rathaus. Statt der kalkulierten rund 5,7 Millionen Euro soll der Bau der Brücke und ihrer Zufahrten nun 6,7 Millionen Euro kosten.

Weiter teilte der Bürgermeister gegenüber „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“ mit: „Zum Projekt gehören weiterhin Kosten für Planungsleistungen und Umweltschutz. Große Unsicherheiten bzw. jüngste Bewegungen im Materialmarkt, insbesondere bei Stahlpreisen, aber auch Ungewissheiten über Inflation und Tariflohnentwicklungen während der Projektzeit wurden von allen Anbietern höher berechnet. Auch der große Aufwand, den die umfangreichen Schutzauflagen für Landschaft und Fluss bei kurzen Sommer-Zeitfenstern bedeuten, in denen überhaupt Bauarbeiten möglich sind, wirken sich aus. Unter anderem sind beim Rückbau des Altstegs asbestbelastete Rohrleitungen zu entsorgen.“

Gemeindeverwaltung will klären, ob auch die jetzigen Mehrkosten gefördert werden

Ob die Gemeinde Wickede (Ruhr) auch für die gestiegenen Kosten eine 90-prozentige Förderung vom Bundes- und Landesverkehrsministerium erhält, muss jetzt noch von der Verwaltung geklärt werden.

Aufgrund der gestiegenen Gesamtkosten und des damit verbundenen höheren finanziellen Eigenanteils der Kommune haben Rat und Verwaltung der Gemeinde Wickede (Ruhr) daher in nicht-öffentlicher Sitzung am 8. April 2025 den Anbau einer rund 75.000 Euro teuren Aussichtskanzel an die Brücke verworfen.

ANDREAS DUNKER für „wickede.ruhr HEIMAT ONLINE“

Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU, links) bei der Besichtigung der Firma „Schmees & Lühn Holz- und Stahlingenieurbau GmbH & Co. KG“ in Niederlangen im niedersächsischen Landkreis Emsland – nahe der bekannten Stadt Papenburg. Rechts: Geschäftsführer Tobias Tebbe FOTO: GEMEINDE WICKEDE (RUHR)
Wickedes Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (CDU, links) bei der Besichtigung der Firma „Schmees & Lühn Holz- und Stahlingenieurbau GmbH & Co. KG“ in Niederlangen im niedersächsischen Landkreis Emsland – nahe der bekannten Stadt Papenburg. Rechts: Geschäftsführer Tobias Tebbe FOTO: GEMEINDE WICKEDE (RUHR)